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Sportpourri #01 – Mein Weg in die Unpopularität

Max Martens | 19. Mai 2020

Es gibt unzählige Sportarten. Unmöglich sie alle in einen Topf zu packen.

Es gab diesen einen Moment. Wann der genau war, weiß ich nicht mehr. Aber ich saß vor dem Fernseher und schaute Fußball. Doch nichts daran reizte mich mehr.

Es kamen keine wirklichen Emotionen auf. Während der Fußball-WM 2002 stürmte ich noch jeden Tag nach der Schule eilig nach Hause, um auf keinen Fall den Anpfiff zu verpassen. Jetzt sah ich einfach 22 Männer, die einen Ball über den Rasen schoben.

Vielleicht war es zu der Zeit, als ich anfing American Football zu spielen. Ich verfolgte die National Football League (NFL) aus den USA so intensiv, dass kaum noch Platz für Fußball blieb. Dabei merkte ich, wie nah bei dem amerikanischen Nationalsport Freud und Leid liegen. Jeder Spielzug kann zu Punkten führen. Für beide Teams. Da sind extreme Emotionen vorprogrammiert! Das hat mich gepackt und begeistert. Nur selber zu spielen lag mir nicht so. Mit der gewollt harten Gewalt, die einige meiner Mitspieler auf den Platz brachten, kam ich nicht zurecht. Nach eineinhalb Jahren war ich wieder nur NFL-Fan. Ein neuer Sport musste her.

Quidditch begeisterte sofort

Quidditch kam genau zur richtigen Zeit. Am meisten gefiel mir der Aspekt, dass der Sport gemischt-geschlechtlich gespielt werden MUSS. So schreibt es das Regelwerk vor. Dass der Sport Elemente aus verschiedenen Sportarten vereint (Rugby, Dodgeball, Handball, Basketball), faszinierte mich ebenso. Und ganz wichtig: auch Quidditch hält viele Emotionen bereit! Das Spielelement des Schnatzes birgt eine ungeahnte Spannung. So haben leicht unterlegenen Teams eine Möglichkeit, das Spiel trotzdem für sich zu entscheiden.  Das kann den ganzen Spielverlauf komplett auf den Kopf stellen. Dazu kommt, dass die Community so herzlich miteinander umgeht, dass jedes Turnier zu einem großen Familienfest wird. Quidditch hat mich gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen.

In den letzten Jahren erweiterte sich mein unpopulärer Horizont immens. Immer wieder erfuhr ich von Sportarten, die ein Nischendasein führen. Jugger, Einradhockey oder Roundnet sind nur drei Beispiele der unendlichen Fülle. Solche Sportarten machen den Mix erst richtig interessant.

Von diesem Sportartenmix soll diese Kolumne handeln und Einblicke in so manch unbekannte Welten geben. Von jetzt an soll es das “Sportpourri” alle zwei Wochen geben. Ich hoffe, in dir eine*n neue*n Leser*in gefunden zu haben. Für Feedback, Kommentare und Anregungen bin ich immer offen.

Wie Deutschland zu einer der größten Quidditchnationen weltweit wurde

Autor: Max Martens

Max Martens ist Mitbegründer des Magazin des unpopulären Sports. Max schreibt als Redakteur für das fairplaid-Magazin über erfolgreiche Sportcrowdfunding-Aktionen und nimmt auch die unbekannten Sportarten in seine redaktionelle Arbeit bei fairplaid mit auf. In seinem Leben hat er schon viele Sportarten ausprobiert. Keine hat ihn wirklich lange gefesselt. Aber dann lernte er Quidditch kennen und ist diesem Sport sofort verfallen. Seit 2016 spielt er bei den SCC Berlin Bluecaps.


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