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Leidenschaft, Engagement und die sozialen Medien: Wie die Rugby Ruckoons es schafften über 150 % der Zielsumme zu erreichen

Anja Balleer | 9. November 2018

«Unser Weg in die Bundesliga» -unter diesem Titel stand die groß angelegte Crowdfunding-Aktion der Rugby Ruckoons. Projektstarterin Jana Böttcher berichtet, wie das Team es schaffte schon nach 48 Stunden die Zielsumme und am Ende sogar 150 % zu erreichen:

Alles fing mit dem Rugbyforum im Januar 2018 in Hannover an. Dort war ich eigentlich in der Funktion als Vorsitzende des Rugby Vereins aus Dortmund hingefahren. Vor Ort war auch das Team von fairplaid und stellte dort die Sport-Crowdfunding Plattform fairplaid.org vor. Vorher hatte mich das Thema nicht besonders interessiert, doch bei dem Vortrag merkte ich schnell, dass es eigentlich genau das richtige ist, um genug finanzielle Unterstützung für mein Projekt zu erhalten.

Mein Team und mein Sport

Wir sind eigentlich eine bunt gemischte 15er Frauen Rugbyspielgemeinschaft, die sich zusammengeschlossen hat, um ein weiteres Team in der Bundesliga zu stellen.

15er Rugby – die am weitesten verbreitete Rugby-Art der Welt.
Im Frauenbereich in Deutschland jedoch noch in den Kinderschuhen. Aktuell gab es nur fünf Teams, die sich in der Bundesliga messen konnten (in der olympischen 7er Variante sind es aktuell über 50).

Doch wir hatten das Ziel fest vor Augen, trainierten seit Monaten und wollten nun endlich den großen Schritt wagen. Doch wie sollten wir das alles finanzieren? Weite Fahrten nach Hamburg, Heidelberg, Köln und Frankfurt, Schiedsrichterkosten, Physiokosten und vieles mehr mussten wir abdecken.

Unser Projekt

Als ich mein Projekt in Hannover vorstellte, fing ich ganz klein an und sagte ich würde 2.000,00 € als Zielsumme setzen. Schon damals sagte man mir, dass ich es mit viel Engagement und der Reichweite auf 10.000,00 € schaffen würde. Unvorstellbar – und nun haben wir es doch geschafft.

Aber wie schafft man es über 200 Unterstützer und eine Überfinanzierung mit einer doch eher unsicheren Zukunft in einer Randsportart zu erreichen?

Mit Herz – denn nichts lag jeder einzelnen Spielerin mehr am Herzen, als endlich den Schritt in die Bundesliga zu wagen. Emotionale Bilder wurden für die Crowdfunding ausgewählt. Wir wollten den Leuten zeigen, wer wir sind und was für ein Spaß wir an unserem Sport haben. Welcher Sport es ist, spielt dabei keine Rolle. Du musst aber rüberbringen, dass du für das Projekt und den Sport lebst.

Auch hatten wir ein kleines Image-Video gedreht, ich bekomme jetzt noch Gänsehaut wenn ich mir das Video anschaue und genau das ist es. Zieh die Leute in deinen Bann, schreibe alle wirklich persönlich an und begründe wieso dir das Projekt so sehr am Herzen liegt. Denn nur dann unterstützt man ein Projekt.

Die Unterstützer

Die meisten Unterstützer kennen uns persönlich und haben natürlich eine Verbindung zu uns aber was mich am meisten beeindruckt hat, waren die Unterstützer mit denen man nicht rechnet. Es sind Menschen, die nicht aus der Nähe kommen oder uns vielleicht noch nie persönlich getroffen haben, die aber auch einen Teil dazu beitragen wollen unseren Traum zu erfüllen. Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass auch Spielerinnen der anderen Teams aus der Bundesliga uns unterstützt haben. Das ist es, was es speziell beim Rugby ausmacht. Wir sind eine große Familie. Dies hat zum Erfolg beigetragen.

Unsere Prämien

Auch wollten wir den Leuten etwas bieten. Nur einen Gutschein oder vorgefertigte Prämien kamen für uns nicht in Frage. Hier sollten man sich wirklich Gedanken machen. Es geht nicht um die Masse der Prämien, aber es sollten persönliche Dinge sein.

Bei uns lief es vor allem mit den Supporter-Shirts am besten. Natürlich geht ein Teil der Spende für die Produktion drauf und man muss den Betrag hoch genug setzen, um genug Gewinn zu machen. Doch es ist schön zu sehen, wie viele nun mit den Shirts uns bei Spielen supporten.

Kostengünstig und trotzdem persönlich sind eigene Sticker. Hier sind die Produktionskosten sehr gering und der Gewinn somit umso höher. Doch auch die persönlichen Videobotschaften waren schnell „ausverkauft“.

Besondere Highlights erreichten wir mit den Prämien, die wir erst während der Laufzeit veröffentlichen. Wir hatten hier das Glück z.B. Bälle oder Trikots von der Nationalmannschaft und internationalen Teams bzw. Spielern zu bekommen. Hier sollte man seine Beziehungen spielen lassen und vorher im Team fragen, wer eventuell Verbindungen so Profiteams und/oder Profisportlern hat.

Ansonsten heißt es posten, posten, posten.

Denkt euch was aus, stellt jeden Tag ein anderes Teammitglied vor, haltet über Facebook und Instagram alle auf den aktuellen Stand.

Transparenz

Doch was mit das Wichtigste ist, macht ganz deutlich wofür ihr das Geld benötigt und was bei einer Überfinanzierung passiert. Wir haben die einzelnen Schritte ganz simpel in einem Diagramm dargestellt. So wussten alle Unterstützer was mit dem Geld geschieht und vor allem, was bei einer Überfinanzierung mit dem Geld gemacht wird.

Die sozialen Medien bieten heutzutage die beste Plattform, um auf eine Crowdfunding aufmerksam zu machen. Das erfahrene Team von fairplaid hilft einem hier, wo man kann. Wir hatten während der ganzen heißen Phase oft persönlichen Kontakt und konnten uns immer an das Team wenden. Das hilft einem sehr viel weiter. Denn ich wusste noch vor einem Jahr nicht wirklich etwas mit dem Begriff Crowdfunding anzufangen und jetzt sitze ich hier und kann anderen Tipps geben.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl sein Ziel zu erreichen und einen in meinen Augen doch großen Traum erfüllt zu bekommen. Doch es steckt  auch viel Arbeit dahinter, dass sollte man sich bewusstmachen. Zudem darf man die Aufgaben nach der Crowdfunding-Aktion nicht vergessen. Prämien übergeben, Nachberichte, dran bleiben heißt es hier. Denn die Unterstützer wollen natürlich auch sehen, ob man die Versprechen umsetzt.

Also traut euch!!

✎ Jana Böttcher

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Credits:

Alle Bilder sind von der fairplaid Projekt-Seite der Rugby Ruckoons oder von der offiziellen Facebook Seite der SG Rugby Ruckoons.

Wenn du dir nochmal die Projekt-Seite anschauen möchtest: fairplaid.org/rugbyruckoons

Und wer noch mehr von den Rubgy Ruckoons auf die Ohren möchte, sollte sich das Interview auf meinsportradio.de  vom 19.07.2018 mit Jana Böttcher anhören!

Autor: Anja Balleer

Anja ist Head of Media Management bei fairplaid und schon seit 2013 im fairplaid-team. Ihr Sport ist der Basketball, und kann daher das Zitat von Michael Jordan sehr gut nachvollziehen: «When I'm old and grey, I won't be able to play it, but I'll still love the game.»


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