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Stand Up For Those Who Can’t – 1111km stehend auf dem Wasser

Frederic Höse | 19. August 2020

Stand Up For Those Who Can’t – 1111km stehend auf dem Wasser

Für viele Menschen ist es Normalität, sich ohne jegliche Einschränkung bewegen zu können. Andere wissen, es handelt sich um ein Privileg. Genau auf dieses Thema macht nun der 26-Jährige Sportstudent Marc-Kevin Scholz mit seinem Stand-Up-Paddle (SUP) in beeindruckender Weise aufmerksam.

Was ist überhaupt Stand-Up-Paddling?

Stand-Up-Paddling, auch Stehpaddeln genannt, ist eine Wassersportart, auf der ein/e Sportler/in aufrecht auf einem überdimensionalen Surfbrett steht und sich mit einem Stechpaddel fortbewegt. Zum Ursprung der Sportart gibt es verschiedene Theorien: Von einer Erfindung der polynesischen Fischer vor Tahiti, zu den asiatischen Ein-Mann-Bambusflößen bis hin zu den hawaiianischen Surflehrern. Sie alle haben eines jedoch gemeinsam: Sie standen alle auf einem Brett bzw. kleinen Boot und nutzten ein Stechpaddel zur Fortbewegung. SUP gehört aktuell zu den am schnellsten wachsenden Trendsportarten weltweit. Es bietet nicht nur ein erstaunliches und effektives Ganzkörper-Workout, es ist auch eine Sportart für Jedermann/frau, wobei Alter, Größe und Gewicht keine Rolle spielen.

Wie eine Verletzung unscheinbare Privilegien offenbarte

Der 26-jährige Marc-Kevin Scholz absolvierte ein Sportmanagement- und Kommunikation Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln. Schon als Kind, doch auch während des Studiums reizte Ihn insbesondere Wassersport, weshalb er sich unter anderem auch dem SUP widmete. Aufgrund einer Schulterverletzung im Sommer 2018 mit resultierender Operation, realisierte Marc-Kevin verstärkt, welches Gut die Gesundheit und Beweglichkeit darstellt. Während er glücklicherweise „nur“ temporär körperlich eingeschränkt war, teilen nicht alle  Menschen dieses Privileg permanent mit ihm.

Um einen Beitrag zur Heilung von Querschnittslähmung zu leisten, entschloss sich Marc-Kevin ein Sportcrowdfunding Projekt auf fairplaid.org zu starten. Gemäß des Mottos „Stand Up For Those Who Can’t“ sei es das Ziel für die Leute zu paddeln, die es nicht können. In diesem konkreten Fall hieß es mit dem SUP schnellstmöglich den Rhein ab Kilometer Null bis zur Nordsee zu paddeln und dabei Spenden für den guten Zweck zu sammeln. Rund 1111km – Beginn in Konstanz, durch die Schweiz, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Der Großteil des Crowdfunding-Ziels von 2.222€ sollte dabei an die gemeinnützige, staatlich anerkannte Rückenmarksforschung Wings for Life gehen. Lediglich ein kleiner Teil von knapp 14% sollte für Reise-, Material- und Verpflegungskosten aufgewendet werden.

Vor Beginn der Reise setzte sich Marc-Kevin das Ziel, die Tour in 21 Tagen zu schaffen. 1111km, das entspricht im Durchschnitt circa 53km pro Tag. Dabei sollte der Verlauf des Projekts täglich auf Instagram dokumentiert werden.

Die Strategie klingt simpel in der Theorie: Laut wissenschaftlichen Studien ist es am effektivsten, pro Tag zwei Etappen in einem gleichmäßigem Tempo mit mehreren kleinen Ruhepausen zu paddeln. Auch während des Projektes war es das Ziel, so autark wie möglich zu leben. Das heißt, keine Hotels, ausgiebige Frühstücksbuffets oder Ähnliches, sondern Zelten am Rand des Flusses mit möglichst Landkontakt.

Projektverlauf

Gut eine Woche vor dem Start der Kampagne drehte Marc-Kevin besonders auf den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram ordentlich an der Werbetrommel. Mit Countdown im Stile eines Raketenstarts wurden täglich Pläne, Strategien und alles Wissenswerte geteilt. T-7, noch 1 Woche bis zum Start. T-2, „[…] die Unterstützung, welche ich von meiner Familie und meinen Freunden bekommen habe ist unfassbar“.

Am Tag des Projektstarts in Konstanz ging es dann turbulent los. Die Spendensumme schnellte bereits um knapp 20% nach oben. Täglich wurden alle Menschen, Familie, Freunde, Unterstützer/innen und Fans über die sozialen Netzwerke über den Tag sowie den aktuellen Status informiert. Von Anfang an konnte sich Marc-Kevin auf seine Unterstützer/innen und Fans verlassen, die kräftig für diesen guten Zweck und die herausragende Leistung spendeten. Nach bereits 9 von 30 Tagen war das Spendenziel von 2.222€ erreicht, doch damit war das Sportcrowdfunding-Projekt noch längst nicht beendet.

Marc-Kevins Prämienshop bot dabei mit vielfältigen sowie sportlichen Aktivitäten auch nach Erreichen der 100%-Hürde den Anreiz, weiter für den guten Zweck zu spenden. Neben einem SUP-Schnupperkurs oder auch einer SUP-Tour mit Marc-Kevin, wurde ein Gemälde, sowie verschiedene Shirts und Taschen verlost. 

Nach den zuvor von Ihm eingeplanten 21 Tagen hatte Marc-Kevin es auch in dieser Zeit ins Ziel an der Nordsee in den Niederlanden geschafft. Schlussendlich war nicht nur seine Reise von 1111km auf dem Rhein ein voller Erfolg, auch seine Sportcrowdfunding-Aktion auf fairplaid.org wurde mit stolzen 4.523€ (204%) und 113 einzelnen Unterstützern erfolgreich finanziert. 

Wie Marc-Kevin die Reise selbst erlebt hat, erklärte er auch auf unserem Instagram Takeover, zusammengeschnitten auf Youtube.

Was Du vom Projekt von Marc-Kevin Scholz für Deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst

  •  Auch als Einzelperson kannst Du ein Projekt erfolgreich bestreiten
  •  Gute Vorbereitung ist das A und O. Verbreite tägliche Posts auf den sozialen Netzwerken über den aktuellen Status (vor und während der Kampagne!)
  •  Sprich offen und transparent über die Nutzung der Gelder! Das schafft Vertrauen

Autor: Frederic Höse

"Sport has the power to change the world" (Mandela, 2000). Frederic Höse, passionierter Sportfanatiker und redaktioneller Schreiber für das Fairplaid Magazin. Interessiert an allen Sportarten, sieht man ihn persönlich eher beim Laufen, Schwimmen, Beachvolleyball und im Motorsport.


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