Zurück zur Startseite

Die Laufzeit beim Crowdfunding – eine endliche Geschichte!

Francesca Poschen | 2. August 2019

Ein großes Thema – zwei Modelle. Die Laufzeit bei einem Crowdfunding-Projekt.

Viele Vereine nutzen die Möglichkeit einen ewig laufenden Spendenaufruf auf der Vereins-Homepage zu platzieren, um so auf fehlende Gelder für den Vereinssport hinzuweisen. Beim fairplaid-Modell jedoch hat jede Kampagne eine feste Laufzeit – und dies aus gutem Grund!

Habe ich nicht größere Chancen mehr Gelder zu bekommen, je länger das Projekt läuft?
– Nicht wirklich.

Denn was ist der Grund, warum kaum einer auf das Spendenkonto, welches auf der Vereinswebseite zu finden ist, spendet? Es ist kommunikationsbedürftig. Nur wer diese Daten findet und weiß, was er damit zu tun hat und wofür das Geld verwendet werden soll, wird hier tätig. Sprich: Crowdfunding läuft über die Kommunikation. Je mehr Menschen über euer Vorhaben aufmerksam gemacht werden, desto mehr Geld kommt in die Kasse.

Für die Kommunikation wird Manpower benötigt. Unabhängig davon, wie lange eine Aktion läuft, werden nur neue Unterstützer generiert, wenn auch über das Projekt kommuniziert wird.

Warum halten wir nun daran fest, dass eine Kampagne mit fester Laufzeit sogar mehr Geld einbringt als Projekt mit unendlich langer Laufzeit?

Es werden durchaus bei beiden Modellen Gelder generiert – die Frage ist hier: Welcher ist der effizientere Weg?

Das Kommunikations-Ziel bei einer Kampagne ist es, möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen und das Thema für die relevante Zielgruppe omnipräsent zu platzieren. Am zielführendsten ist hier die direkte Ansprache der Crowd, z.B. mittels direct messenger (WhatsApp-Gruppen, direktes Mailing oder Face-to-Face). Gerade zu Beginn der Crowdfunding-Kampagne gilt es möglichst schnell ein Momentum zu kreieren und bereits in den ersten Tagen der Laufzeit viele Unterstützer aus dem engsten Kreis zur Unterstützung zu überzeugen. Nach der Mobilisation des innersten Kreises deiner Crowd (z.B. Familie, engste Freunde, Vereinsvorstand) ist es wichtig dieses Momentum in seine Kommunikation aufzunehmen und die ersten Erfolgsmeldungen zu kommunizieren. Durch diesen „social proof“ werden wiederum andere dazu verleitet auch mitzumachen und auf den Erfolgszug aufzusteigen.

Hier sollte man noch bedenken, dass nicht jeder beim ersten Kontakt direkt unterstützt, sondern durchschnittlich drei Kontaktpunkte notwendig sind bis zur Überweisung. Dementsprechend ist es sinnvoll, alle Kommunikationsmaßnahmen innerhalb eines kurzen Zeitraums zu legen, damit die letzten Erfolgsmeldungen des Projekts noch frisch im Gedächtnis vorhanden sind. Denn dann geht die Aufmerksamkeitskurve umso steiler hoch. Eine große Welle zieht die Menschen also deutlich mehr mit, als mehrere kleine.

Wenn man schon dabei ist, ein Projekt zu bewerben, dann bitte mit Vollgas!

Ein wichtiger Aspekt, der bei einer endlichen Laufzeit hinzukommt, ist der Druck. 

Wer kennt es nicht: Die Abgabe einer Hausarbeit steht an, ein Event steht vor der Tür – und plötzlich werden nochmal alle unvorhergesehenen Kräfte hervorgebracht, um das Projekt erfolgreich zu beenden. Eine Deadline bringt wichtige Dynamiken in allerlei Situationen mit sich – auch beim Crowdfunding. Angesichts des Alles-oder-Nichts-Prinzips wird sowohl dem Projektstarter als auch der Crowd kurz vor der Deadline bewusst: „Wenn wir jetzt nicht handeln, dann wird das nichts!“. Dementsprechend geht typischerweise die Unterstützerkurve in den Tagen vor der Deadline nochmal steil hoch und das Ziel wird erreicht. Die Aktivierung der Crowd ist hier durch klare Ansagen gekennzeichnet („Nur noch 3 Tage!“ „Noch 10% – gemeinsam schaffen wir es ans Ziel!“) und auch gerade deswegen so erfolgreich.

Bei unendlich langen Laufzeiten hingegen verwässern die Kommunikationsmaßnahmen durch den fehlenden Druck und die Unbeständigkeit der Kommunikationsmaßnahmen häufig. Je länger die Durststrecke, desto aufwändiger ist es, wieder neue Unterstützer zu aktivieren. Eine kurze Kampagne mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen bedeutet daher nicht nur mehr Geld, sondern auch weniger Aufwand für das Projekt-Team.

fairplaid-Tipp: Was heißt das für meine Kampagne?

Im Durchschnitt laufen unsere erfolgreichen Projekte 23 Tage. Bei der Bestimmung der Laufzeit muss man natürlich auch individuelle Begebenheiten bedenken – gibt es vielleicht noch eine Veranstaltung, die zur Kommunikation genutzt werden kann? Wann erscheinen die Presse-Artikel oder das geplante Radio-Interview?

Fast noch wichtiger als die Laufzeit selbst ist aber immer noch die Vorbereitung des Projekts. Unsere Empfehlung daher: Mehr Zeit in die Vorbereitung und vor allem die Aufstellung eines Kommunikationsplan stecken und eine kurze Laufzeit von 2-4 Wochen wählen.

 


 

Alle Insights könnt ihr direkt in unserem jährlich veröffentlichten Sportcrowdfunding Monitor nachlesen! Einfach unverbindlich und kostenfrei anfordern.

 

Mehr zum Timing gibt es unserem Magazin Artikel „Das richtige Timing beim Crowdfunding“.

Zeit ist Geld: Das richtige Timing beim Sportcrowdfunding

Autor: Francesca Poschen

Francesca ist als „Head of Projekt“ die erste Ansprechpartnerin für unsere Projektstarter und deren Kampagnen. Wenn ihr ein Projekt bei uns starten wollt, werdet ihr nicht an ihr und ihrem Team vorbeikommen – denn sie beantworten euch jegliche Fragen rund um euer Projekt und helfen, eure Kampagne erfolgreich zu gestalten.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.