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TuS Neuhofen: Ohne Social Media zum Erfolg

Max Martens | 15. Juni 2020

Dank erfolgreichem Sportcrowdfunding zukünftig in der 2. Bundesliga unterwegs: die 1. Mannschaft der TuS Neuhofen.

Die Anfrage kam unerwartet. Doch durch Abmeldungen von Teams aus der 1. Bundesliga, ergab sich für die 1. Badminton-Mannschaft der TuS Neuhofens die Möglichkeit, in die 2. Bundesliga nachzurücken. Eine historische Chance, denn zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielt das Team in der Bundesliga.

Je höher die Spielklasse, desto höher sind allerdings auch die Ausgaben und Kosten. “Die Anschaffung von Spielfeldmatten, Saisongebühren, steigenden Schiedsrichter-, Fahrt- und Übernachtungskosten gehen in den zweistelligen Tausenderbetrag”, schreibt das Team auf ihrer Website. Einen Teil konnte man bereits selber finanzieren, doch es fehlte noch immer ein großer Betrag, um alle Kosten zu decken. Deshalb startete die TuS Neuhofen, genau wie ihre zukünftigen Gegner der TuS Schwanheim, eine Sportcrowdfunding-Kampagne auf unserer Partner-Plattform Toyota-Crowd. Die “Mission 2. Bundesliga” wurde gestartet!

Projektverlauf

Die Zielsumme wurde auf 6.666€ festgesetzt. Der Prämienshop war mit vielen persönlichen Fitnessprämien bestückt. Man konnte das gesamte Team zu Squats und Liegestütze verpflichten. Auch einzelne Teammitglieder boten sich an, für eine kleine Spende diverse Fitnessübungen durchzuführen.

Außerdem gab es diverse Werbe- und Sponsoringpakete. Für nur 20€ konnte man für einen Spieltag die Namensrechte an einem der Spielfelder erwerben oder für 50€ als Sponsor des gesamten Tages auftreten. Sehr beliebt war die Prämie “Dein Song auf unserer Playlist”. Sie war am Ende restlos ausverkauft. Die Spielerinnen und Spieler der TuS Neuhofen dürfen sich also in Zukunft auf gute Unterhaltung freuen.

Erfolg durch Mundpropaganda

Den Großteil der Unterstützungen akquirierte die TuS Neuhofen über Werbung abseits von Social Media. Erst mit dem möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga eröffnete das Team einen Instagram-Account und wurde vermehrt auf Facebook aktiv. Deshalb konnte auf diesem Weg keine wirksame Reichweite erlangt werden.

Stattdessen setzte man voll auf Mundpropaganda. Alle aus dem Team erzählten in ihrem Bekanntenkreis von dem Sportcrowdfunding-Projekt, schrieben Freunde auf WhatsApp an oder setzten den Link zur Spendenseite direkt in ihren Status. Für den selbsternannten Dorfverein (Die Rheinpfalz) war dies das Mittel zum Erfolg. Die Resonanz war durchweg positiv. So spendeten zum Beispiel gesamte Arbeitsabteilungen von Bekannten oder die Freunde von den Eltern der Spielerinnen und Spieler. Das Wort wurde weiter- und weitergetragen und die Spendensumme stieg stetig an.

Bereits eineinhalb Wochen vor der Deadline erreichte die TuS Neuhofen ihr erklärtes Ziel. “Anfangs war ich kritisch, ob überhaupt genügend Leute spenden würden”, gesteht Timo Kettner, bei dem alle Fäden zusammenliefen. “Und am Ende war ich schon fast beschämt, wie viel zusammengekommen ist!” Denn nach Ablauf der Projektzeit hatten über 200 Unterstützer 7.681€ gespendet. Der Toyota-Fördertopf verhalf dem Projekt des Badminton-Teams mit 2.900€ und trug einen wichtigen Teil zum Erfolg bei.

Damit nicht genug. Das Wort des Crowdfundings schwirrt noch immer durch den rheinland-pfälzischen Raum und die TuS Neuhofen erreichen weiterhin Anfragen wo und wie man noch spenden könne. Mit so viel Rückhalt lässt es sich sicherlich leichter in eine historische neue Saison starten.

Learnings:

  • Verkünde die Botschaft in deinem Freundes- und Bekanntenkreis und bitte sie, dies ebenfalls zu tun.
  • Social Media ist nicht alles. Persönliche Kontakte können viel wertvoller sein.
  • Lass dich von anfänglichen Zweifeln nicht bremsen. Deine Crowd ist größer als du denkst!

Autor: Max Martens

Max Martens ist Mitbegründer des Magazin des unpopulären Sports. Max schreibt als Redakteur für das fairplaid-Magazin über erfolgreiche Sportcrowdfunding-Aktionen und nimmt auch die unbekannten Sportarten in seine redaktionelle Arbeit bei fairplaid mit auf. In seinem Leben hat er schon viele Sportarten ausprobiert. Keine hat ihn wirklich lange gefesselt. Aber dann lernte er Quidditch kennen und ist diesem Sport sofort verfallen. Seit 2016 spielt er bei den SCC Berlin Bluecaps.


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