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3 Punkte, die du beim Finanzierungsziel beachten solltest

Marthe-Victoria Lorenz | 22. Oktober 2018

1. Finanziere die Mission, nicht die Maßnahme!

Wir empfehlen eine fairplaid-Kampagne nur einmal im Jahr durchzuführen. Versuche also das Meiste herauszuholen.

Denn wer alle 3 Monate versucht Geldgeber im Umfeld zu aktivieren, erscheint planlos und unprofessionell. Mal davon abgesehen, dass jede Kampagne auch Vorbereitungsaufwand mit sich bringt. Vom Aufwand, aber auch von der Planbarkeit her ist es sowieso besser, sich einmal richtig hinzusetzen und dann Klarheit für den Rest des Jahres zu haben.

Dies bedeutet aber, dass du nur einmal im Jahr die Gelegenheit hast, Gelder über dieses Finanzierungsmittel einzuholen.  Das solltest du nutzen! Andernfalls erhältst du zwar Geld, aber nicht genug, um das Jahr zu meistern, bis sich die nächste Gelegenheit ergibt.

Viele denken jetzt: ja gut, aber ich habe kein Projekt. Was tun?

Finanziere die Mission nicht nur die Maßnahme. Viele haben Probleme damit ein Projekt zu gestalten, weil sie keine klare Maßnahme haben. Dies ist nicht unbedingt schlimm. Aber: es ist notwendig eine Mission zu haben.

Dein Projekt sollte also so gestaltet sein, dass das Geld für ungefähr ein Jahr ausreicht und du dann für das darauffolgende Jahr wieder auf Crowdfunding zurückgreifen kannst.

Wichtig hierbei: Erzähle Menschen nicht, was du kaufen möchtest, sondern vor allem wieso du etwas kaufen möchtest. Bedenke hierbei: Menschen investieren in die Zukunft, besser in eine große Zukunft. Es ist also wichtig eine Mission zu haben.

Ein Beispiel ist der Trikotsatz. So wäre das Projekt nicht optimal gestaltet:

„Wir brauchen einen neuen Trikotsatz, weil der alte kaputt gegangen ist.“

Dies ist sehr rückwärtsgewandt. Sprich: Man argumentiert mit der Vergangenheit. In der Vergangenheit ist etwas kaputtgegangen und deswegen muss etwas Neues angeschafft werden.

Besser ist es mit der Zukunft zu argumentieren. In diesem Fall:

„Wir wollen die Meisterschaft nach Hause holen. Um dies zu schaffen, wollen wir einen neuen Trikotsatz anschaffen, um das Gemeinschaftsgefühl der Mannschaft zu stärken und uns nach außen entsprechend zu präsentieren.“

Hier argumentieren wir also nicht mit der Vergangenheit, sondern geben den Menschen eine Zukunft. Und Menschen wollen immer in die Zukunft investieren. Sie wollen wissen, dass mit ihrem Geld in der Zukunft etwas wirkungsvolles passiert.

Wie man dies am besten umsetzt, zeigten beispielsweise die Volleyball-Damen des USV Potsdam e.V. mit ihrem Projekt „Mission dritte Liga“.

Ihr Ziel setzten sie bei 4.444€ an, womit das Startgeld, Schiedsrichterkosten, Fahrtkosten, Verpflegung und die Hallensprecher/Ballholer finanziert werden sollten. Die übergeordnete Mission hierbei war jedoch der Aufstieg in die dritte Liga. Statt also nur eine einzige Maßnahme zu finanzieren (wie z.B. Fahrtkosten), haben sie entlang der übergeordneten Mission die größten Kostenpunkte mit einem Projekt abgedeckt.

Deswegen ist es wichtig den Menschen eine Mission zu geben, eine Vision, wo will der Verein in den nächsten Jahren hin? Was soll konkret passieren? Sei dabei so konkret wie möglich. Nicht: Wir wollen neue Jugendmannschaften aufbauen. Sondern: Wir wollen in den nächsten drei Jahren fünf neue Jugendmannschaften aufbauen.

Wieso kann das vorteilhaft sein?

Die Menschen die euch dann im ersten Jahr unterstützt haben, können unter dem selben Motto mit dem nächsten Schritt wieder angegangen werden. Die Mission ändert sich also nicht. Die Menschen sind also bereits in Wohlwollen und können über Jahre an den Verein und seine Mission gebunden werden. Außerdem kann es möglich sein, dass der ganze Verein die Kampagne trägt, weil eben auch alle Mannschaften davon profitieren.

Dies bedeutet: Mehr Aufmerksamkeit und die Last verteilt sich auf mehrere Schultern.

2. Sei mutig und gleichzeitig transparent

Bei der Findung der Zielsumme ist es wichtig, mit konkreten Zahlen zu arbeiten, die für die Crowd auch nachvollziehbar sind. Daher ist eine präzise Kostenaufstellung ein Muss in der Projektbeschreibung. Denn Unterstützer wollen genau wissen, wo ihr Geld hingeht.

Da das Alles-oder-Nichts-Prinzip beim Crowdfunding gilt (das Projekt also nur ausgezahlt wird, wenn die gesetzte Zielsumme erreicht wird), neigen viele zunächst dazu, die Kosten zu biegen und nur Teilbeträge in die Zielsumme miteinzuberechnen. So soll sichergestellt werden, dass die Zielsumme auch erreicht wird. Das Ziel des Unterstützers ist es jedoch, dass mit seinem Geld auch die angegebenen Maßnahmen durchgeführt werden können. Dies geschieht jedoch realistischerweise nur, wenn der gesamte Betrag finanziert wird.

Stimmt die Summe der Kostenaufstellung nicht mit der Zielsumme überein, werden die potentiellen Unterstützer also skeptisch und sehen dann eher von einer Unterstützung ab. Achte also immer darauf, dass das Gesamtkonzept stimmig ist und sich Zielsumme und Kostenplan nicht widersprechen.

Wer sich jetzt denkt „Na, dann gebe ich nur eine kleine Summe mit weniger Kostenpunkten an. Der Rest kann ja auch durch Überfinanzierung reingeholt werden.“, sollte bedenken, dass die Unterstützungsdynamik nach Erreichung des Minimalziels erfahrungsgemäß rapide abnimmt und in den häufigsten Fällen sogar stehen bleibt. Sobald das Ziel erreicht ist und die Crowd die 100% sehen, denken sie „Meine Hilfe wird hier nicht mehr gebraucht.“ und unterstützen eben nicht. Nutze also die Zielsumme als Instrument, um das Maximum aus deinem Projekt herauszuholen.

3. Think Big: Deine sportlichen Ambitionen müssen sich mit deinen finanziellen Ambitionen decken.

Denn Angst zeigt sich auch im Finanzierungsziel. Schon nach außen wird so gezeigt: Mehr trauen wir uns auch gar nicht zu. Während ein ambitioniertes Ziel zeigt: wir haben hier Großes vor und glauben auch daran, es zu erreichen.

Du erhältst Geld auf Grundlage der Aufmerksamkeit, die du erzeugst. Sprich: Je mehr Menschen von deinem fairplaid-Projekt erfahren, desto mehr Unterstützer erhältst du. Unseren Datenauswertungen zufolge entspricht jeder Klick auf die Projektseite ungefähr 1€. Dein Ziel ist es also, so viele Menschen, wie möglich, auf deine Projektseite zu locken.

Das schaffst du vor allem dann, wenn dein fairplaid-Projekt in den Medien und in Social Media geteilt wird. Größere Projekte erzeugen an sich schon mehr Aufmerksamkeit, da

  1. die Vorbereitung auf eurer Seite als Projektstarter dann schon entsprechend besser ist, als wenn ihr „nur“ 1.000€ als Ziel vorgebt.
  2. große Summen viele Unterstützer benötigen und damit z.B. für Presse an sich schon interessanter sind.
  3. große Unternehmen meist auch nur große Summen ausgeben. Eure Chancen bei Sponsoren auch große Summen zu erhalten steigen also.

Hinzu kommt, dass die Durchschnittsumme pro Unterstützung bei größeren Projektsummen steigt (siehe auch Crowdfunding-Monitor 2017). Sprich, bei größeren Summen erhältst du ohne mehr Aufwand an sich schon mehr Geld, einfach weil deine Summe nach außen höher erscheint und die Menschen dann auch von sich aus mehr beisteuern.

Konklusion

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass du in jedem Falle deine Zielsumme entlang der Maßnahmen deiner langfristigen Mission richten solltest. Dabei solltest du dir und deinen sportlichen Zielen ruhig etwas zutrauen, dabei aber auch transparent bleiben. Glaube selbst an dich und deine Crowd wird das auch tun!


 

5 Gründe, wieso du beim Finanzierungsziel GROSS denken solltest

 

Autor: Marthe-Victoria Lorenz

Marthe ist Gründerin von fairplaid.org und kämpft für mehr Förderung des Breitensports. Sie ist leidenschaftliche Basketballerin und engagiert sich ehrenamtlich in der Basketball-Abteilung von Türkiyemspor Berlin 1978 e.V. als Vorstandsmitglied sowie als Trainerin einer U12-Mädchenmannschaft.


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