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Was Jürgen Klopp und Netflix gemeinsam haben

Marthe-Victoria Lorenz | 9. Oktober 2015

Beide bekommt man nur für Geld zu sehen. Was so manche Zeitung noch verzweifelt versucht, schafft Liverpool mit seinem eigenen Kanal. Inhalte, für die Menschen bezahlen.

Noch vor der ersten offiziellen Pressekonferenz konnten sich Fans ein exklusives 20 Minuten-Interview mit dem seit heute Neu-Trainer Jürgen Klopp anschauen. Aber: nur wer zahlt, ansonsten bricht das Video nach wenigen Sekunden ab.

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6,99€ pro Monat kostet den wissbegierigen Fan der Zugang zu exklusivem Artikeln und Interviews des englischen Klubs. Der produziert die Inhalte selbst und kann somit auch bestimmen, wo und zu welchen Konditionen sie gezeigt werden.

Liverpool arbeitet mit einem Modell, dass wir vor allem neuerdings sehr häufig bei Apps und Web-Anwendungen sehen und sich Freemium-Modell nennt (Kombination aus Free und Premium). Einige Basis-Inhalte sind kostenfrei und damit für alle Fans zugänglich. Wer mehr sehen will, muss einen monatlichen Beitrag zahlen, der sich meist im Rahmen des Möglichen bewegt. Der große Vorteil: auf Werbeeinnahmen ist Liverpool hier nicht angewiesen, das Geld kommt von den Fans selbst.

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Der Club wird damit selbst zum Produzenten und Medienunternehmen und schafft sich damit nicht nur Unabhängigkeit von der Berichterstattung fremder Medien, sondern auch eine neue Einnahmequelle.

Nicht nur der LFC setzt auf diesesModell, auch alle andren Profi-Vereine in In-und Ausland setzten auf eigene Medienkanäle.

Wie wichtig exklusive Inhalte sind, zeigt auch der Aufstieg von Netflix und Amazon. Insbesondere Netflix startete zu Beginn als reine Online-Verleih-Plattform, auf der sich Nutzer zu einem monatlichen Beitrag Filme und Serien ansehen konnten . Aufsehen erregte Netflix aber als das Unternehmen als erste Online-Firma eine Serie in Eigeninitiative produzierte, die weder im Fernsehen noch sonst auf anderen Kanälen zu finden war, sonder exklusiv auf Netflix lief: House of Cards.

Die Serie war so gut (u.a. 6 Emmys und 2 Golden Globes), dass jeder sie sehen wollte und sich bei Netflix (zusätzlich) anmeldete. Die Firma rüttelte an den traditionellen Modellen: „Auf diese Weise machen wir uns unabhängig von den Sendern,“ sagt Netflix-Gründer Reed Hastings. Und von Werbung. Alle Serien werden ohne Einblendungen gezeigt.

Zum Fernsehen in Deutschland sagte Reed Hastings bei seinem Besuch im Mai 2015 etwas, was wohl auch jede Randsportart gerne hört, die dort selten oder nie im Fernsehen gezeigt wird: „ARD und ZDF braucht kein Mensch.“

Autor: Marthe-Victoria Lorenz

Marthe ist Gründerin von fairplaid.org und kämpft für mehr Förderung des Breitensports. Sie ist leidenschaftliche Basketballerin und engagiert sich ehrenamtlich in der Basketball-Abteilung von Türkiyemspor Berlin 1978 e.V. als Vorstandsmitglied sowie als Trainerin einer U12-Mädchenmannschaft.


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