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Mit dem Trainer zur Jugend-Weltmeisterschaft im Finswimming!

Lena Klösel | 16. September 2019

Als Teil der Weltspitze im Finswimming haben Johanna Schikora und Luis Büttner bereits zahlreiche Rekorde und Medaillen gesammelt. Für die Jugendweltmeisterschaft in Ägypten starteten die beiden ein Sportcrowdfunding-Projekt, um auch ihrem Vereinstrainer sowie ihrem Physio die Teilnahme zu ermöglichen.

 

Im August sollte es für die beiden Finswimmer aus Berlin nach Sharm el Sheikh auf die Jugendweltmeisterschaft gehen. Kurz zuvor waren Luis und Johanna noch auf der Europameisterschaft in Griechenland. Gerade in ihrem letzten Jugendjahr wollten die beiden 17-Jährigen mit besonders vielen Medaillen und Rekorden nach Hause zurückkehren. Eine große Rolle spielt hierbei der Vereinstrainer, der die Sportler kennt und weiß, wie er sie mental auf den Wettkampf einstimmen muss. Um auch ihrem Trainer sowie ihrem Physio die Teilnahme an der JWM ermöglichen zu können, sammelten die beiden über ihr Sportcrowdfunding-Projekt mit Hilfe von 70 Unterstützerinnen und Unterstützer 5.140€.

Johanna Schikora im Interview

Johanna, du konntest ja während der Jugendweltmeisterschaft viele Medaillen gewinnen, was war dein bester Moment?

Als ich auf dem Podest stand und die Nationalhymne gehört habe.

Warum war es dir wichtig, Geld für deinen Trainer und deinen Physio zu sammeln?

Die Trainer sind eine enorme mentale Unterstützung. Sie kennen einen, sind eine vertraute Person und beruhigen einen am Besten. Ich bin der Meinung, dass der Kopf beim Wettkampf auf jeden Fall das Wichtigste ist. Ich glaube, wir sind alle sehr gut trainiert. Alle haben hart dafür gekämpft. Aber wer es dann mit dem Kopf hinbekommt, die Strecken bei nicht gerade einfachen Bedingungen zu schwimmen, der gewinnt. Es hatte ja 40°C, die Wassertemperatur lag bei 30°C. Da ist der Trainer extrem wichtig für. Und der Physio ist für die körperliche Unterstützung sowie die Regeneration sehr wichtig.

Gibt es andere Länder, in denen deine Sportart mehr gefördert wird?

Auf jeden Fall. Wir in Deutschland sind stark bei den Medaillen und bei Rekorden. Aber von der Förderung her sind wir relativ weit hinten. In Russland z.B. gibt es eine Schule nur für Flossenschwimmer. Das ist ganz schön krass. Wenn die Gold holen oder einen Weltrekord schwimmen, bekommen sie dafür natürlich immer viel Geld. Auch Ungarn und die Ukraine werden im Finswimming sehr gut gefördert.

Wie geht es für dich nun zukünftig weiter?

Ich bin ab dem 1. September 2019 bei der Bundeswehr als Sportsoldatin angestellt. Zuerst geht es zur Grundausbildung nach Hannover, anschließend kann ich mich zwei Jahre lang vollkommen auf meinen Sport konzentrieren.

Verlauf der Sportcrowdfunding-Kampagne

Nachdem Johanna und Luis bereits im Vorjahr über eine andere Crowdfunding-Plattform für einen Wettkampf Gelder gesammelt hatten, informierte sich Hubert Schneider, ein Vater eines anderen Schwimmers aus dem Verein, über Sportcrowdfunding bei fairplaid. Nach seiner Teilnahme am Webinar legte er das Projekt für Johanna und Luis auf fairplaid an.

Bei der Prämienerstellung ließen sich Johanna und Luis von anderen Projekten inspirieren und wurden von ihrem Trainer, der einen eigenen Schwimmshop besitzt, mit unterschiedlichen Prämien wie beispielsweise Badekappen, unterstützt.

Um das Projekt gut zu starten, erstellten Johanna, Luis und Hubert eine Art Kommunikationsplan und definierten im Vorhinein schon unterschiedliche Zielgruppen. So sollten Unterstützer, Multiplikatoren und Unternehmen auf unterschiedliche Art und Weise angesprochen werden. Unterstützer sollten natürlich aus dem Verein, dem näheren Umkreis und Freunden gefunden werden. Außerdem wurde auch in lokale Facebookgruppen gepostet sowie Flyer mit dem Projektlink zum Abreißen in Marzahn/ Hellersdorf aufgehängt.

Im Vorfeld begann die TC fez Fanpage auf Facebook damit, einen 10 tägigen Countdown vor Projektstart laufen zu lassen. Hierbei sollte auf das Projekt aufmerksam gemacht werden und vor allem die Mitglieder des Vereins dazu motiviert werden, direkt zu Beginn zu unterstützen. Der Start der Kampagne wurde dann fleißig geteilt, geliked und kommentiert, sodass noch mehr Freunde und Bekannte von dem Projekt mitbekamen.

Johanna kontaktierte verschiedene Multiplikatoren aus Presse und Radio und bekam dadurch mehrere Online-Artikel in der Berliner Woche, einen Beitrag in der Printausgabe der Berliner Zeitung sowie zwei Beiträge im Radio RBB 88.8 und radioeins. Gerade der Kontakt zu diesen Medien konnte die Reichweite des Projektes nochmals vergrößern und bot den Projektstartern neue Anlässe, auf Social Media von ihrem Projekt zu berichten.

Gegen Ende wurde dann auf Social Media und persönlich ein Endspurt eingeläutet. Dadurch konnte die noch fehlende Summe deutlich überboten werden und das Projekt mit ganzen 108% abgeschlossen werden.

Was du vom Finswimming Team lernen kannst:

  • Nutze Wettkämpfe, Turniere oder andere Events für den Start und das Ende deiner Kampagne. Hier hast du die Möglichkeit, dein Projekt in einem bestimmten Kontext zu kommunizieren.
  • Überlege dir auch nicht offensichtliche Kommunikationsmöglichkeiten. Können dich auch dir unbekannte Menschen unterstützen, die in irgendeinem anderen Kontext Interesse an deiner Mission haben könnten?
  • Sprich gezielt Multiplikatoren an: Dein Projekt sowie deine Sportart und deine Mission sind auch über deine eigenen Kanäle hinaus interessant. Das gibt dir die Möglichkeit, über Radio, Presse und Fernsehen nochmals mehr Leute zu erreichen.
  • Bei einem Sportcrowdfunding-Projekt geht es nicht nur um das Erreichen der Zielsumme. Die Kampagne kann auch dabei unterstützen, den Sportler oder die Sportart zu vermarkten.

Autor: Lena Klösel

Lena ist vor allem in der Projektberatung, in der Kommunikation und der fairplaid Projektanalyse tätig. Seit klein auf spielt sie Feldhockey und hat dort schon viel Erfahrung im Ehrenamt und sozialen Projekten sammeln können.


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