Zurück zur Startseite

TuS 1872 Schwanheim: Mit Crowdfunding-Rückenwind in die 2. Bundesliga

Max Martens | 12. Mai 2020

Die Spielerinnen und Spieler des TuS Schwanheimkönnen der Zukunft sicher ins Auge schauen.

Um die hohen Auflagen für die 2. Bundesliga des Deutschen Badminton Verbandes erfüllen zu können, benötigte der TuS 1872 Schwanheim e.V. 10.000€.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gewann die 1. Badminton-Mannschaft aus Schwanheim den Titel in der Regionalliga Mitte. Damit stiegen sie auch zum ersten Mal in die 2. Badminton-Bundesliga auf. Doch nach der Freude, kam ein gehöriger Stimmungsdämpfer. Für die nötige Lizenz brauchte der Verein größere finanzielle Mittel. Alleine die Meldegebühr für die Liga beträgt 2.000€. Außerdem muss der Verein den Vorgaben nach Spielfeldmatten und Technik für den Spielbetrieb anschaffen. Etwa 10.000€ muss der Club generieren, errechnete der Vorsitzende Bernd Georg. Die Hälfte davon sollte per Sportcrowdfunding-Kampagne auf unserer Schwesterplattform Toyota-Crowd gesammelt werden.

Projektverlauf

Was nach dem Start der Kampagne passierte, übertraf alle Erwartungen. “Es gab einige Bedenken, ob wir das Ziel von 5.000€ erreichen würden, doch unsere Unterstützer haben uns schnell gezeigt, dass jegliche Bedenken völlig unbegründet waren. Unser Social-Media-Team kam gar nicht mit dem Posten des Zwischenstandes hinterher, so schnell wurden Meilensteine auf dem Weg zum Spendenziel gebrochen.”, schwärmte Projektstarter und Mannschaftsführer Sven Kamburg. Bereits vier Tage nach Beginn war die erhoffte Summe erreicht und es fehlten noch zwölf weitere Tage. „Das hat alle Beteiligten überrascht”, sagt auch der Vorsitzende Georg in der Frankfurter Rundschau.

Statt sich auf dem erreichten Ziel auszuruhen, kurbelten die Schwanheimer*innen die Kampagne weiter an. Schließlich war bzw. ist jeder weitere gespendete Euro wertvoll. Mit den 5.000€ wollte der Verein die eingangs genannten Ausgaben decken. Dazu kommen aber noch die Kosten für weitere Auswärtsfahrten und damit einhergehende Übernachtungen sowie Equipment für den Trainingsbetrieb. Das zusätzliche Geld fließe auch in die Jugendarbeit und in Trainerausbildungen bzw. -weiterbildungen ein, schrieb der TuS Schwanheim auf Facebook. Als Dankeschön für das schnelle Erreichen der Zielsumme, reduzierten die Schwanheimer einige Prämien.

Bei 68% Überfinanzierung sind 1000 Liegestütze eine leichte Übung

Das war ein weiterer Ansporn für die Unterstützer*innen des TuS Schwanheim.  Die gesammelte Summe schoss in die Höhe. Dabei wurden Werbeflächen auf dem Trikot und den Spielfeldbanden verkauft. Glückliche Supporter ergatterten einen Grill-Abend mit dem Team oder ein Match gegen eine*n Spieler*in aus der Mannschaft. Außerdem ausverkauft war die 100 Liegestütz-Prämie. Die Spielerinnen und Spieler verpflichteten sich so zu insgesamt 1000 Liegestütze! Die Umsetzung ließ nicht lange auf sich warten. Als Beweis postete der Verein ein Video auf Facebook.

Letztendlich wurden die 5.000€ um sagenhafte 68% überboten und es kamen 8.420€ zusammen. Unter anderem durch die Toyota- und fairplaid-Fördertöpfe, die mit 1.560€ bzw 660€ zum Erfolg beitrugen. “Mit so einem Ergebnis hätten wir niemals gerechnet!”, schreibt der TuS Schwanheim auf seiner Facebookseite. “Vielen vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben. Ihr seid der Wahnsinn!”

Damit ist nach der sportlichen Qualifikation auch die finanzielle Qualifikation erreicht. Jetzt muss nur noch bis zum Start der neuen Saison im Herbst der Spielbetrieb wieder freigeben werden.

Was du vom Projekt des TuS 1872 Schwanheim e.V. für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

  • Das Team per Prämie zum Sport zu verpflichten ist ein guter und aktiver Weg, um Spenden zu sammeln.
  • Die Kampagne endet erst am letzten Tag und keine Sekunde früher. Wenn die Zielsumme davor schon erreicht wurde, lohnt es sich weiterhin Werbung für das Projekt zu machen, um weitere Unterstützung zu erhalten.
  • Regelmäßige Social Media-Posts halten die Fans auf dem Laufenden und regen zum Spenden an.

Autor: Max Martens

Max Martens ist Mitbegründer des Magazin des unpopulären Sports. Max schreibt als Redakteur für das fairplaid-Magazin über erfolgreiche Sportcrowdfunding-Aktionen und nimmt auch die unbekannten Sportarten in seine redaktionelle Arbeit bei fairplaid mit auf. In seinem Leben hat er schon viele Sportarten ausprobiert. Keine hat ihn wirklich lange gefesselt. Aber dann lernte er Quidditch kennen und ist diesem Sport sofort verfallen. Seit 2016 spielt er bei den SCC Berlin Bluecaps.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.