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Sportpourri #03 – Von erfolgreichen Schnapsideen

Max Martens | 25. Juni 2020

Kin-Ball, Headis und Jokeiba. Von der Schnapsidee zum Erfolg.

Wenn man sportfanatisch ist, Gesellschaftsspiele mag und gerne Rätsel löst, dann ist der Weg nicht weit, selbst einen Sport bzw. ein Spiel zu erfinden. Unabhängig davon, ob es nur für einen Nachmittag oder als großer Erfolg geplant ist.

Gerade spontane Einfälle können sich im Rausch schnell zu hoch spannenden und ehrgeizig umkämpften Matches entwickeln. Mit meinen drei Brüdern habe ich da schon einige Erfahrungen gemacht. Wie wäre es mit einer Partie “Ultimate Soccer Tennis Handball”? Noch nie gehört? Liegt wahrscheinlich daran, dass es eine Idee für einen Nachmittag war.

Manche Trendsportarten entstehen aus einer Not heraus: Headis, quasi Tischtennis mit dem Kopf, entstand, weil im Freibad der Fußballplatz schon belegt war. Inzwischen gibt es Weltmeisterschaften. Der Erfinder, René Wegner, war damals Sportstudent. Genauso war es bei John Köhler. Für sein Staatsexamen erfand er “Jokeiba”. Klingt ungewöhnlich und steht für “John Köhlers Eierball”. Der Sport wird inzwischen in mehreren deutschen Städten gespielt und enthält Elemente vom American Football (der Ball, passen und fangen) und vom Ultimate Frisbee (mit dem Ball in der Hand darf man nicht laufen). Ziel ist es, während eines Sprung in den Torraum den Ball zu fangen (genauere Infos gibt es hier). Scheint als wäre ein Status als Sportstudent die perfekte Voraussetzung, um einen neuen Sport zu entwickeln.

Das deutsche Kin-Ball-Nationalteam bei der Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich.

Einen Erfolg landete auch der Kanadische Sportlehrer Mario Demers mit seiner Idee. Kin-Ball wird in vielen Ländern bereits als Leistungssport betrieben, in 17 Ländern gibt es einen nationalen Verband. Auch in Deutschland gibt es eine kleine Gruppe an Spielerinnen und Spielern. Dieses Jahr hätte die zweite Saison der Bundesliga stattfinden sollen, doch zwei der drei Spieltage mussten leider abgesagt werden.

Man sieht, der Kessel an tollen Ideen ist noch längst nicht ausgeschöpft. Wer weiß, welche Idee den nächsten Hit produzieren wird. Jede*r von uns könnte die nächste neue Trendsportart entwickeln. Vorausgesetzt man findet neben dem Spielen der ganzen anderen tollen Sportarten überhaupt noch Zeit dafür.

Mehr Artikel zu Kin-Ball gibt es beim Magazin des unpopulären Sports.

Sportpourri #02 – Vorfreude ist die schönste Freude

© Foto: Deutscher Kin-Ball Verband

Autor: Max Martens

Max Martens ist Mitbegründer des Magazin des unpopulären Sports. Max schreibt als Redakteur für das fairplaid-Magazin über erfolgreiche Sportcrowdfunding-Aktionen und nimmt auch die unbekannten Sportarten in seine redaktionelle Arbeit bei fairplaid mit auf. In seinem Leben hat er schon viele Sportarten ausprobiert. Keine hat ihn wirklich lange gefesselt. Aber dann lernte er Quidditch kennen und ist diesem Sport sofort verfallen. Seit 2016 spielt er bei den SCC Berlin Bluecaps.


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