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Facebook Instant Articles – wie brauchbar ist die neue Funktion für Vereine?

Dagmar Erhardt | 2. Mai 2016

Ein Merkmal der heutigen Mediennutzung ist zweifellos die Ungeduld – lädt eine Webseite nicht schneller als in 3 Sekunden, brechen 40% der Nutzer ihren Besuch ab. Diese sogenannte Absprungrate ist auch auf Facebook ein Thema: Hier haben viele Nutzer nicht die Geduld, auf einen Artikel zu warten, wenn sie ihn anklicken. Das führt natürlich dazu, dass erstens die Inhalte nicht gelesen werden und zweitens auch die Webseite nicht besucht wird.

Facebook hat nun die Möglichkeit geschaffen, Artikel zu erstellen, die direkt geladen werden. Sie werden nun nicht länger von den eigenen Servern bereitgestellt, sondern von denen Facebooks.

Auf der Anmeldeseite verspricht Facebook eine 10x schnellere Ladezeit, 20% mehr gelesene Artikel und eine um 70% verringerte Absprungrate.

Diese Funktion wurde vorerst von einigen Medienhäusern wie dem Spiegel getestet, bevor sie nun auch Inhaltserstellern aller Art zur Verfügung steht; also auch Vereinsseiten.

Und so funktioniert’s

Da die Einrichtung recht aufwändig ist, hier eine kleine Hilfestellung:

  1. Unter https://instantarticles.fb.com/ auf den „Sign Up“ Button klicken und den Anweisungen folgen.
  2. Auf Deiner Seite wird nun unter „Einstellungen“ eine Rubrik mit „Instant Articles“ angezeigt.
  3. In 3 Schritten führt Facebook Dich nun durch die Einrichtung. Lass Dich von den Unterpunkten nicht abschrecken und folge den Anweisungen – da diese auf englisch sind und einige Begriffe zu Verwirrung führen können, empfehle ich die Anleitung unter https://developers.facebook.com/docs/instant-articles , die detaillierter und erklärender ist.
  4. Loslegen!

Was gilt es zu beachten?

Das Ganze braucht seine Zeit – nachdem Du Dich eingelesen hast, wirst Du vermutlich auch viel Zeit in Deine Designtemplates (=Vorlagen) investieren. Zudem muss die stolze Anzahl von 50 Artikeln eingereicht werden, die das Facebook-Team binnen 48 Stunden überprüft, um sicherzustellen, dass alle Richtlinien verstanden und erfüllt sind.
Wichtig zu verstehen ist außerdem, dass bei der Veröffentlichung eines Instant Articles nicht automatisch ein neuer Post auf der Facebook-Seite erscheint. Neue Instant Articles werden stattdessen der Instant Article-Bibliothek hinzugefügt, die mit Deiner Seite verknüpft ist. Die automatisierte Veröffentlichung von Instant Articles über RSS bedeutet, dass ein Artikel als Instant Article angezeigt wird, wenn ein Leser mit den entsprechenden Einstellungen die URL des Artikels auf Facebook sieht.

RSS?

Klingt komplizierter als es ist: RSS (really simple syndication) ist ein Dateiformat, das, da standardisiert, zur maschinellen Weiterverarbeitung genutzt werden kann. Ähnlich einem Nachrichtenticker werden nur Schlagzeile und ein wenig Text in den sogenannten „Feed“ eingespeist. Ein Seitenbesucher kann diesen Feed abonnieren und den gesamten Artikel lesen, wenn er dem Link folgt. Das macht es ihm beispielsweise einfacher, eine große Menge an Abonnements zu verwalten, die vielleicht nicht häufigen Änderungen unterworfen sind, die er aber auch nicht verpassen will.

Gibt es Risiken?

Die Schweizer Tageszeitung „Tagesanzeiger“ berichtet in ihrem Artikel vom 19.4.16 aber auch von klaren Risiken. Zuerst; die steigende Abhängigkeit von Facebook, das jederzeit Nutzungsbedingungen ändern kann und in der Vergangenheit auch schon selbst Inhalte gelöscht hat – und sich damit nicht nur als Auslieferer von Inhalten positioniert. Zweitens, die Tendenz der Nutzer, nach dem Lesen des Artikels nicht mehr auf der Webseite herumzustöbern – was natürlich ist, wenn sie überhaupt nie dort landen!

Die Zeitung FAZ will nach eigenen Angaben erst einmal zusehen und Instant Articles nicht nutzen, da sie guten Journalismus in Gefahr sieht. Für kleinere Blogger dagegen sind die Articles eine Chance, mit einzelnen, erfolgreichen Inhalten mehr Leute anzusprechen.

Fazit

Zusammenfassend muss man sich als Verein überlegen, welches Ziel mit den eigenen Inhalten auf Facebook verfolgt wird – beispielsweise ob es ein reiner Informationskanal für Interessierte sein soll oder auf die Webseite geleitet werden will. Im ersten Fall sind die Instant Articles eine Möglichkeit, mehr Menschen zu erreichen, im zweiten eher nicht zu empfehlen. Dazu kommt der unbestreitbar hohe Einrichtungsaufwand – nach der Anmeldung und Bearbeitung wollen 50 Artikel überhaupt erstmal gefunden und dann noch aufbereitet werden.

Falls nun aber doch Interesse besteht und die Zeit da ist, was spricht dagegen, diese neue Funktion einfach mal auszuprobieren? Abschalten ist jederzeit möglich.

Autor: Dagmar Erhardt

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