Sportpourri #04 – Quidditch für’s Leben

Geschrieben von Max Martens

7. Juli 2020

Fliegt ihr da wirklich? Wie funktioniert das mit dem Schnatz? Das sind die zwei Fragen, die ein/e Quidditch-Spieler/in am häufigsten hört.

Sehr oft wird man belächelt und nicht ernst genommen. Am Anfang war es schwierig mit solchen Reaktionen umzugehen, aber je mehr ich Teil der Quidditch-Community wurde, desto doller prallte es von mir ab. Denn nur wer Quidditch wirklich mal gespielt hat, kann wirklich beurteilen, was den Sport ausmacht. Deswegen forderte ich alle, die mich anfangs verspotteten, dazu auf, einmal zu unserem Training zu kommen. Kaum jemand stellte sich der Herausforderung.

Dieses Einstehen für die eigene Leidenschaft, was man mit dem gesamten Rest der Quidditch-Community teilt, stärkte mich als Person. Meine Rolle im Team, anfangs war ich Coach, danach Captain, förderte mein Selbstbewusstsein. Dass ich sogar drei Jahre in Folge für das Nationalteam antreten durfte, trug auch einen erheblichen Teil dazu bei. Doch was mich durch meine Quidditch-Karriere, wenn man es so nennen kann, am meisten bereichert hat, sind die Menschen, mit denen ich die Möglichkeit hatte in einem Team zu spielen. Allen voran natürlich mein Heimteam, die SCC Berlin Bluecaps. Der feste Kern dieses Teams besteht nun seit mehr als vier Jahren und wir haben uns gemeinsam in diesem Sport und durch diesen Sport entwickelt.

Max Martens bei der Quidditch-Europameisterschaft 2019 in Bamberg.

Weil Quidditch gemischtgeschlechtlich gespielt wird und für alle Gender dieser Welt offen ist, liegt der Community eine Toleranz zu Grunde, die jedes Turnier zu einem großen Familienfest werden lassen. Im engen Austausch mit den anderen Gendern weitet sich der eigene Horizont und man lernt viel über sich und die Gesellschaft. Längst sind aus Mitspielerinnen und Mitspielern enge Freunde geworden, die ich nicht mehr missen möchte. Viele Stunden, Tage, Wochenenden haben wir zusammen verbracht und haben inzwischen viele Geschichten zu erzählen.

Das ist es, was einen tollen Sport für mich ausmacht. Dass die Gemeinschaft der Spielenden über dem Sport an sich steht. Man kämpft hart auf dem Platz und umarmt sich danach. Die treuesten Fans sind die gegnerischen Teams und das tollste am Turnierwochenende sind die Menschen, die es füllen. Wenn du jetzt aber noch wissen willst, ob wir wirklich fliegen und wie das mit dem Schnatz funktioniert, dann komm am besten mal zum Training!

Oder schau beim Magazin des unpopulären Sports vorbei. Dort ist Quidditch die Sportart des Monats Juli. Hier kannst du die aktuelle Podcast-Folge dazu hören.

Foto: Max Martens erzielt 10 Punkte bei der Quidditch-Europameisterschaft 2019 in Bamberg im Gruppenspiel gegen Österreich. © Juliane Schillinger

Sportpourri #03 – Von erfolgreichen Schnapsideen

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