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Groß denken zahlt sich aus! – Über die Musikschule, die feststellte wie viel sie eigentlich kann

Rebekka Löhrmann | 13. Oktober 2020

„2021 soll bunt werden! Vor allem pink und ein bisschen glitzernd!“ Unter diesem Motto sammelte die Musikschule Hünstetten Taunusstein für ihre Musical-Produktion „Natürlich Blond“ Geld. Und dabei kam deutlich mehr zusammen, als sich die Leitung zu Beginn der Kampagne ausgemalt hatte!

Eine Musical-Produktion kostet vor allem zwei Dinge: viel Arbeit und viel Geld. Rund 65.000 € benötigte die Musikschule für die gesamte Produktion – denn wenn Broadway, dann richtig! Damit die Tickets am Ende aber nicht unbezahlbar werden, benötigte es einiger Unterstützung.

Vom Crowdfunding erfuhr Projektstarterin Heidi Kopetzki von einer Mitspielerin der XXL-Band. Die Musikerin ist Mitarbeiterin bei der ESWE Versorgung und erzählte der stellvertretenden Musikschulleiterin von der Wiesbaden Crowd, auf der ganz einfach ein Crowdfunding-Projekt gestartet werden kann.
Heidi war motiviert und beschloss – obwohl das Thema Crowdfunding neu für sie war – das Projekt mit einer Zielsumme von 3.000 € zu starten. Damit sollten insbesondere die anfallenden Kosten für die Technik und Ausstattung sowie für die Choreographie-Coaches abgedeckt werden.

Projektverlauf

Am Anfang zweifelte Heidi noch ein bisschen, ob Crowdfunding denn das richtige sei für eine Musikschule. Würden Sie genügend Unterstützer/innen ansprechen können?

Doch im Gespräch mit der fairplaid Projektberatung stellte sich schnell heraus: Gerade eine Musikschule eignet sich hervorragend  für eine Crowdfunding-Kampagne, da so viele Mitglieder hinter dem Projekt stehen! Um genauer zu sein: 1.000 Schüler/innen und 65 Lehrer/innen sind in der Musikschule engagiert und bildeten damit die Basis der Crowd.

Ausgehend davon wurde nun überlegt: Wer ist meine Zielgruppe? Abgesehen von den Schüler/innen und Lehrer/innen, waren das natürlich vor allem die Eltern und Großeltern. Doch – anders als bei normalen Spendenaktionen – geht es beim Crowdfunding nicht nur darum, die Personen, die nah am Projekt sind, mit der Kampagne anzusprechen. Mithilfe individueller „Dankeschöns“ – sogenannte Prämien – werden beim Crowdfunding besondere Anreize zur Unterstützung gesetzt, um dadurch u.a. die Zielgruppe zu erweitern.

Und der Projektstarterin Heidi kamen so einige kreative Ideen für den Prämienshop! Von der hauseigenen CD zur Schnupperstunde, über das VIP-Package bei der Aufführung bis hin zum exklusiven Auftritt der XXL-Band oder der Möglichkeit Hauptsponsor zu werden, war alles dabei.
Und selbst in unserem fairplaid Team fanden die Prämien Anklang: Einer unserer Projektberater war so begeistert, dass er auch gleich selber zuschlug. Zum Ende des Projektes erhielt er dann eine musikalische Dankesnachricht für seine Unterstützung.

Doch zu wissen, wer die Zielgruppe ist und motivierende Prämien zu haben, reicht natürlich nicht, wenn die Leute dann nicht erreicht werden.
Deshalb hieß es nun: Das Projekt auch kräftig zu bewerben!

Vor allem auf Instagram und facebook wurde das Projekt verbreitet. Alle zwei Tage wurde auf den Social Media Kanälen etwas Neues gepostet – ob Videos, Fotos, der aktuelle Stand – alles wurde mit der Crowd geteilt.

Hinzu kamen regelmäßige WhatsApp-Nachrichten, E-Mails über den Verteiler und ein Hinweis auf die Kampagne auf der Homepage der Musikschule.

Doch das Projekt wurde nicht nur online beworben: Flyer wurden verteilt, ein Zeitungsbeitrag erschien und Offline-Events wurden genutzt, um das Projekt bekannter zu machen. So wurden im Autokino Taunusstein, in einem kurzen Vorfilm, Ausschnitte aus den vergangenen Konzerten der XXL-Band gespielt. In diesem Zuge wurde natürlich auch gleich das Crowdfunding-Projekt mitbeworben.

Obwohl die 3.000 € bereits ein paar Tage vor dem Projektende zusammen waren, wurde die Bewerbung weiter hoch gehalten. Und bald stellte sich die Frage: Schaffen wir auch die 4.000 €? Das neue Ziel wurde mit in die Kommunikation genommen und die Crowd wurde vor allem in den letzten Tagen noch einmal motiviert auch weiter zu unterstützen, obwohl die 100% bereits erreicht waren. Und tatsächlich! Am Ende schaffte es die Musikschule, die Crowdfunding-Kampagne mit 4.198 € zu beenden.

Und welche besonderen Tipps hat Heidi nach ihrer Kampagne für unsere neuen Projektstarter/innen?

1. Schöne Bilder machen viel aus – der erste Eindruck zählt!
2. Social Media darf man nicht unterbewerten.
3. Man muss auch erklären können, wofür man das Geld haben möchte und die Emotionen dahinter rüberbringen. Warum brennst du dafür? Warum ist es dir wichtig?

Ein Ausblick

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Crowdfunding-Kampagne konnte das ganze Team nun ohne finanzielle Sorgen und mit einem neu entstandenen Wir-Gefühl in die Musicalproben einsteigen. Somit steht einem gelungenen Musical im April 2021 nichts mehr im Wege.
Und auch danach soll die Crowdfunding-Kampagne nachhaltig genutzt werden: Zu zukünftigen Aufführungen können die Unterstützer/innen nun gezielt eingeladen werden.

Was du aus dem Projekt von Heidi für deine nächste Crowdfunding-Kampagne lernen kannst

  • Trau dich! Auch wenn das Thema Crowdfunding neu für dich ist, kannst du eine erfolgreiche Kampagne leiten!
  • Nutze für die Bewerbung deines Projektes sowohl online als auch offline Kanäle. Schau dich in deiner Umgebung nach den verschiedenen Möglichkeiten um, dein Projekt bekannter zu machen.
  • Ein reich gefüllter Prämienshop erweitert die Zielgruppe und spricht zusätzliche Unterstützer/innen an.
  • Nicht bei 100% aufhören: Super, du hast die Alles-oder-Nichts-Schwelle geschafft – jetzt nicht nachlassen! Wenn du deinen Unterstützer/innen klar kommunizierst, was du mit der Überfinanzierung vor hast, werden sie dich auch weiter unterstützen.

💡 Nicht nur im Sport! Auch im regionalen, sozialen und kulturellen Bereich kann fairplaid Crowdfunding. Mit unseren lokalen Partnern betreuen wir Crowdfunding-Plattformen, die regional engagierte Macher/innen der Gesellschaft unterstützen. Aus der Region rund um Wiesbaden haben wir zusammen mit ESWE Versorgung die wiesbaden-crowd.de ins Leben gerufen. Mehr zu unseren regionalen Partnerschaften erfährst du auf services.fairplaid.org.

Autor: Rebekka Löhrmann

Rebekka ist Projekt- und Plattformcoach bei fairplaid und unterstützt mit Begeisterung die Projektstarter/innen beim Durchführen ihrer Kampagnen. Vor allem mit Themen rund um's Kommunale-Crowdfunding kennt sie sich aus.


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