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„Crowdfunding bietet einen tollen Ansatz, das…“

Marthe-Victoria Lorenz | 7. April 2014

In unserer Rubrik 3-Fragen-an freuen wir uns riesig, dass Marthe Pascal Roller interviewen durfte! Das hat ihr Basketball-Herz gleich viel höher schlagen lassen 🙂

Zur Person:
Ob an der Seite von Dirk Nowitzki in der Nationalmannschaft oder als Kapitän der Deutsche Bank Skyliners – Pascal Roller hat das Gesicht des deutschen Basketballs geprägt. Zu seinen größten sportlichen Erfolgen zählen der Vize-Europameistertitel 2005, der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2004 und der Pokalsieg im Jahr 2000. Neben dem Parkett unterstützt Pascal Roller zahlreiche soziale Projekte und setzt sich aktiv für die Förderung von Kindern und Jugendlichen ein. (Quelle: https://www.pascal-roller.de/)

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Marthe und Pascal bei der Rollstuhl-Basketball-EM in Frankfurt (06/2013)

Jetzt geht es aber los …

Marthe: Hallo Pascal, Du wurdest zu Deutschlands sympathischstem
Basketballer gewählt, hast mit Dirk Nowitzki in der Nationalmannschaft
gespielt, 2002 Bronze bei der WM, 2005 Silber bei der EM. Wie sieht Dein Leben nach der Sportkarriere aus? Was machst Du momentan?

Pascal: Hallo Marthe! Nach fast 20 Jahren täglichen Trainings wollte ich erst einmal etwas Abstand vom typischen Sportleralltag, sprich jeden Tag in der Halle zu stehen, bekommen. Jedoch war mir auch schnell klar, dass ich vorerst weiter im Sport verankert bleiben wollte. Deshalb hatte ich mich für einen Einstieg bei einer Sportmarketingagentur (Team Feldmann, Frankfurt) entschieden, wo ich die Abläufe des Profisports mal aus einer anderen Perspektive kennenlernen konnte. Nach kurzer Zeit kam mit die Idee, dieses neu dazu gewonnene Netzwerk und mein Know-how dazu zu nutzen, ein Basketball-Projekt in Hamburg zu initiieren. Seit 2012 versuche ich nun mit Partnern dort eine Bundesliga Basketballmannschaft unter dem Namen Hamburg Towers zu implementieren. Parallel dazu arbeite ich noch etwas für Sport1 als Sport-Experte und last but not least werde ich öfter mal als Redner zu Themen wie Team, Motivation oder leadership gebucht. Du siehst, es wird mir nicht unbedingt langweilig.

Marthe: Als junger, talentierter Spieler, wie hast Du es in die
Bundesliga geschafft? Wie wurdest Du unterstützt, was sind Deiner
Meinung nach Faktoren, die Dich vorangebracht und zum Erfolg geführt haben?

Pascal: Über allem standen sicherlich meine Eltern, die mich immer haben wissen lassen, dass sie mich bedingungslos unterstützen. Das hat es mir leicht gemacht, fast alle meine Entscheidungen guten Gewissens selber zu fällen. Außerdem hatte ich einen exzellenten ersten Coach, der mir die Grundtugenden des Sports (Disziplin, Motivation usw.) und die Liebe zum Basketball vermitteln konnte. Dabei kam aber vor allem der Spaß nie zu kurz. Deswegen ist er mir stets leicht gefallen, sehr viel zu investieren und an einem gewissen Punkt hat genau dieses extra-investment sicherlich den Unterschied zu anderen Spielern ausgemacht und es mir ermöglicht, sehr erfolgreich zu spielen.

Marthe: Als wir uns bei der Rollstuhlbasketball-EM getroffen haben
meintest Du, dass Du sogar für euer Hamburg-Projekt schon an
Crowdfunding gedacht hast. Was empfindest Du bei dem Thema als besonders spannend?

Pascal: Aus meiner Sicht ist es bei einem non-profit Business, wie es fast alle Sportclubs/Sportarten in Deutschland eben sind, besonders wichtig ein Involvement des Umfeldes (Kommune, Partner, Fans usw.) hinzubekommen. Damit schafft man meiner Meinung nach am ehesten die Möglichkeit eine Identifikation und Nachhaltigkeit herzustellen. Crowdfunding bietet dazu sicherlich einen tollen Ansatz und speziell bei unserem Projekt in Hamburg könnten wir damit diesem Umfeld eine Gelegenheit bieten, ein Teil unserer Entstehungsgeschichte zu werden – quasi so etwas wie Mit(be)gründer der Towers. Sobald wir eine Lizenz bekommen sollten, werden wir einen solchen Schritt ernsthaft in Erwägung ziehen – den Kontakt zu einer geeigneten Plattform habe ich ja nun schon. 😉
Vielen Dank Pascal, dass Du Dir Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten!

Autor: Marthe-Victoria Lorenz

Marthe ist Gründerin von fairplaid.org und kämpft für mehr Förderung des Breitensports. Sie ist leidenschaftliche Basketballerin und engagiert sich ehrenamtlich in der Basketball-Abteilung von Türkiyemspor Berlin 1978 e.V. als Vorstandsmitglied sowie als Trainerin einer U12-Mädchenmannschaft.


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