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KEC: Hai-Alarm in Liga 1

Max Martens | 7. Juli 2020

Das 1. Frauenteam des KEC nach dem Gewinn der Zweitligameisterschaft.

Eishockey ist auch Frauensache! – mit dieser Motivation sicherten sich die Frauen des Kölner Eishockey-Club (KEC) den Titel in der 2. Bundesliga und wagen den erstmaligen Aufstieg in die höchste Spielklasse für Fraueneishockey in Deutschland.

Verbunden mit dem Aufstieg sind allerdings sehr hohe Kosten, da die Spiele bundesweit stattfinden werden. Eine überregionale Auswärtsfahrt bringt Kosten bis zu 3.500€ mit sich und sechs davon warten auf “die Haie” vom KEC. Damit die größte Fraueneishockey-Abteilung Deutschlands die neue finanzielle Herausforderung meistern kann, startete der Verein ein Crowdfunding bei der Toyota-Crowd.

Projektverlauf

Die Zielsumme wurde auf 15.000€ kalkuliert. Innerhalb von vier Wochen sollte das Projekt erfolgreich abgeschlossen sein. Mit dem Startschuss sprang auch die Werbemaschinerie an. Das gesamte Frauenteam erzählte im Familien- und Freundeskreis von der Kampagne und brachte so den Puck ins Schlittern. Außerdem bekamen sie Unterstützung von dem Herrenprofiteam der Haie, die “über ihre Kanäle viel Werbung geschaltet hat”, wie Projektstarter Steffen Thaut erzählt. Die Herrenmannschaft gehört zu den traditionsreichsten Eishockeyteams in Deutschland und ist Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Diese Reichweite erwies sich als extrem hilfreich. Denn obwohl der Prämienshop nicht sehr üppig gefüllt war, wuchs die gespendete Summe stetig an. Besonders beliebt waren dabei die angebotenen Tickets für das DEL Wintergame 2021 im Kölner RheinEnergieSTADION, Heimat des 1. FC Kölns. Seit 2013 findet alle zwei Jahre ein reguläres Ligaspiel in einem Fußballstadion statt. Aber genug von den Männern, es geht hier schließlich um Fraueneishockey.

 

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Der Aufstieg stand auf der Kippe – aus finanziellen Gründen

Nach dem Meistertitel in der zweiten Liga war der Aufstieg für die Haie keine Selbstverständlichkeit. „Gerade in schwierigen Zeiten ist es nicht leicht, die wirtschaftlichen Bedingungen für die 1. Frauenbundesliga zu erfüllen. Aber die Chance in der besten deutschen Frauenliga spielen zu können und sich dort zu etablieren, dürfen wir nicht liegen lassen“, erklärt Präsident Rainer Maedge die anfängliche Abwägung des Aufstiegs.

Umso schöner ist es zu sehen, dass die Haie es mit ihrer Werbetrommel geschafft haben, genügend Unterstützung zu generieren. Insgesamt kamen am Ende 15.525€ von 414 Personen zusammen. Einen großen Anteil hatte auch der Toyota-Fördertopf, der das Projekt mit 5.180€ subventionierte.

„Wir sind überglücklich, das Ziel gemeinsam mit all unseren Unterstützern erreicht zu haben“, sagt Alexander Kollorz, Vizepräsident des Vereins. „Es ist großartig zu wissen, wie geschlossen und solidarisch die Eishockeyfamilie zusammensteht.” Das zusätzliche Geld kommt ebenfalls der Frauenabteilung des KEC zu Gute. Schließlich bildet der Verein seine Spielerinnen von der Laufschule bis zum höchsten Team selbst aus. Damit ist gesichert, dass nicht nur in der 1. Bundesliga, sondern auch auf allen anderen Leistungsebenen weiterhin auf dem Eis gespielt wird.

Was du vom Projekt des Kölner Eishockey-Clubs für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

  • Nutze dein vorhandenes Netzwerk, um deine Reichweite zu vergrößern
  • Informiere alle deine Freunde und Bekannte über dein Projekt und bitte sie es weiterzuerzählen
  • Manchmal ist weniger mehr. Setze bei deinen Prämien auf Qualität statt Quantität!

Autor: Max Martens

Max Martens ist Mitbegründer des Magazin des unpopulären Sports. Max schreibt als Redakteur für das fairplaid-Magazin über erfolgreiche Sportcrowdfunding-Aktionen und nimmt auch die unbekannten Sportarten in seine redaktionelle Arbeit bei fairplaid mit auf. In seinem Leben hat er schon viele Sportarten ausprobiert. Keine hat ihn wirklich lange gefesselt. Aber dann lernte er Quidditch kennen und ist diesem Sport sofort verfallen. Seit 2016 spielt er bei den SCC Berlin Bluecaps.


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