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TuS Ferndorf: 58.000€ für die zweite Liga

Max Martens | 3. Juni 2020

Freude pur beim TuS Ferndorf über das erfolgreiche Sportcrowdfunding-Projekt.

Die Corona-Pandemie sorgte für den Ausfall der letzten fünf Saisonheimspiele des TuS Ferndorf. Knapp 130.000€ an Einnahmen fehlten deshalb in der Kasse.

Ein Spiel vor eigenem Publikum ist nicht nur wegen der lautstarken Unterstützung der Fans toll, sondern trägt auch maßgeblich zur finanziellen Sicherheit eines Vereins bei. Den Handballern aus Ferndorf brach diese Stütze aus Ticketing, Catering und Merchandising weg. Um das Loch in der Kasse teilweise zu stopfen, startete der Verein aus Nordrhein-Westfalen eine Sportcrowdfunding-Kampagne. Als Motto wurde “Weiter 2. Liga!” ausgerufen. Innerhalb von vier Wochen sollten 50.000€ gesammelt werden.

Projektverlauf

Schon im Vorfeld des Projektes berichteten lokale Plattformen und Zeitungen wie WirSiegen.de und die Siegener Zeitung über das Vorhaben des TuS Ferndorf. “Bei unserem Crowdfunding-Projekt setzen wir auf die TuS-Familie, denn nur gemeinsam können wir es schaffen!”, schreibt Geschäftsführer und Projekstarter Dirk Stenger auf der Projektseite.

Nur einen Tag vor dem Kampagnenstart erklärte die Deutsche Handballbundesliga die Saison für beendet. Der TuS Ferndorf schloss die Spielzeit auf dem neunten Platz ab. Doch es konnte auch etwas positives aus dem erzwungenen Stillstand abgeleitet werden. Der geplante Ausbau der Sporthalle Stählerwiese konnte in Angriff genommen werden. Die Heimarena des TuS Ferndorf soll zukünftig mehr Zuschauern Platz bieten. Der Abriss der Betonwand wurde zugleich in das Sportcrowdfunding-Projekt eingebunden. Fans konnten sich einen originalen “Mauerstein” der geliebten Stählerwiese ergattern.

Riesiger Prämienshop sorgt für große Abwechslung

Mit über 130 Angeboten hatte der Prämienshop einiges zu bieten. Von Fanartikeln über Gutscheine, von einem Grillfest mit der Mannschaft über einen Golf-Schnupperkurs bis zu einer Erlebnistour auf dem Siegerlandflughafen war für jede*n etwas dabei. Außerdem konnten einige Sponsoringpakete erworben werden. Auch die Spieler stellten sich für zahlreiche Events zur Verfügung. So gab es zum Beispiel ein gemeinsames Fifa- oder Minigolf-Turnier mit drei Spielern des TuS Ferndorf. Eine Prämie, die sicherlich jedes Fan-Herz höher schlagen lässt, war das Angebot, den eigenen Namen in das Trikot der kommenden Saison einarbeiten zu lassen. “Mit dieser Möglichkeit seid ihr noch näher an der Mannschaft und immer dabei!”.

Als feste sportliche Größe in Südwestfalen konnte der Verein auf Unterstützung seiner Partner und Sponsoren, aber auch von Sportlern aus anderen Disziplinen bauen. Die Skeleton-Fahrerin Jacqueline Lölling spendete originale Trikots für die Kampagne des TuS Ferndorf. So schnell wie sie den Eiskanal hinunterbrettert, ging es mit der gespendeten Summe allerdings nicht nach oben. Dennoch wuchs die Zahl stetig, sodass drei Tage vor der Deadline das Erreichen der 50.000€ freudig verkündet werden konnte. “Ihr seid der Hammer! Wir haben unser Ziel dank Euch schon heute erreicht. Aber natürlich machen wir weiter, denn jeder Euro zählt”, hieß es dazu auf dem Instagram-Account des TuS Ferndorf.

 

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Über 500 Unterstützer/innen beteiligten sich

Über den gesamten Kampagnenverlauf hinweg veröffentlichte der Verein auf seinen Social Media-Kanälen schick aufbereitete Grafiken, um bestehende und neu hinzugefügte Prämien zu bewerben. Die Mühen haben sich gelohnt. Am Ende sammelte der TuS Ferndorf 58.385€ und profitierte dabei auch von den Fördertöpfen von fairplaid und Toyota. Diese steuerten 590€ bzw. 1820€ zum erfolgreichen Abschluss bei. Der Großteil des Danks geht aber natürlich an die über 500 Unterstützerinnen und Unterstützer, die den Verein unterstützten.

Mit ihnen würde man fast die Heimarena Stählerwiese voll bekommen. Noch. Denn nach dem aktuellen Umbau kann die TuS Ferndorf mit noch mehr Fans den Start in die nächste Saison feiern. Mit neuem Stadion, neuen Trikots und neuem Elan.

Was du vom Projekt vom TuS Ferndorf für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

  • Ein abwechslungsreicher Prämienshop erhöht die Chancen auf eine Unterstützung
  • Besondere Fan-Erlebnisse mit Spielern und einzigartige Prämien, die nicht im normalen Fan-Shop zu erwerben sind, haben einen hohen Stellenwert bei den Unterstützern und sind daher immer schnell vergriffen
  • Die Einbindung der lokalen Presse in die Kommunikation sorgt für stetige Berichterstattung und somit dauerhaft erhöhter Aufmerksamkeit

Autor: Max Martens

Max Martens ist Mitbegründer des Magazin des unpopulären Sports. Max schreibt als Redakteur für das fairplaid-Magazin über erfolgreiche Sportcrowdfunding-Aktionen und nimmt auch die unbekannten Sportarten in seine redaktionelle Arbeit bei fairplaid mit auf. In seinem Leben hat er schon viele Sportarten ausprobiert. Keine hat ihn wirklich lange gefesselt. Aber dann lernte er Quidditch kennen und ist diesem Sport sofort verfallen. Seit 2016 spielt er bei den SCC Berlin Bluecaps.


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