Jessica Steiger: 7.000€ für den Olympia-Traum

Nach dem erfolgreichen Sportcrowdfunding kann Jessica Steiger auch bei Olmypia 2021 an den Start gehen.

Geschrieben von Max Martens

3. Juni 2020

Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 sollte für Jessica Steiger die Erfüllung eines Lebenstraums werden. Doch die Verschiebung durchkreuzte alle ihre Pläne. Dass Ende August 2020 etliche Sponsorenverträge auslaufen, brachte Steiger zusätzlich in finanzielle Schwierigkeiten.

Die 27-jährige Schwimmerin gewann bereits mehrere Deutsche Meisterschaften und hält den Deutschen Rekord über 200m Brust. Auch bei Europa- und Weltmeisterschaften sprang sie für Deutschland ins Becken und schwamm immer bis ins Finale. Doch ein Turnier fehlt in ihrer illustren Sammlung: die Olympischen Spiele. Dieses Jahr sollte es endlich klappen, doch die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das Event auf 2021 zu verschieben, traf Steiger hart.

“Die Entscheidung ist völlig richtig und vernünftig”, sagt sie in ihrem Projektvideo, “für mich stellt sich allerdings die Frage, ob ich weiter machen kann oder ob alle Mühen umsonst waren”. Denn eigentlich wollte sie nach den Wettkämpfen in Tokio sportlich kürzer treten und sich auf den Einstieg ins Berufsleben konzentrieren. Deshalb waren ihre Sponsorenverträge nur für dieses Jahr abgeschlossen. Für eine weiteres Jahr Vorbereitung auf Topniveau fehlte ihr somit das nötige Geld.

Projektverlauf

Schließlich entschied sich Jessica Steiger dazu, eine Sportcrowdfunding-Kampagne bei der Toyota-Crowd als “Mission Tokio 2021” zu starten. Auf der Projektseite erklärt sie ganz genau, wofür sie das Geld benötigt. Der größte Betrag fällt für die Kosten für zwei Trainingslager an. Mit 3.500€ stellt dieser Posten die Hälfte der angestrebten 7.000€. Außerdem fallen Kosten für Nahrungsergänzungsmittel, Wettkampfanzüge und einen Sportpsychologen an. “Ohne diese Dinge ist eine 100%ige Vorbereitung auf die Spiele absolut unmöglich”, schreibt Steiger.

Als mehrfache Deutsche Meisterin und Rekordhalterin berichtete die Presse gerne über die Sportcrowdfunding-Kampagne von Steiger. Die WAZ brachte während der Laufzeit mehrere Artikel über die Gladbeckerin. Auch das Magazin Swim Swam und die Swim Sportnews informierten über den Start der “Mission Tokio 2021”. Auf Facebook und Instagram konnte Steiger auf eine Crowd von über 2.000 bzw. 3.000 Followern zurückgreifen. Mit einem emotionalen Post gab sie den Startschuss für eines der wichtigsten Rennen ihrer Karriere.

Rekordverdächtiger Zieleinlauf

Wie bei den Rennen im Schwimmbecken, kam sie auch bei ihrem Projekt schnell ins Ziel. Nach nur vier Tagen waren die 7.000€ bereits gesammelt. Überwältigt bedankte sich Steiger bei ihren Unterstützern. “Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass das Geld überhaupt zusammen kommen würde! Ich bin euch unendlich dankbar dafür!”, schrieb sie auf Facebook. Und es war noch 17 weitere Tage möglich, die Summe zu erhöhen. Mit signierten Postern, Badebekleidung des Ausstatters Funkita oder einem individuell erstellten Trainingsplan war der Prämienshop gut bestückt. Ein*e glückliche*r Unterstützer*in erwarb eine signierte Badekappe der Schwimmerin. Per Story-Takeover nutzte sie auch die Reichweite des fairplaid-Instagramaccounts.

Am Ende hat sich die Sportcrowdfunding-Kampagne für Jessica Steiger voll ausgezahlt. 113 Unterstützer spendeten 12.565€ und übertrafen das gesteckte Ziel um ganze 80%! Auch der Toyota-Fördertopf hatte seinen Anteil daran. 1140€ flossen ins Sammelbecken dazu. Der Traum der Olympiateilnahme lebt also weiter. Unabhängig von Sponsoren kann Steiger nun in die Vorbereitung starten. Einen ganz persönlichen Antrieb verrät sie ebenfalls auf der Projektseite: “Für meinen Vater hingegen, wäre meine Teilnahme nicht nur ein Traum, sondern auch eine verlorene Wette. Als ich ihm im Alter von 10 Jahren von meinem Traum erzählte, versprach er mir, sich, wenn ich es jemals zu Olympia schaffe, die Olympischen Ringe auf sein Hinterteil tätowieren zu lassen. Dass ich das sehen möchte, versteht sich von selbst”. Das sehen 113 andere Personen anscheinend ebenso.

Was du vom Projekt von Jessica Steiger für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

  • Eine transparente Kostenaufstellung stärkt das Vertrauen in deine Kampagne
  • Mit einer authentisch erzählten Projekt-Story erregst du Aufmerksamkeit und überzeugst viele Unterstützer
  • Sei mutig bei der Zielsumme – es kommt oft mehr zusammen, als man erwartet

Immer mehr Vereine, Mannschaften und Sportler/innen finanzieren sich mit Sportcrowdfunding.

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