Zurück zur Startseite

Wie kann Crowdfunding helfen, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen voranzutreiben?

fairplaid team | 2. Oktober 2018

Inklusion und Sport, wie hängt das eigentlich zusammen?

In Deutschland leben mehr als 7 Millionen Menschen mit Behinderungen[1]. Die fortwährende Diskussion um den Inklusionsbegriff zeigt die Relevanz einer Auseinandersetzung mit der Thematik. Inklusion bedeutet kurz gesagt: Dazugehören. Und zwar nicht einfach nur dazugehören, sondern in gleichberechtigter Weise an allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben zu können.

Blickt man vor diesem Hintergrund auf das enorme Potenzial, das der Sport bietet – für jeden persönlich, aber auch für die gesamte Gesellschaft – sollten die Barrieren, denen Menschen mit Behinderungen gegenüberstehen, mit vereinter Kraft aus dem Weg geräumt werden!

Die positiven Effekte des Sports sind so facettenreich wie der Sport selbst: Sport verbindet und bringt Menschen zusammen. Lenkt von Problemen ab und hilft dabei den Kopf frei zu kriegen. Sporttreiben kommt der Gesundheit zugute, verlangsamt Krankheitsverläufe und wirkt sich positiv auf motorische Einschränkungen aus. Sport steigert das Selbstbewusstsein, begeistert und inspiriert. Für alle Gesellschaftsmitglieder in ihrer ganzen Vielfalt!

„You have to follow your dreams, don´t give up. Disability does not mean you can´t do anything, you still have ability.“ (Matt Crossen – Paralympics 2016 in Rio de Janeiro)

Entwicklungen innerhalb des Behindertensports

Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Anzahl an Mitgliedern im Deutschen Behindertensportverband von 380.000 auf über eine halbe Million angestiegen[2]. Auch die Auswahl an Sportarten für Menschen mit Behinderungen nimmt stetig zu. Bei den Paralympics 2020 in Tokio gehen inzwischen 22 verschiedene Sportarten an den Start[3]. Von Eishockey, über Schwimmen und Snowboard bis hinzu Rollstuhlfechten und Sitzvolleyball ist alles dabei. Jedoch besteht weiterhin sowohl im Hinblick auf die Mitgliederzahl als auch auf die Vielfalt der Sportarten großes Entwicklungspotenzial.

Finanzielle Hürden der Inklusion

Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am organisierten Sport setzt zunächst voraus, dass Sportstätten behindertengerecht ausgestattet, Kosten für Ausrüstungen sowie Sonderanfertigungen getragen und Anreisemöglichkeiten zu Trainings- und Wettkampforten organisiert werden. Zu bedenken ist überdies, dass nicht alle Menschen mit Behinderungen einer Erwerbstätigkeit nachgehen können und somit auch überhaupt keine Möglichkeit haben, sich selbst an den anfallenden Kosten zu beteiligen. Die Notwendigkeit adäquater Finanzierungsstrategien wird angesichts dieser Umstände überaus deutlich.

Mit Blick auf den Leistungssport weist der Deutsche Behindertensportverband (DSB) verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung auf. Nationalmannschaften werden durch den Bund unterstützt, sodass die Teilnahme an internationalen Turnieren ermöglicht wird; Athletinnen und Athleten des sporthilfegeförderten Kaders erhalten eine Grundförderung durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe; zur Vereinbarkeit von Profikarriere und Beruf besteht das Förderinstrument der Dualen Karrieren. Das Eliteförderprogramm TOP TEAM zielt auf die Unterstützung der Medaillenkandidaten der Paralympics 2020 in Tokio[4].

Diese Förderungsmaßnahmen durch Bund und Stiftungen reichen jedoch nicht aus, um den finanziellen Bedürfnissen aller Paralympioniken gerecht zu werden. Viele Sportlerinnen und Sportler sind auf weitere Unterstützungsleistungen angewiesen, um ihre sportlichen Träume verwirklichen zu können.

Die Lösung: Crowdfunding

Eine alternative Möglichkeit bietet die Methode des Crowdfundings. Anstatt sich von den bereits etablierten Finanzierungsmaßnahmen abhängig zu machen, haben Personen hierbei die Chance ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen. Das Beispiel des Rollstuhlfechters Holger Kratzat zeigt, dass es funktioniert!

Holgers großer Traum sind die Paralympics 2020 in Tokio. Für die Qualifikation muss er bereits im Vorfeld verschiedene internationale Turniere bestreiten. Zu den bestehenden Kosten für die Ausrüstung kommen also weitere und teilweise hohe Reisekosten hinzu. Einen Großteil der benötigten Gelder übernehmen bereits sein Sponsor airkom aus Wildau sowie private, gemeinnützige und politische Förderer. In der Summe reicht das Geld jedoch nicht aus, um den Lebenstraum des Fechters zu verwirklichen. Mithilfe des Crowdfunding-Projekts auf fairplaid.org ist es gelungen die fehlenden Gelder für die Wettkampfreisen zusammenzutragen. Hier kannst du dir nochmal die Projekt-Seite anschauen: fairplaid.org/mission-paralympics

Fazit

Das Crowdfunding als neue Säule der Sportförderung kann demnach als große Errungenschaft gesehen werden. Egal ob Neueinsteiger, Freizeitsportler oder Leistungssportler, das gesamtgesellschaftliche Ziel muss es sein, allen Menschen den Zugang zum Sport zu ermöglichen. Finanzielle Aspekte dürfen hierbei kein Ausschlusskriterium darstellen.

 


 

Quellen

[1] https://de.statista.com/themen/261/behinderung/

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/215960/umfrage/mitgliederzahl-des-deutschen-behindertensportverbandes/

[3] https://tokyo2020.org/en/games/sport/paralympic/

[4] https://www.dbs-npc.de/leistungssport-athletenfoerderung.html


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.