• Sportpourri #04 – Quidditch für’s Leben

    Fliegt ihr da wirklich? Wie funktioniert das mit dem Schnatz? Das sind die zwei Fragen, die ein/e Quidditch-Spieler/in am häufigsten hört.

    Sehr oft wird man belächelt und nicht ernst genommen. Am Anfang war es schwierig mit solchen Reaktionen umzugehen, aber je mehr ich Teil der Quidditch-Community wurde, desto doller prallte es von mir ab. Denn nur wer Quidditch wirklich mal gespielt hat, kann wirklich beurteilen, was den Sport ausmacht. Deswegen forderte ich alle, die mich anfangs verspotteten, dazu auf, einmal zu unserem Training zu kommen. Kaum jemand stellte sich der Herausforderung.

    Dieses Einstehen für die eigene Leidenschaft, was man mit dem gesamten Rest der Quidditch-Community teilt, stärkte mich als Person. Meine Rolle im Team, anfangs war ich Coach, danach Captain, förderte mein Selbstbewusstsein. Dass ich sogar drei Jahre in Folge für das Nationalteam antreten durfte, trug auch einen erheblichen Teil dazu bei. Doch was mich durch meine Quidditch-Karriere, wenn man es so nennen kann, am meisten bereichert hat, sind die Menschen, mit denen ich die Möglichkeit hatte in einem Team zu spielen. Allen voran natürlich mein Heimteam, die SCC Berlin Bluecaps. Der feste Kern dieses Teams besteht nun seit mehr als vier Jahren und wir haben uns gemeinsam in diesem Sport und durch diesen Sport entwickelt.

    Max Martens bei der Quidditch-Europameisterschaft 2019 in Bamberg.

    Weil Quidditch gemischtgeschlechtlich gespielt wird und für alle Gender dieser Welt offen ist, liegt der Community eine Toleranz zu Grunde, die jedes Turnier zu einem großen Familienfest werden lassen. Im engen Austausch mit den anderen Gendern weitet sich der eigene Horizont und man lernt viel über sich und die Gesellschaft. Längst sind aus Mitspielerinnen und Mitspielern enge Freunde geworden, die ich nicht mehr missen möchte. Viele Stunden, Tage, Wochenenden haben wir zusammen verbracht und haben inzwischen viele Geschichten zu erzählen.

    Das ist es, was einen tollen Sport für mich ausmacht. Dass die Gemeinschaft der Spielenden über dem Sport an sich steht. Man kämpft hart auf dem Platz und umarmt sich danach. Die treuesten Fans sind die gegnerischen Teams und das tollste am Turnierwochenende sind die Menschen, die es füllen. Wenn du jetzt aber noch wissen willst, ob wir wirklich fliegen und wie das mit dem Schnatz funktioniert, dann komm am besten mal zum Training!

    Oder schau beim Magazin des unpopulären Sports vorbei. Dort ist Quidditch die Sportart des Monats Juli. Hier kannst du die aktuelle Podcast-Folge dazu hören.

    Foto: Max Martens erzielt 10 Punkte bei der Quidditch-Europameisterschaft 2019 in Bamberg im Gruppenspiel gegen Österreich. © Juliane Schillinger

    Sportpourri #03 – Von erfolgreichen Schnapsideen

  • SSV Reutlingen 05: Mit 900 Unterstützern ins Ziel

    Während der Spielbetrieb in den drei höchsten Fußball-Spielklassen fortgesetzt wurde, mussten die Teams in den unteren Ligen den Saisonabbruch verkraften. Viele Vereine trifft diese Entscheidung nicht nur sportlich, sondern vor allem wirtschaftlich. Zum Beispiel den Oberligisten SSV Reutlingen 05. Um die Liquiditätslücke zu schließen, startete der Verein ein Crowdfunding bei fairplaid.org.

    Spieler, Trainer und Mitarbeiter des SSV verzichteten bereits auf Gehälter, um die finanzielle Not zu lindern. Dennoch entstand eine fünfstellige Lücke im Etat, die durch das Crowdfunding-Projekt geschlossen werden sollte. Nach der Jahreshauptversammlung 2019 bildete sich ein Team aus SSV-Mitgliedern mit Fachexpertise in den Bereichen Sportökonomie, Finanzen, Organisation, Marketing, Sport und IT. Ziel war es den SSV organisatorisch und strukturell auf professionelle Beine zu stellen. Die erste Amtshandlung dieser Task-Force sollte nun das Sportcrowdfunding werden. Mit dem Motto “Unser SSV steht über dem Einzelnen“ wurde das Ziel ausgerufen, 50.000€ in vier Wochen zu sammeln.

    Projektverlauf

    Drei Tage vor dem Start der Kampagne postete der SSV kleine Teaser-Videos auf Facebook und sorgte für Interesse und Aufmerksamkeit bei seinen Fans. Mit dem Anpfiff legte die Social Media-Abteilung dann richtig los. Tägliche Beiträge bewarben die Prämien und sorgten für einen direkten Austausch mit der Crowd. Bei über 12.000 Followern gab es immer eine sofortige Reaktion auf die Posts. Dabei kamen auch kritische Stimmen auf, die Zusammensetzung und Preise mancher Prämien bemängelten. Der SSV suchte daraufhin das Gespräch und spannte seine Fans in die Gestaltung mit ein. Auch in der Presse und auf Blogs wurde über die Kampagne berichtet. Im Reutlinger General Anzeiger, auf der Website der Fangruppe Szene E sowie bei fupa.net und Faszination Fankurve erschienen Artikel zur Unterstützung des SSV.

    Die Spendensumme schoss in der ersten Woche regelrecht in die Höhe. Nach ein paar Tagen waren bereits 25% der Zielsumme erreicht. Immer wieder wurden neue Prämien hinzugefügt und präsentiert. So hielt der SSV die Aufmerksamkeit an der Kampagne hoch, denn jeden Tag konnte etwas neues Exklusives im Shop auftauchen. Viele lokale Partner des Fußballvereins spendeten Gutscheine. Zwei Reutlinger Bands schlossen sich zusammen, um ein Benefizkonzert zu veranstalten, sobald die Maßnahmen es wieder erlauben. Die Tickets dafür gab es für 10€ beim Crowdfunding des SSV zu erwerben. Neben den Partnerprämien bot der Club einige Merchandise-Artikel an. Darunter waren zum Beispiel exklusive Snapbacks oder ein Sondertrikot zum Crowdfunding in limitierter Auflage. Auch Trainingsbeteiligungen oder VIP-Stadionerlebnisse konnten erworben werden.

    Nach dem furiosen Start, flachte die Spendenkurve allerdings deutlich ab. Obwohl weniger Unterstützer dazu kamen, lief die Social Media-Maschine weiterhin auf Hochtouren. Zwischenstände wurden vermeldet und Motivationsaufrufe gesendet. Dabei konnte man schön sehen, wie der SSV flexibel auf die Wünsche der Crowd reagierte und Prämien dementsprechend anpasste. Die gesamte Kommunikation verlief sehr freundschaftlich und erzeugte eine familiäre Atmosphäre. Um das Sportcrowdfunding zu pushen, startete der SSV Reutlingen außerdem eine gemeinsame Aktion mit der örtlichen Feuerwehr. In Schutzanzügen spielten sie eine corona-sichere Fußballpartie.

    Als es eng wurde, sprangen die Fans ein

    Eine Woche vor Schluss fehlten immer noch knapp 20.000€. Doch ein Tag sollte alles ändern. Zuerst schickte ein SSV-Fan dem Verein ein großes Paket. Darin lag eine große Anzahl an Handtüchern und Lätzchen aus Zweitligazeiten am Anfang des Jahrtausends. Uneigennützig stellte der Fan die Artikel, die er damals aus Restbeständen kaufte, zur Verfügung. Die Handtücher schlugen ein wie ein 30m-Volleyschuss und bescherten der Kampagne einen gehörigen Boost. Am selben Tag machte außerdem der Radiosender Antenne1 Werbung für das Reutlinger Crowdfunding-Projekt. Laut Projektstarter Andreas Will verdoppelten sich daraufhin die Zugriffe auf die Projektseite. Fast 10.000€ wurden alleine an diesem einen Tag generiert.

    Dieser Schwung trug den SSV in Richtung Ziellinie. Nur zwei Tage später konnte man fröhlich verkünden: Die 50.000€ sind geknackt! Es kamen Glückwünsche über alle Kanäle und die Euphorie ebbte nicht ab. In den verbliebenen vier Tagen kamen nochmal um die 100 Unterstützer und mehr als 10.000€ hinzu. Mit einem phänomenalen Ergebnis von 62.546,63€ bei 900 Unterstützern endete schließlich das Crowdfunding-Projekt des SSV Reutlingen 05. Die Fans haben ihren Verein nicht hängen lassen und in dieser schwierigen Zeit beeindruckend untersützt. Wie sehr, soll dieses Beispiel zum Abschluss zeigen:

    Was du vom Projekt des SSV Reutlingen 05 für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Halte deine Kampagne spannend! Füge Prämien erst nach und nach dem Shop hinzu, anstatt alles am Anfang zu “verraten”.
    • Eine freundliche Kommunikation gegenüber deiner Crowd sorgt für eine angenehme Stimmung und ermutigt deine Fans dich zu unterstützen.
    • Gehe auf das Feedback deiner Crowd ein! Schaue genau hin, was sich deine Fans wünschen und setze es um.
  • KEC: Hai-Alarm in Liga 1

    Eishockey ist auch Frauensache! – mit dieser Motivation sicherten sich die Frauen des Kölner Eishockey-Club (KEC) den Titel in der 2. Bundesliga und wagen den erstmaligen Aufstieg in die höchste Spielklasse für Fraueneishockey in Deutschland.

    Verbunden mit dem Aufstieg sind allerdings sehr hohe Kosten, da die Spiele bundesweit stattfinden werden. Eine überregionale Auswärtsfahrt bringt Kosten bis zu 3.500€ mit sich und sechs davon warten auf “die Haie” vom KEC. Damit die größte Fraueneishockey-Abteilung Deutschlands die neue finanzielle Herausforderung meistern kann, startete der Verein ein Crowdfunding bei der Toyota-Crowd.

    Projektverlauf

    Die Zielsumme wurde auf 15.000€ kalkuliert. Innerhalb von vier Wochen sollte das Projekt erfolgreich abgeschlossen sein. Mit dem Startschuss sprang auch die Werbemaschinerie an. Das gesamte Frauenteam erzählte im Familien- und Freundeskreis von der Kampagne und brachte so den Puck ins Schlittern. Außerdem bekamen sie Unterstützung von dem Herrenprofiteam der Haie, die “über ihre Kanäle viel Werbung geschaltet hat”, wie Projektstarter Steffen Thaut erzählt. Die Herrenmannschaft gehört zu den traditionsreichsten Eishockeyteams in Deutschland und ist Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

    Diese Reichweite erwies sich als extrem hilfreich. Denn obwohl der Prämienshop nicht sehr üppig gefüllt war, wuchs die gespendete Summe stetig an. Besonders beliebt waren dabei die angebotenen Tickets für das DEL Wintergame 2021 im Kölner RheinEnergieSTADION, Heimat des 1. FC Kölns. Seit 2013 findet alle zwei Jahre ein reguläres Ligaspiel in einem Fußballstadion statt. Aber genug von den Männern, es geht hier schließlich um Fraueneishockey.

     

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    Der Aufstieg stand auf der Kippe – aus finanziellen Gründen

    Nach dem Meistertitel in der zweiten Liga war der Aufstieg für die Haie keine Selbstverständlichkeit. „Gerade in schwierigen Zeiten ist es nicht leicht, die wirtschaftlichen Bedingungen für die 1. Frauenbundesliga zu erfüllen. Aber die Chance in der besten deutschen Frauenliga spielen zu können und sich dort zu etablieren, dürfen wir nicht liegen lassen“, erklärt Präsident Rainer Maedge die anfängliche Abwägung des Aufstiegs.

    Umso schöner ist es zu sehen, dass die Haie es mit ihrer Werbetrommel geschafft haben, genügend Unterstützung zu generieren. Insgesamt kamen am Ende 15.525€ von 414 Personen zusammen. Einen großen Anteil hatte auch der Toyota-Fördertopf, der das Projekt mit 5.180€ subventionierte.

    „Wir sind überglücklich, das Ziel gemeinsam mit all unseren Unterstützern erreicht zu haben“, sagt Alexander Kollorz, Vizepräsident des Vereins. „Es ist großartig zu wissen, wie geschlossen und solidarisch die Eishockeyfamilie zusammensteht.” Das zusätzliche Geld kommt ebenfalls der Frauenabteilung des KEC zu Gute. Schließlich bildet der Verein seine Spielerinnen von der Laufschule bis zum höchsten Team selbst aus. Damit ist gesichert, dass nicht nur in der 1. Bundesliga, sondern auch auf allen anderen Leistungsebenen weiterhin auf dem Eis gespielt wird.

    Was du vom Projekt des Kölner Eishockey-Clubs für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Nutze dein vorhandenes Netzwerk, um deine Reichweite zu vergrößern
    • Informiere alle deine Freunde und Bekannte über dein Projekt und bitte sie es weiterzuerzählen
    • Manchmal ist weniger mehr. Setze bei deinen Prämien auf Qualität statt Quantität!
  • 1. CfB Köln: Karnevalskostüme und freie Oberkörper

    Premiere in Köln: Zum ersten Mal steigt ein Badmintonverein aus der Domstadt in die 2. Bundesliga auf. Am vorletzten Spieltag machte der 1. CfB Köln die Meisterschaft in der Regionalliga West perfekt. Bevor das Team jedoch in die neue Saison starten kann, müssen noch ein paar Hürden genommen werden.

    Zum einen muss der Verein eine neue Heimspielstätte finden. Die aktuelle Sporthalle genügt den Anforderungen für die 2. Bundesliga nicht. Außerdem muss der Saisonetat aufgestockt und für den Spieltagsbetrieb neues Equipment und neue Technik gekauft werden. Der 1. CfB Köln möchte schließlich “der Badmintonverein mit den geilsten Vereinspartys, den besten Mannschaftsfahrten und den meisten und lautesten Fans der Liga sein!” So schreibt es Projektstarter Matthias Thiele auf der Crowdfunding-Seite. Denn um ihre Ziele zu verwirklichen, startete das Team ein Sportcrowdfunding bei der Toyota-Crowd. 7.000€ wollten die kölsche Mädche un Junge sammeln.

    Projektverlauf

    Wenn der 1. CfB Köln für eines berühmt ist, dann für seine Atmosphäre bei den Heimspielen im “Hexenkessel”. Auch wenn der Spielort ein neuer sein wird, die Stimmung war bereits bundesligatauglich. “In wenigen anderen Hallen wird so ein Stimmungsfeuerwerk abgefackelt wie bei uns”, sagt Thiele. Die Vision des Vereins ist es, zu einer kölschen Version des 1. FC St. Pauli im Badminton zu werden. Mit einem entsprechenden Selbstverständnis ging die Truppe ihr Crowdfunding an.

    Viele der Prämien mussten sich nicht hinter der gelebten Leichtigkeit verstecken. Jedes Teammitglied war für personalisierte Angebote zu haben. So konnte man zum Beispiel gegen eine kleine Spenden mehrere Karnevalsoutfits bestimmen. Ein gemeinsamer Spieleabend oder ein Abendessen mit dem gesamten Team waren ebenfalls zu erwerben. Wer es sportlich angehen wollte, hatte die Möglichkeit, sich ein Individualtraining mit einem selbstgewählten Teammitglied zu sichern. Wer nur etwas fürs Auge haben wollte, konnte sich ein Oben-Ohne-Video vom CfB-Spieler Jan Thiele schicken lassen. Den durchtrainierten Oberkörper bekommt man laut Prämienbeschreibung leider viel zu selten zu Gesicht. Natürlich gab es zusätzlich klassische Sportlerprämien wie Trikots und Sponsorenpakete im Angebot. Die Trikotflächen auf Ärmel und Brust waren am Ende verkauft.

    “Das größte Badmintonspektakel, dass Köln je gesehen hat”

    Wer es schafft, bei Badminton-Regionalliga-Heimspielen um die 100 Zuschauer in die Hallen zu locken, die dann auch noch mächtig Stimmung machen, der kann auf eine gut besetzte Basis zählen. Auf den Social Media-Kanälen wurden die Follower in den letzten Tagen vor dem Start bereits auf das Sportcrowdfunding-Projekt heiß gemacht. So kamen schon am ersten Tag über 50% der Zielsumme zusammen. Während der Kampagne teilte der Verein viel in der Instagram-Story und animierte seine Fans zur Unterstützung. Auch die Einlösung der “Sologesang Kölsches Lied”-Prämie war dort zu sehen. Mit Kölschem Witz wusste der CfB zu unterhalten und erreichte so vor Ablauf der Zeit sein Ziel von 7.000€.

    Insgesamt 110 Unterstützer sorgten letztendlich dafür, dass 7.652,77€ in die Kasse des 1. CfB Köln flossen. 1.180€ davon kamen aus dem Toyota-Fördertopf. Das Geld wird nun dafür genutzt, um die gestiegenen Reisekosten zu stemmen, den Hallenumzug und die neue Infrastruktur zu finanzieren sowie “die Saisoneröffnung 2020/21 zu dem größten Badmintonspektakel zu machen, das Köln je gesehen hat!!!” An zu wenig Motivation wird das ausgerufene Ziel Klassenerhalt sicherlich nicht scheitern.

     

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    Was du vom Projekt des 1. CfB Köln für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Eine gute Team-Chemie kann ein absoluter Erfolgsgarant sein.
    • Beziehe alle Teammitglieder in die Prämienangebote mit ein. Persönliche Angebote können ansprechender sein als Sachprämien.
    • Präsentiere dein Team so wie es ist! Authentizität schafft Vertrauen.

     

  • KKSV Mainz-Finthen: Mit neuem Schwingboden hoch hinaus

    Radwende-Flickflack oder geworfener Salto. Solche Begriffe können Bewunderung, aber auch Phantom-Gelenkschmerz auslösen. Schließlich landen die Sportakrobaten mit viel Geschwindigkeit auf ihren Füßen. Damit es bei den Akrobatinnen des KKSV aus Mainz-Finthen zu keinen echten Gelenkbeschwerden kommt, will der Verein nun einen Schwingboden anschaffen.

    Solche Federböden sind im Bereich der Sportakrobatik nicht mehr wegzudenken. Sie unterstützen die Athletinnen und Athleten beim Absprung und schonen bei der Landung die Gelenke. Wegen der aufwendigen Konstruktion ist so ein Boden aber sehr teuer. Der KKSV hatte bereits in der Vergangenheit Rücklagen für diese Investition gebildet, doch es fehlten weiterhin 10.000€. Diese Summe wollte der Mainzer Verein nun mit einer Sportcrowdfunding-Kampagne auf unserer Partnerplattform Toyota-Crowd sammeln.

    Projektverlauf

    Bereits 2015 schloss der KKSV ein Crowdfunding-Projekt erfolgreich bei fairplaid ab. Die Zielsumme lag damals in derselben Größenordnung wie das neue Projekt. Entsprechend zuversichtlich war der Verein, auch diese Aktion erfolgreich zu beenden. Mit seiner 66-jährigen Vereinsgeschichte ist der KKSV eine Institution im Mainzer Stadtteil Finthen und konnte so auf die Unterstützung lokaler Unternehmen und der Stadt Mainz zählen.

    Im Prämienshop boten die Sportakrobatinnen gemeinsame Online-Trainings, Pflegeprodukte und ein Sponsoringpaket an. Sehr beliebt war die Prämie “Showauftritt”. Alle angebotenen Vorstellungen waren am Ende der Kampagne verkauft. Die Akrotbatinnen sind bekannt für ihre Auftritte bei Galas, Ehrungen und Charity-Veranstaltungen. Während der Corona-Beschränkungen turnten sie umsonst in den Gärten von Pflegeheimen, um für etwas Abwechslung zu sorgen. Eine Aktion, die bei den Zuschauerinnen und Zuschauern sehr gut ankam.

     

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    Erfolgreiche Offline-Aktion sorgt für gefüllte Kassen

    Videos dieser Auftritte gibt es auf der Facebook-Seite des KKSV zu sehen. Dort und bei Instagram wurde ebenfalls die Crowdfunding-Kampagne beworben. Auch der örtliche Radiosender Antenne Mainz, die Allgemeine Zeitung und die Lokale Zeitung brachten einen Artikel auf ihrer Website. Doch der KKSV ruhte sich nicht darauf aus. In mehreren Geschäften stellten sie Spendendosen auf, um auch offline Geld zu sammeln. Ein Geschäftsinhaber versprach sogar, am Ende der Aktion die gespendete Summe zu verdoppeln. Zu den Spendendosen legten die Sportlerinnen schön aufbereitete Informations-Flyer dazu, um über ihr Projekt aufzuklären.

    Die Mischung aus Social Media-Arbeit, Offline-Aktion und persönlichem Netzwerk sorgte für einen weiteren Crowdfunding-Erfolg bei den Sportakrobatinnen aus Mainz-Finthen. Über 150 Unterstützer und Unterstützerinnen (nur die online gezählten) sorgten für eine Zielsumme von 10.770€. Vom Toyota-Fördertopf  kamen 1.880€ dazu. Die Finanzierung des gewünschten Schwingbodens ist somit gesichert. “Wir danken jedem einzelnen und allen, die unsere Aktion beworben haben”, schreibt der KKSV auf seiner Website. Die Sportakrobatinnen haben von nun an die Möglichkeit unter Wettbewerbsbedingungen zu trainieren und selbst Wettkämpfe auszurichten. Es geht mit Radwende-Flickflack und geworfenen Saltos hoch hinaus!

    Was du vom Projekt des KKSV 1954 e.V. Mainz-Finthen für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Setze nicht nur auf einen Erfolgsweg, sondern auf eine Mischung aus Online- und Offline-Aktionen.
    • Transparente Kommunikation schafft Vertrauen bei deiner Crowd.
    • Nutze dein persönliches Netzwerk, um deine Kampagne zu verbreiten.
  • 1. FC Spich: 111 für einen Traktor

    Ab und an kommt es vor, dass Altes durch Neues ersetzt werden muss. Dass eine neue Generation das Handeln übernimmt. Im Falle des 1. FC Spich ging es um die Anschaffung eines neuen Traktors zur Pflege der Sportanlagen.

    Da der alte Traktor “aus dem letzten Loch pfeifft”, startete der Fußballverein aus Troisdorf bei Köln eine Sportcrowdfunding-Kampagne auf der Partnerplattform des Kommunalen Crowdfundings. Unterstützt wurde das Projekt vom Fördertopf der Stadtwerke Troisdorf. Obwohl die Angebote für mögliche Traktoren im Bereich von 8.000€ bis 13.000€ lagen, entschied sich der 1. FC Spich, den Zielbetrag für das Crowdfunding bei “nur” 3.000€ festzusetzen. Dieser Betrag “würde uns den entsprechenden Handlungsspielraum für die Anschaffung des Traktors geben”, schrieb Projektstarter Uwe Zimmermann auf der Projektseite “Ein Traktor für Spich”.

    Projektverlauf

    Kurz vor dem Kampagnen-Start eröffnete der 1. FC Spich neue Konten bei Twitter und Instagram, um neben der Facebook-Seite weitere Kanäle zu bespielen. Weil es mit brandneuen Accounts schwieriger ist ein große Masse zu erreichen, kommunizierte der Verein von Anfang an die Wichtigkeit des Fördertopfes. Für jede Spende ab 10€ gaben die Stadtwerke Troisdorf weitere 10€ dazu. Diese Art der Unterstützung, die sich bei den meisten mit fairplaid kooperierenden Crowdfunding-Plattformen findet, bietet den Projektstartern eine ausgezeichnete Möglichkeit, auch mit einer kleineren Crowd die gewünschte Summe zu erreichen.

    Dabei ist die des 1. FC Spich gar nicht so klein. 2.500 Mitglieder zählt der Verein aus Nordrhein-Westfalen. In verschiedenen Sportarten wie z.B. Geräteturnen und Fußball ist er im Leistungsbereich aktiv. Stolz sind sie beim 1. FC Spich auf ihre „familiäre Struktur und eine Plattform für alle Menschen in Troisdorf und im Besonderen im Ortsteil Spich zu sein“. Dass die Menschen dem Verein etwas zurückgeben wollten, sieht man am Crowdfunding-Projekt. Mit acht Prämien gab es eine breite Auswahl. Ausverkauft waren am Ende die Sitzplätze bei einem Heimspiel sowie ein Spaßtraining mit der Ü50. Auch eine 30-minütige Fahrt auf dem neuen Traktor wurde angeboten. Dazu gab es den Spruch: “Neymar: 222 Millionen. Unser Platzwart: Unbezahlbar”.

    Am Ende fanden sich 111 Unterstützer. Der Fördertopf wurde effektiv genutzt und steuerte 1.090€ zu dem Projekt bei. Die Endsumme belief sich auf 3.555,50€ und lag somit 19% höher als anfangs festgesetzt. Das zusätzliche Geld wird nun für weitere Zusatzteile, wie z.B einen Anhänger genutzt. Dem Traktoren-Generationswechsel liegt nun nichts mehr im Wege.

    Was du vom Projekt des 1. FC Spich für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Der Fördertopf ist eine wirkungsvolle Möglichkeit deine Crowdfunding-Summe zu erhöhen.
    • Persönliche Kontakte im Umfeld des Vereins sind eine gute Alternative zur Social Media-Reichweite
    •  Wenn der ganze Verein involviert ist und aktiv mitmacht kann nichts mehr schief gehen.
  • Thuringia Bulls: Packendes Finale gegen die All-Stars

    Deutscher Meister und Champions League Sieger 2018, Triple-Champion 2019, Double 2020. Die letzten Jahre waren äußerst erfolgreich für die Thuringia Bulls. Im Mai 2020 wollten sie das Triple verteidigen. Doch Corona sorgte für eine vorzeitige Schlusssirene. Stattdessen entschieden sich die Bulls für ein virtuelles “Duell der Unschlagbaren”.

    Seit 60 Spielen sind die Basketballer ungeschlagen. Längst kennt man sie als die “Unbeatabulls”. Und auch den Kampf mit der aktuellen schwierigen finanziellen Lage scheuten sie nicht. Als Ersatz für das reale Champions League Finale organisierten die Thuringia Bulls ein virtuelles Endspiel gegen die Thuringia All-Stars, ein Team aus Thüringer Sportgrößen. Das “Duell der Unschlagbaren” sollte im Erfurter Steigerwald Stadion stattfinden. Mit einem Fassungsvermögen von 18.600 Plätzen bot die Arena die perfekte Kulisse für ein hochklassiges Spiel. Der Clou: die Tickets für das Spiel gab es per Sportcrowdfunding auf fairplaid.org zu erwerben.

    Projektverlauf

    Über einen Monat fieberte man in Mitteldeutschland dem Duell entgegen. Die Thuringia Bulls hatten das Ziel hoch angesetzt: Zum Erfolg ihrer Kampagne mussten 80.000€ erreicht werden. Das günstigste Ticket kostete nur 5€, ein VIP-Ticket gab es für 200€ zu erwerben. Zusätzlich wurden diverse Merchandise-Artikel angeboten, um die Bulls stilecht unterstützen zu können. Wer die Stars vom Parkett nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen persönlich treffen wollte, konnte sich einen gemeinsamen Grillabend oder eine Backstage Tour bei einem Spieltag sichern.

     

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    Durch ihre großen Erfolge und die ausgeklügelte Kampagnen-Idee, erweckten die “Unbeatabulls” großes mediales Interesse. Mehrere Zeitungen und Blogs, darunter die Thüringer Allgemeine, Ostthüringer Zeitung, Rollt.Magazin und bblprofis.de, berichteten über das Sportcrowdfunding-Projekt und bevorstehende Endspiel. Die Hauptarbeit hatte aber die Social Media-Abteilung der Bulls. Mit täglichen Posts und ansehnlichen Grafiken war man immer auf dem aktuellsten Stand. Außerdem wurde auf Facebook und Instagram Stück für Stück das All-Star-Team vorgestellt. Unter den zehn Topsportlerinnen und -sportlern fanden sich zahlreiche international erfolgreiche Athletinnen und Athleten, wie zum Beispiel die Olympiasiegerinnen Kati Wilhelm und Heike Drechsler. Trainiert wurden die Thuringia All-Stars von den Trainer-Legenden Stephan Gneupel (Eiskunstlauf) und Frank Ullrich (Biathlon).

     

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    Spannendes Duell auf Facebook

    Als einzigartiges Erinnerungsstück gab es von allen Mitgliedern des All-Star-Teams ein exklusives handsigniertes Trikot im Prämienshop. Diese erwiesen sich als heiß begehrte Ware, denn am Ende waren sie restlos ausverkauft. Mit der Zeit füllte sich auch das virtuelle Steigerwald Stadion immer mehr. Doch quasi erst mit dem Tip-off des “Duell der Unschlagbaren” knackten die Bulls die 80.000€. Das virtuelle Sport-Event konnte losgehen. Im inzwischen ausverkauften Stadion standen sich die Thuringia Bulls und Thuringia All-Stars gegenüber. Die Bulls zogen das virtuelle Spiel ganz im Stile eines realen Events auf. Auf Facebook konnte man den Verlauf live miterleben. Es gab sogar “Live-Kommentar” und eine Halbzeit-Videoshow der vereinseigenen Kinder-Tanzgruppe RSB Dance Kids.

    Das Social Media-Event wurde außerdem genutzt, um weiterhin für Spenden zu werben. Denn die Deadline der Sportcrowdfunding-Kampagne war erst zwei Tage später. So konnten die Bulls die punktuelle Aufmerksamkeit effizient nutzen. Am Ende kamen 81.935€ von 279 Unterstützern zusammen. Mit dem Geld soll nun “der Fortbestand des Vereins gesichert werden, speziell die erfolgreichen Projektarbeiten School-Tour, Dancekids, Junior Bulls. Außerdem sollen die Nachwuchs-, Inklusions-, Breiten und Leistungssportprojekte der RSB Thuringia Bulls nachhaltig unterstützt werden”, wie Projektstarter und 1. Vereinsvorsitzender Lutz Lessmann auf der Projektseite schreibt. Eine tolle Kampagne für einen tollen Zweck.

    Das Spiel endete übrigens 141:141. Eine Sensation im Basketball, denn Unentschieden gibt es eigentlich nicht. Virtuell ist eben einiges möglich. Damit bleiben die Thuringia Bulls weiterhin ungeschlagen.

    Was du vom Projekt der Thuringia Bulls für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • mit einem gut konzipierten Projektrahmen sticht deine Kampagne hervor
    • eine hochwertige Social Media-Arbeit wertet deine Kampagne auf
    • besonders beliebte Prämien z.B. Shirts von bekannten Sportlern eignen sich gut, um die Kampagne am Leben zu halten, indem sie Stück für Stück während der Projektlaufzeit eingefügt werden

     

     

  • Hertener Löwen mit Leib und Seele

    Normalerweise jagt das Hertener Löwenrudel auf dem Parkett den Körben hinterher. Doch nachdem die Regionalliga-Saison wegen Corona abgebrochen wurde, entschied sich der Basketballverein für eine andere Art der Jagd: ein Sportcrowdfunding auf unserer Schwestern-Plattform Toyota-Crowd.

    „Einige Sponsoren können uns nicht mehr in der Form unterstützen, wie sie es vor Corona getan haben. Jetzt hoffen wir, die Lücken so zu schließen”, sagt Cheftrainer Cedric Hüsken gegenüber 24.vest. Er war es auch, der federführend die Leitung der gesamten Kampagne übernahm. In Absprache mit dem Vereinsvorstand der Hertener Löwen einigte man sich auf eine Zielsumme von 7.500€. Hüsken hätte die Latte gerne höher gelegt, doch dazu später mehr. Jetzt hieß es erstmal zusammen das Beste zu geben. Das Motto war klar: Wir Löwen. Mit Leib und Seele. Gemeinsam gegen Corona.

    Projektverlauf

    Von Anfang an war das Engagement des gesamten Vereins zu sehen. Der Prämienshop war gefüllt mit einer Großzahl an Angeboten, an denen viele der Spieler beteiligt waren. Es gab zum Beispiel individuelle Trainingseinheiten mit einem der Spieler oder die Möglichkeit mit dem gesamten Team einen Grillabend zu verbringen. Sehr beliebt waren die “Eis essen mit Spieler”-Prämien. Diese waren am Ende der Kampagne restlos ausverkauft. Die Preisspanne der Prämien reichte von fünf bis 5.000€, wobei die meisten Gegenleistungen für unter 100€ zu haben waren. So konnte wirklich jede*r seinen Teil dazu beitragen.

    Das Löwenrudel wuchs stetig an, denn es kamen immer mehr Unterstützer hinzu. Großen Anteil an dem Erfolg hatte Head-Coach Cedric Hüsken. Als Projektstarter war seine Handschrift überall zu erkennen. Auch beim Takeover unseres Instagram-Accounts war es Hüsken, der uns mit auf eine Reise durch den Hertener Löwenalltag nahm. Dort zeigte er nicht nur die Löwenhöhle, wo die Heimspiele ausgetragen werden, sondern auch das improvisierte Outdoor-Training der Jugendmannschaften. Nebenbei bewarb er gut durchdacht die Prämien.

    Mehr Geld für die Nachwuchsarbeit

    Neben der hohen Aktivität auf Instagram und Facebook, veröffentlichten die Hertener Löwen auch täglich einen Crowdfunding-Newsletter, um die Fans auf dem Laufenden zu halten. Dort wurden auch immer wieder ausgewählte Prämien präsentiert und schmackhaft gemacht. Als knapp zwei Wochen vor dem Ablauf des Sportcrowdfunding-Projekts die 7.500€ erreicht waren, legten sich die Löwen nicht auf den vollen Bauch. Denn es war noch Platz für Nachtisch. Ursprünglich wollte Cheftrainer Hüsken die Zielsumme auf 10.000€ festlegen. Jetzt legte er nochmal einen Zahn zu, um in der verbleibenden Zeit auch dieses Ziel zu erreichen.

    “Wir werden jeden Euro, den wir zusätzlich einnehmen, in die Förderung unserer Junglöwen und Junglöwinnen stecken. Sollten wir mehr als die gewünschte Summe durch eure Unterstützung erhalten, wollen wir unsere neu aufgebauten Kindergarten- und Schul AGs weiter ausbauen und für diese qualifizierte Coaches den Institutionen zur Verfügung stellen” erklärte Hüsken auf der Projektseite. Die Post-Frequenz auf Facebook nahm erheblich zu und einige Prämien gab es fortan zum Aktionspreis. Doch die Löwen sammelten nicht nur online. Bei einem Verkauf von Waffeln und Kuchen wurde ebenfalls Geld für den Verein gesammelt.

    Die Mühen haben sich am Ende mehr als ausgezahlt. Die 10.000€-Marke wurde geknackt. Auf den Cent genau waren es letztendlich 10.899,91 € von über 150 Unterstützern. Ein riesiges Löwenrudel. Auch der Fördertopf von Toyota trug mit 1.180€ seinen Teil dazu bei. Inzwischen haben die Löwen und Löwinnen das Training auf freiwilliger Basis wieder aufgenommen. Wann die nächste Saison startet ist jedoch noch nicht geklärt. Bis dahin haben die Hertener Löwen Zeit einige ihrer Prämien einzulösen. So wie diese Autowäsche.

    Was du vom Projekt der Hertener Löwen für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Ein gut geplantes Instagram-Takeover erreicht viele mögliche Unterstützer außerhalb des eigenen Bekanntenkreises.
    • Mit einem Newsletter bleiben deine Fans immer auf dem Laufenden
    • Mit viel Engagement und positiver Herangehensweise ist alles möglich!
  • Sportpourri #03 – Von erfolgreichen Schnapsideen

    Wenn man sportfanatisch ist, Gesellschaftsspiele mag und gerne Rätsel löst, dann ist der Weg nicht weit, selbst einen Sport bzw. ein Spiel zu erfinden. Unabhängig davon, ob es nur für einen Nachmittag oder als großer Erfolg geplant ist.

    Gerade spontane Einfälle können sich im Rausch schnell zu hoch spannenden und ehrgeizig umkämpften Matches entwickeln. Mit meinen drei Brüdern habe ich da schon einige Erfahrungen gemacht. Wie wäre es mit einer Partie “Ultimate Soccer Tennis Handball”? Noch nie gehört? Liegt wahrscheinlich daran, dass es eine Idee für einen Nachmittag war.

    Manche Trendsportarten entstehen aus einer Not heraus: Headis, quasi Tischtennis mit dem Kopf, entstand, weil im Freibad der Fußballplatz schon belegt war. Inzwischen gibt es Weltmeisterschaften. Der Erfinder, René Wegner, war damals Sportstudent. Genauso war es bei John Köhler. Für sein Staatsexamen erfand er “Jokeiba”. Klingt ungewöhnlich und steht für “John Köhlers Eierball”. Der Sport wird inzwischen in mehreren deutschen Städten gespielt und enthält Elemente vom American Football (der Ball, passen und fangen) und vom Ultimate Frisbee (mit dem Ball in der Hand darf man nicht laufen). Ziel ist es, während eines Sprung in den Torraum den Ball zu fangen (genauere Infos gibt es hier). Scheint als wäre ein Status als Sportstudent die perfekte Voraussetzung, um einen neuen Sport zu entwickeln.

    Das deutsche Kin-Ball-Nationalteam bei der Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich.

    Einen Erfolg landete auch der Kanadische Sportlehrer Mario Demers mit seiner Idee. Kin-Ball wird in vielen Ländern bereits als Leistungssport betrieben, in 17 Ländern gibt es einen nationalen Verband. Auch in Deutschland gibt es eine kleine Gruppe an Spielerinnen und Spielern. Dieses Jahr hätte die zweite Saison der Bundesliga stattfinden sollen, doch zwei der drei Spieltage mussten leider abgesagt werden.

    Man sieht, der Kessel an tollen Ideen ist noch längst nicht ausgeschöpft. Wer weiß, welche Idee den nächsten Hit produzieren wird. Jede*r von uns könnte die nächste neue Trendsportart entwickeln. Vorausgesetzt man findet neben dem Spielen der ganzen anderen tollen Sportarten überhaupt noch Zeit dafür.

    Mehr Artikel zu Kin-Ball gibt es beim Magazin des unpopulären Sports.

    Sportpourri #02 – Vorfreude ist die schönste Freude

    © Foto: Deutscher Kin-Ball Verband

  • Die Löwen gehen weiter auf Körbejagd

    Das Coronavirus trifft alle. Egal ob Nischensportart, Amateurverein oder Bundesligist. Deshalb starteten auch die Basketball Löwen aus Braunschweig eine Sportcrowdfunding-Kampagne, um sich wirtschaftlich abzusichern.

    Ende April entschieden die Klubs der 1. Basketball-Bundesliga, die Saison nach gegebenen Möglichkeiten zu beenden. Dies sollte in einem modifizierten Playoff-Turnier passieren. Doch nur 10 von den 17 Teams entschieden sich für eine Teilnahme. Die Löwen aus Braunschweig gehörten nicht dazu. „Für uns war es, wie wahrscheinlich auch für die anderen sechs Teams, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, an diesem Saisonfortsetzungskonzept teilzunehmen“, begründete Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt diese Entscheidung. Aufgrund dieser wirtschaftlich angespannten Situation wollten die Löwen auf fairplaid.org innerhalb von vier Wochen 50.000 Euro sammeln. Die sollten einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung des aus der Corona-Krise resultierenden Fehlbetrags darstellen und dabei helfen, die Fortsetzung des Spielbetriebs zu sichern.

    Projektverlauf

    Die kommende Saison würde die 30. Spielzeit in der höchsten Basketballklasse des Landes für die Löwen sein. Der Standort Braunschweig hegt ein erhebliches Interesse an dem Sport, wie auch das erfolgreiche Projekt der SG Braunschweig zeigte. So konnten die Löwen bereits auf eine große Anhängerschaft bauen. Mit dem Hashtag #Löwencrowd starteten sie ihr Projekt und legten furios los.

    Nicht einmal sechs Tage nach dem Beginn wurde schon die 50%-Marke geknackt. Besonders beliebt bei den Fans war der signierte Löwenball, die Teilnahme am Team-BBQ sowie ein personalisiertes Teamfotoshooting. Außerdem gab es exklusive Shirts in allen Größen mit dem Kampagnenlogo. So konnte man nach außen zeigen, dass man Teil der Löwencrowd ist.

     

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    Ein Leckerbissen für alle Braunschweiger Basketballbegeisterten war das große Angebot an Sportkleidung. Von Pre-Season-Trikots über Warm-Up-Outfits bis zu original Heimtrikots ging so ziemlich alles über den virtuellen Ladentisch. Außerdem gab es einen gemeinsamen Bowlingabend oder eine Auswährtsfahrt im Teambus, Übernachtung im Teamhotel und VIP-Tickets zu erwerben. Die Löwen zogen alle Register und boten viel Abwechslung im Prämienshop.

    Großer Boost durch exklusives Sponsoring-Paket

    Die Prämien waren allerdings nicht nur auf die Fans, die bei Heimspielen die Halle füllen, ausgerichtet. Im Zuge der Sportcrowdfunding-Kampagne präsentierte der Klub auch ein neues Sponsoring-Paket für Unternehmen. Diese konnten eine Spielerpartnerschaft für eine komplette Saison erwerben. Mit 5.000€ war das die teuerste Prämie. Doch mit Erfolg: ein lokales Unternehmen sicherte sich das exklusive Paket.

    Als Erstligist einer großen Sportart erweckt man natürlich auch das Medieninteresse. So berichteten zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung, die Braunschweiger Zeitung sowie die Basketball-Blogs Schönen-Dunk.de und BBLprofis.de über die Kampagne der Löwen. Und auch auf den vereinseigenen Social Media-Kanälen wurde das Projekt fleißig beworben.

    Das fulminante Tempo, mit dem es losging, konnte jedoch nicht bis zum Ende gehalten werden. Die Spenden ging nicht mehr so zahlreich ein und erst kurz vor Schluss waren die 50.000€ erreicht. Stolz können die Löwen auf eine Unterstützerzahl von 594 blicken, die mit 52.700€ das Projekt finanzierten. „Es ist toll und ein starkes Zeichen für den Standort, dass wir das Crowdfunding erfolgreich abgeschlossen haben”, sagt Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt. Dadurch konnte ein wichtiger Teil zur Sicherung des Lebensraums der Löwen beigetragen werden, womit die Jagd auf die Körbe nächste Saison wieder losgehen kann.

    Was du vom Projekt der Basketball Löwen Braunschweig GmbH für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Auch nach einem guten Start sollte das Crowdfunding-Projekt über die ganze Laufzeit durchweg gepusht werden. Ein Abflachen der Unterstützerzahl nach den ersten Tagen ist dabei ganz normal.
    • Durch das Beschwören eines Gemeinschaftsgefühls mit Hilfe eines Kampagnen-Hashtags oder einem Projekt-Motto wird die Beziehung zu den Fans gestärkt.
    • Habe bei der Erstellung der Prämien die ganze Bandbreite möglicher Unterstützer im Blick: vom einfachen Fan bis zum finanzstarken Unternehmen.
  • TuS Neuhofen: Ohne Social Media zum Erfolg

    Die Anfrage kam unerwartet. Doch durch Abmeldungen von Teams aus der 1. Bundesliga, ergab sich für die 1. Badminton-Mannschaft der TuS Neuhofens die Möglichkeit, in die 2. Bundesliga nachzurücken. Eine historische Chance, denn zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielt das Team in der Bundesliga.

    Je höher die Spielklasse, desto höher sind allerdings auch die Ausgaben und Kosten. “Die Anschaffung von Spielfeldmatten, Saisongebühren, steigenden Schiedsrichter-, Fahrt- und Übernachtungskosten gehen in den zweistelligen Tausenderbetrag”, schreibt das Team auf ihrer Website. Einen Teil konnte man bereits selber finanzieren, doch es fehlte noch immer ein großer Betrag, um alle Kosten zu decken. Deshalb startete die TuS Neuhofen, genau wie ihre zukünftigen Gegner der TuS Schwanheim, eine Sportcrowdfunding-Kampagne auf unserer Partner-Plattform Toyota-Crowd. Die “Mission 2. Bundesliga” wurde gestartet!

    Projektverlauf

    Die Zielsumme wurde auf 6.666€ festgesetzt. Der Prämienshop war mit vielen persönlichen Fitnessprämien bestückt. Man konnte das gesamte Team zu Squats und Liegestütze verpflichten. Auch einzelne Teammitglieder boten sich an, für eine kleine Spende diverse Fitnessübungen durchzuführen.

    Außerdem gab es diverse Werbe- und Sponsoringpakete. Für nur 20€ konnte man für einen Spieltag die Namensrechte an einem der Spielfelder erwerben oder für 50€ als Sponsor des gesamten Tages auftreten. Sehr beliebt war die Prämie “Dein Song auf unserer Playlist”. Sie war am Ende restlos ausverkauft. Die Spielerinnen und Spieler der TuS Neuhofen dürfen sich also in Zukunft auf gute Unterhaltung freuen.

    Erfolg durch Mundpropaganda

    Den Großteil der Unterstützungen akquirierte die TuS Neuhofen über Werbung abseits von Social Media. Erst mit dem möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga eröffnete das Team einen Instagram-Account und wurde vermehrt auf Facebook aktiv. Deshalb konnte auf diesem Weg keine wirksame Reichweite erlangt werden.

    Stattdessen setzte man voll auf Mundpropaganda. Alle aus dem Team erzählten in ihrem Bekanntenkreis von dem Sportcrowdfunding-Projekt, schrieben Freunde auf WhatsApp an oder setzten den Link zur Spendenseite direkt in ihren Status. Für den selbsternannten Dorfverein (Die Rheinpfalz) war dies das Mittel zum Erfolg. Die Resonanz war durchweg positiv. So spendeten zum Beispiel gesamte Arbeitsabteilungen von Bekannten oder die Freunde von den Eltern der Spielerinnen und Spieler. Das Wort wurde weiter- und weitergetragen und die Spendensumme stieg stetig an.

    Bereits eineinhalb Wochen vor der Deadline erreichte die TuS Neuhofen ihr erklärtes Ziel. “Anfangs war ich kritisch, ob überhaupt genügend Leute spenden würden”, gesteht Timo Kettner, bei dem alle Fäden zusammenliefen. “Und am Ende war ich schon fast beschämt, wie viel zusammengekommen ist!” Denn nach Ablauf der Projektzeit hatten über 200 Unterstützer 7.681€ gespendet. Der Toyota-Fördertopf verhalf dem Projekt des Badminton-Teams mit 2.900€ und trug einen wichtigen Teil zum Erfolg bei.

    Damit nicht genug. Das Wort des Crowdfundings schwirrt noch immer durch den rheinland-pfälzischen Raum und die TuS Neuhofen erreichen weiterhin Anfragen wo und wie man noch spenden könne. Mit so viel Rückhalt lässt es sich sicherlich leichter in eine historische neue Saison starten.

    Learnings:

    • Verkünde die Botschaft in deinem Freundes- und Bekanntenkreis und bitte sie, dies ebenfalls zu tun.
    • Social Media ist nicht alles. Persönliche Kontakte können viel wertvoller sein.
    • Lass dich von anfänglichen Zweifeln nicht bremsen. Deine Crowd ist größer als du denkst!
  • Sportpourri #02 – Vorfreude ist die schönste Freude

    Wer kennt das nicht, wenn die Vorfreude auf etwas so groß ist, dass man abends kaum einschlafen kann und beim Frühstück keinen Happs runterbekommt?

    So erging es mir, als klar war, dass es bald wieder erlaubt sei sich zu sportlichen Aktivitäten zu treffen. Ok, zugegebenermaßen, ganz so heftig war es doch nicht. Ich bin ein guter Esser, doch die Aufregung vor dem Schlafen gehen war wirklich da.

    Vor allem am Abend bevor ich mit meinen Kollegen von der MUS-Redaktion zum Padel spielen verabredet war. Das Tolle daran, dass wir das Magazin des unpopulären Sports ins Leben gerufen haben, ist, diese Sportarten selbst auszuprobieren. Die Aussicht, dass wir uns an dem Tag zum ersten Mal seit Langem auch wieder real und nicht virtuell sehen würden, steigerte die Vorfreude immens. Und der Sport hielt, was ich mir von ihm versprach!

    Hannah Wolff und Paul Haas von der MUS-Redaktion bei einer Partie Padel.
    Am Anfang der Corona-Lockerungen waren beim Padel nur Einzel-Partien erlaubt.

    Niedrige Hürde, hoher Spaß!

    Padel, eine Mischung aus Tennis und Squash, wird immer im Doppel gespielt. Wir vier hatten also beste Voraussetzungen dafür. Mehr braucht man eigentlich auch nicht. Außer natürlich Equipment, aber das konnten wir vor Ort ausleihen. Meine weit zurückliegende Tennis-Erfahrung half mir ein bisschen, doch auch unser Chefredakteur konnte ohne diese Kenntnisse locker mithalten. Das besondere beim Padel sind die Wände, die den Court umgeben und die wie beim Squash bespielt werden dürfen. Das brachte eine ganz neue Ebene in das Spiel und es dauerte eine Weile bis wir uns daran gewöhnten. Danach aber entfalteten sich lange Ballwechsel, die sowohl gute Konzentration als auch gute Kommunikation im Team erforderten.

    Nach 90 Minuten Spaß war klar: Wir kommen wieder! Selten bietet ein Sport eine so niedrige Einstiegshürde gepaart mit einem hohen Maß an Spielfreude. Roundnet würde ich ebenfalls zu diesem exklusiven Club dazu zählen. Das spielt man auch zu viert. Und auch da steigt von Tag zu Tag die Vorfreude endlich wieder zu zocken! Ich glaube, ich habe einige schlaflose Nächte vor mir…

    Padel ist aktuell Sportart des Monats beim Magazin des unpopulären Sports. Schau auf musmagazin.de vorbei, um mehr zu erfahren oder höre dir die  aktuelle Folge “OhrenMUS” an.

    Sportpourri #01 – Mein Weg in die Unpopularität

     

  • TV 1881 Altdorf: Meister und doch kein Aufstieg?

    Sportlich lief die Saison für die ersten Volleyball-Damen des TV 1881 Altdorf einwandfrei. Vorzeitige Meisterschaft in der dritten Liga und Aufstieg in die zweite. Doch der Pflicht-Etat für die zweite Bundesliga beträgt mindestens 50.000€. Und als ob es nicht schon schwierig genug wäre, diesen Betrag zu sammeln, erschwerte zusätzlich die Corona-Pandemie die Sponsorensuche.

    Bereits drei Spieltage vor dem Saisonende war dem Team der Meistertitel nicht mehr zu nehmen. 13 Siege aus 15 Spielen sprechen für sich. Mit dem Aufstieg warteten aber nicht nur sportliche sondern auch wirtschaftliche Hürden auf die Volleyballerinnen des TV 1881 Altdorf. „Da grätscht uns die Corona-Krise jetzt natürlich extrem dazwischen. Denn viele Firmen wollen und können ganz einfach momentan nicht ein gewisses Budget für Sponsoring freigeben“, sagt Milan Dörnhöfer, Altdorfer Trainer, im Nürnberger Land.

    Um die finanziellen Auflagen des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) dennoch erfüllen zu können, startete der TV 1881 Altdorf, genauer gesagt die Volleyballerinnen, eine Sportcrowdfunding-Kampagne. Dort wurden als Ziele jedoch nicht die ganzen 50.000€ festgelegt, sondern “nur” ein Teilbetrag von 10.000€. Diese Summe sollte als “Startkapital für die 2. Bundesliga” zusammenkommen.

    Projektverlauf

    Gleich mit dem Projektvideo bewiesen die Sportlerinnen ihre Kreativität. Sie dichteten den Text aus dem Song “Liebe” der Band Moop Mama zu ihrem Nutzen um. Der musikalische Ansatz setzte sich in den angebotenen Prämien fort. Für nur 10€ sang oder tanzte eine der Spielerinnen zu einem ausgewählten Song. Dabei entstanden sehr unterhaltsame Videos, die man in der Instagram-Story des Teams bewundern konnte. Dort sind sie immer noch als Highlight gespeichert. Ein Blick lohnt sich allemal. Generell waren die Fränkinnen viel über ihre Instagram-Story aktiv und motivierten kreativ zum Spenden.

    Der zweite große Prämien-Themenschwerpunkt waren sportliche Aktivitäten. Man konnte das Team zu Push-ups, eigens ausgewählte Fitnessübungen oder zum Waldlauf verordnen. Schön war auch die Idee der Crowdfunding-Fanwall, auf der man sich mit Namen verewigen konnte und die in Zukunft bei Heimspieltagen aufgestellt wird. Als absoluter Prämienrenner entpuppten sich die 150x50cm großen Spielerinnenbanner, die ebenfalls bei jedem Heimspiel in der Halle aufgehängt werden. Sie wurden für 100€ angeboten und fast alle der 16 Banner waren am Ende der Kampagne verkauft.

    Erfolgreiche Finanzierung ist nicht gleich Startplatzgarantie

    Die enorme sportliche Leistung in der Saison 19/20 sowie die einfallsreiche Sportcrowdfunding-Kampagne schienen die Unterstützer sehr zu animieren. Nach nur fünf Tagen waren die 10.000€ erreicht und das Projekt somit bereits erfolgreich. In den verbliebenen Tagen kamen noch weitere 3.400€ dazu. Insgesamt wurde das Projekt der Volleyballerinnen des TV 1881 Altdorf von 273 Leuten unterstützt. Der Toyota-Fördertopf legte auf jede eingegangene 10€-Spende nochmal 20€ drauf und half der Kampagne letztendlich mit 3760€.

    Doch das erfolgreiche Projekt ist trotzdem keine Garantie, dass es mit der Teilnahme an der 2. Bundesliga klappt. Schließlich ist die erreichte Summe nur ein Bruchteil des benötigten Geldes. “Sollte trotz aller Bemühungen der 2. Liga Etat nicht erreicht werden, fließen die Gelder dennoch in den Etat der Damen 1 für die kommende 3. Liga-Saison. Das Ziel dieser Saison 2020/21 besteht dann darin, die Meisterschaft zu verteidigen, um nach der Corona-Krise mit besseren Rahmenbedingungen in die 2. Bundesliga aufsteigen zu können”, schreibt Projektstarterin Katharina Schön auf der Projektseite. Doch ob zweite oder dritte Liga, mit der aktuellen Teamchemie wird garantiert jede Saison zum Highlight.

    Was du vom Projekt von den Volleyballerinnen des TV 1881 Altdorf e.V. für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Kreativität zahlt sich aus!
    • Je mehr Personen an der Kampagne teilnehmen, z.B. durch Einlösen von Prämien, desto mehr Gewicht bekommt sie.
    • Eine transparente Kommunikation gegenüber den Unterstützern sorgt für wichtiges Vertrauen und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Spende.
  • TuS Ferndorf: 58.000€ für die zweite Liga

    Die Corona-Pandemie sorgte für den Ausfall der letzten fünf Saisonheimspiele des TuS Ferndorf. Knapp 130.000€ an Einnahmen fehlten deshalb in der Kasse.

    Ein Spiel vor eigenem Publikum ist nicht nur wegen der lautstarken Unterstützung der Fans toll, sondern trägt auch maßgeblich zur finanziellen Sicherheit eines Vereins bei. Den Handballern aus Ferndorf brach diese Stütze aus Ticketing, Catering und Merchandising weg. Um das Loch in der Kasse teilweise zu stopfen, startete der Verein aus Nordrhein-Westfalen eine Sportcrowdfunding-Kampagne. Als Motto wurde “Weiter 2. Liga!” ausgerufen. Innerhalb von vier Wochen sollten 50.000€ gesammelt werden.

    Projektverlauf

    Schon im Vorfeld des Projektes berichteten lokale Plattformen und Zeitungen wie WirSiegen.de und die Siegener Zeitung über das Vorhaben des TuS Ferndorf. “Bei unserem Crowdfunding-Projekt setzen wir auf die TuS-Familie, denn nur gemeinsam können wir es schaffen!”, schreibt Geschäftsführer und Projekstarter Dirk Stenger auf der Projektseite.

    Nur einen Tag vor dem Kampagnenstart erklärte die Deutsche Handballbundesliga die Saison für beendet. Der TuS Ferndorf schloss die Spielzeit auf dem neunten Platz ab. Doch es konnte auch etwas positives aus dem erzwungenen Stillstand abgeleitet werden. Der geplante Ausbau der Sporthalle Stählerwiese konnte in Angriff genommen werden. Die Heimarena des TuS Ferndorf soll zukünftig mehr Zuschauern Platz bieten. Der Abriss der Betonwand wurde zugleich in das Sportcrowdfunding-Projekt eingebunden. Fans konnten sich einen originalen “Mauerstein” der geliebten Stählerwiese ergattern.

    Riesiger Prämienshop sorgt für große Abwechslung

    Mit über 130 Angeboten hatte der Prämienshop einiges zu bieten. Von Fanartikeln über Gutscheine, von einem Grillfest mit der Mannschaft über einen Golf-Schnupperkurs bis zu einer Erlebnistour auf dem Siegerlandflughafen war für jede*n etwas dabei. Außerdem konnten einige Sponsoringpakete erworben werden. Auch die Spieler stellten sich für zahlreiche Events zur Verfügung. So gab es zum Beispiel ein gemeinsames Fifa- oder Minigolf-Turnier mit drei Spielern des TuS Ferndorf. Eine Prämie, die sicherlich jedes Fan-Herz höher schlagen lässt, war das Angebot, den eigenen Namen in das Trikot der kommenden Saison einarbeiten zu lassen. “Mit dieser Möglichkeit seid ihr noch näher an der Mannschaft und immer dabei!”.

    Als feste sportliche Größe in Südwestfalen konnte der Verein auf Unterstützung seiner Partner und Sponsoren, aber auch von Sportlern aus anderen Disziplinen bauen. Die Skeleton-Fahrerin Jacqueline Lölling spendete originale Trikots für die Kampagne des TuS Ferndorf. So schnell wie sie den Eiskanal hinunterbrettert, ging es mit der gespendeten Summe allerdings nicht nach oben. Dennoch wuchs die Zahl stetig, sodass drei Tage vor der Deadline das Erreichen der 50.000€ freudig verkündet werden konnte. “Ihr seid der Hammer! Wir haben unser Ziel dank Euch schon heute erreicht. Aber natürlich machen wir weiter, denn jeder Euro zählt”, hieß es dazu auf dem Instagram-Account des TuS Ferndorf.

     

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    Über 500 Unterstützer/innen beteiligten sich

    Über den gesamten Kampagnenverlauf hinweg veröffentlichte der Verein auf seinen Social Media-Kanälen schick aufbereitete Grafiken, um bestehende und neu hinzugefügte Prämien zu bewerben. Die Mühen haben sich gelohnt. Am Ende sammelte der TuS Ferndorf 58.385€ und profitierte dabei auch von den Fördertöpfen von fairplaid und Toyota. Diese steuerten 590€ bzw. 1820€ zum erfolgreichen Abschluss bei. Der Großteil des Danks geht aber natürlich an die über 500 Unterstützerinnen und Unterstützer, die den Verein unterstützten.

    Mit ihnen würde man fast die Heimarena Stählerwiese voll bekommen. Noch. Denn nach dem aktuellen Umbau kann die TuS Ferndorf mit noch mehr Fans den Start in die nächste Saison feiern. Mit neuem Stadion, neuen Trikots und neuem Elan.

    Was du vom Projekt vom TuS Ferndorf für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Ein abwechslungsreicher Prämienshop erhöht die Chancen auf eine Unterstützung
    • Besondere Fan-Erlebnisse mit Spielern und einzigartige Prämien, die nicht im normalen Fan-Shop zu erwerben sind, haben einen hohen Stellenwert bei den Unterstützern und sind daher immer schnell vergriffen
    • Die Einbindung der lokalen Presse in die Kommunikation sorgt für stetige Berichterstattung und somit dauerhaft erhöhter Aufmerksamkeit
  • TSV Wattenbek: Die Peitschen knallen weiter!

    Den 1. Frauen des TSV Wattenbek drohte wegen Zahlungsunfähigkeit der Zwangsabstieg aus der dritten Handball-Liga. Der Verein verkündete bereits die Entscheidung. Doch dann nahmen die Spielerinnen ihr Schicksal selbst in die Hand und starteten eine Sportcrowdfunding-Kampagne.

    Zu der unsicheren wirtschaftlichen Lage gesellte sich auch noch eine erfolglose Trainersuche. Die Aussichten auf einen Verbleib in der dritten Liga waren schlecht. Doch das Team, dessen Spitzname “Die Peitschen” ist, wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Zusammen entschlossen sich sich dazu, ein Sportcrowdfunding auf unserer Schwesterpartnerplattform, der Toyota-Crowd, zu initiieren. Unter dem Motto “Lasst die Peitschen weiter knallen!” sollten innerhalb von 14 Tagen 7.000€ gesammelt werden.

    Projektverlauf

    Die Deadline für ihre Kampagne war den Spielerinnen nicht selbst überlassen. Bis zum 15. Mai musste die Anmeldung für die dritte Liga beim Deutschen Handballbund (DHB) eingegangen sein. Um jeden Tag bis zum Stichtag nutzen setzen sie das Projektende auf den 14. Mai. “Wir haben eine große Bitte an jeden von euch: Helft uns unseren Traum der 3. Liga weiter am Leben zu erhalten! Gemeinsam machen wir das Unmögliche möglich”, schreibt Projektstarterin Maxie Bech auf der Projektseite. Das gesammelte Geld sollte die Kosten für Auswärtsfahrten, Schiedsrichter/innen und das Kampfgericht decken. “Nur, wenn diese Zahlungen gewährleistet werden können, kann der TSV Wattenbek weiterhin in der 3. Liga bestehen und den Leistungshandball in der Region aufrechterhalten”, schreibt Bech. Die Peitschen sind seit drei Jahren fester Bestandteil der dritten Handball-Liga und standen vor der Zwangspause auf dem achten Tabellenplatz.

    Erfolgreiche Offline-Aktion

    Neben dem eigenen Facebook- und Instagram-Account halfen auch lokale Zeitungen bei der Verbreitung der Sportcrowdfunding-Kampagne. Sogar der DHB schrieb in einer Mitteilung über das Vorhaben der Peitschen. Sehr erfolgreich verlief eine Aktion der Spielerinnen auf den Straßen Wattenbeks. Kurz nach Kampagnenstart zog das Team zusammen von Haus zu Haus, um das Projekt bekannter zu machen. Natürlich unter Einhaltung der geltenden Corona-Abstandsregelungen. Dabei verkauften sie Dauerkarten für die kommende Saison sowie Retterkarten, die es auch im Prämienshop zu erwerben gab. Hierdurch kamen knapp 1.700€ zusammen – ein Viertel der angestrebten Zielsumme war somit schon finanziert.

    Nur drei Tage später, fünf nach Kampagnenstart, knackten die Peitschen die Grenze von 7.000€, zur Belohnung wurde geschwitzt. Schließlich mussten die gekauften Liegestützpakete eingelöst werden. Neben handballspezifischen Prämien boten die Peitschen auch etliche soziale Dienstleistungen an. Man konnte zum Beispiel einen Lieferdienst und Hundesitting durch die Spielerinnen erwerben oder das Team für mehrere Stunden zum Müllsammeln schicken.

    Ein Klassiker, der auch beim TSV Wattbek funktionierte, war der Verkauf von originalen Trikots. Zusätzlich zu den eigenen bekamen die Peitschen zwei Trikots des ehemaligen Handballspielers Christian Sprenger zur Verfügung gestellt. Die beiden Prämien des fünffachen Deutschen Meisters und zweimaligen Champions League-Siegers waren vergriffen.

     

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    Happy End in Wattenbek

    Letztendlich sammelten die Peitschen aus Wattenbek über 11.500€! Das Ziel wurde mit 66% zusätzlicher Finanzierung quasi pulverisiert. Aus dem Toyota-Fördertopf flossen 1.l940€ an das Team aus Schleswig-Holstein. “Wirklich absoluter Wahnsinn! Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die uns unterstützt haben. Das bedeutet dem ganzen Team wirklich sehr viel!”, heißt es ihrer Facebook-Seite. Doch nicht nur die Sportcrowdfunding-Kampagne war erfolgreich. Auch bei der Trainersuche punkteten die Peitschen: Mannhard Bech, ehemaliger Handballnationalspieler und Vater der Projektstarterin Maxie Bech, erklärte sich dazu bereit, die kommende Saison honorarfrei als Coach zu bestreiten.

    Damit war das Happy End zum Greifen nah. Nur einen Tag nach Ende des Projekts meldeten sich die 1. Frauen des TSV Wattenbek zum Spielbetrieb der dritten Liga. Dort werden die Peitschen weiter knallen!

    Was du vom Projekt vom TSV Wattenbek für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Offline-Aktionen bringen die Kampagne auf eine persönliche und vertrauliche Ebene
    • Wenn alle an einem Strang ziehen, ist alles möglich!
    • Angebotene Sozialleistungen bieten eine gute alternative zu klassischen Sportprämien
  • Jessica Steiger: 7.000€ für den Olympia-Traum

    Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 sollte für Jessica Steiger die Erfüllung eines Lebenstraums werden. Doch die Verschiebung durchkreuzte alle ihre Pläne. Dass Ende August 2020 etliche Sponsorenverträge auslaufen, brachte Steiger zusätzlich in finanzielle Schwierigkeiten.

    Die 27-jährige Schwimmerin gewann bereits mehrere Deutsche Meisterschaften und hält den Deutschen Rekord über 200m Brust. Auch bei Europa- und Weltmeisterschaften sprang sie für Deutschland ins Becken und schwamm immer bis ins Finale. Doch ein Turnier fehlt in ihrer illustren Sammlung: die Olympischen Spiele. Dieses Jahr sollte es endlich klappen, doch die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das Event auf 2021 zu verschieben, traf Steiger hart.

    “Die Entscheidung ist völlig richtig und vernünftig”, sagt sie in ihrem Projektvideo, “für mich stellt sich allerdings die Frage, ob ich weiter machen kann oder ob alle Mühen umsonst waren”. Denn eigentlich wollte sie nach den Wettkämpfen in Tokio sportlich kürzer treten und sich auf den Einstieg ins Berufsleben konzentrieren. Deshalb waren ihre Sponsorenverträge nur für dieses Jahr abgeschlossen. Für eine weiteres Jahr Vorbereitung auf Topniveau fehlte ihr somit das nötige Geld.

    Projektverlauf

    Schließlich entschied sich Jessica Steiger dazu, eine Sportcrowdfunding-Kampagne bei der Toyota-Crowd als “Mission Tokio 2021” zu starten. Auf der Projektseite erklärt sie ganz genau, wofür sie das Geld benötigt. Der größte Betrag fällt für die Kosten für zwei Trainingslager an. Mit 3.500€ stellt dieser Posten die Hälfte der angestrebten 7.000€. Außerdem fallen Kosten für Nahrungsergänzungsmittel, Wettkampfanzüge und einen Sportpsychologen an. “Ohne diese Dinge ist eine 100%ige Vorbereitung auf die Spiele absolut unmöglich”, schreibt Steiger.

    Als mehrfache Deutsche Meisterin und Rekordhalterin berichtete die Presse gerne über die Sportcrowdfunding-Kampagne von Steiger. Die WAZ brachte während der Laufzeit mehrere Artikel über die Gladbeckerin. Auch das Magazin Swim Swam und die Swim Sportnews informierten über den Start der “Mission Tokio 2021”. Auf Facebook und Instagram konnte Steiger auf eine Crowd von über 2.000 bzw. 3.000 Followern zurückgreifen. Mit einem emotionalen Post gab sie den Startschuss für eines der wichtigsten Rennen ihrer Karriere.

    Rekordverdächtiger Zieleinlauf

    Wie bei den Rennen im Schwimmbecken, kam sie auch bei ihrem Projekt schnell ins Ziel. Nach nur vier Tagen waren die 7.000€ bereits gesammelt. Überwältigt bedankte sich Steiger bei ihren Unterstützern. “Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass das Geld überhaupt zusammen kommen würde! Ich bin euch unendlich dankbar dafür!”, schrieb sie auf Facebook. Und es war noch 17 weitere Tage möglich, die Summe zu erhöhen. Mit signierten Postern, Badebekleidung des Ausstatters Funkita oder einem individuell erstellten Trainingsplan war der Prämienshop gut bestückt. Ein*e glückliche*r Unterstützer*in erwarb eine signierte Badekappe der Schwimmerin. Per Story-Takeover nutzte sie auch die Reichweite des fairplaid-Instagramaccounts.

    Am Ende hat sich die Sportcrowdfunding-Kampagne für Jessica Steiger voll ausgezahlt. 113 Unterstützer spendeten 12.565€ und übertrafen das gesteckte Ziel um ganze 80%! Auch der Toyota-Fördertopf hatte seinen Anteil daran. 1140€ flossen ins Sammelbecken dazu. Der Traum der Olympiateilnahme lebt also weiter. Unabhängig von Sponsoren kann Steiger nun in die Vorbereitung starten. Einen ganz persönlichen Antrieb verrät sie ebenfalls auf der Projektseite: “Für meinen Vater hingegen, wäre meine Teilnahme nicht nur ein Traum, sondern auch eine verlorene Wette. Als ich ihm im Alter von 10 Jahren von meinem Traum erzählte, versprach er mir, sich, wenn ich es jemals zu Olympia schaffe, die Olympischen Ringe auf sein Hinterteil tätowieren zu lassen. Dass ich das sehen möchte, versteht sich von selbst”. Das sehen 113 andere Personen anscheinend ebenso.

    Was du vom Projekt von Jessica Steiger für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Eine transparente Kostenaufstellung stärkt das Vertrauen in deine Kampagne
    • Mit einer authentisch erzählten Projekt-Story erregst du Aufmerksamkeit und überzeugst viele Unterstützer
    • Sei mutig bei der Zielsumme – es kommt oft mehr zusammen, als man erwartet
  • Acacio Cossa: Mit dem Strike Force zur Meisterschaft

    Um seinen Traum von der Meisterschaft im E-Rolli-Fußball zu verwirklichen, startete Acacio Cossa ein Sportcrowdfunding-Projekt. Das Objekt der Begierde: ein Strike Force. Dieser Rollstuhl ist extra für E-Rolli-Fußball konzipiert. Doch die Qualität hat ihren Preis: Acacio Cossa benötigte 11.100€.

    Seit ca. 10 Jahren ist der 30-jährige Acacio auf Grund einer fortschreitenden Muskelerkrankung, der sogenannten Muskeldystrophie Typ Duchenne (kurz DMD), auf einen Elektro-Rollstuhl angewiesen. Nach seinem Umzug nach Dresden, wo er ein Studium der Medieninformatik begann, erfuhr er von der Möglichkeit E-Rolli-Fußball zu spielen. Gleich bei seinem zweiten Turnier 2017 wurde er zum besten Spieler gewählt.

    im Jahr 2019 wurde die erste Bundesligasaison mit vier Teams bestritten. Cossas Team, die Power Lions Dresden, wurden Vizemeister. “Spielerisch sind wir gut aufgestellt. Für den Meister hat es trotzdem nicht gereicht, weil wir unserem Finalgegner rollstuhltechnisch unterlegen waren”, resümiert Cossa. Der Grund: im gegnerischen Team fuhren drei Strike Force über das Feld. In der kommenden Saison 2020/2021 wollen die Power Lions richtig angreifen und dafür will Acacio Cossa sich seinen eigenen Strike Force anschaffen.

    Projektverlauf

    Das Sportcrowdfunding-Projekt bei der Toyota-Crowd startete so furios wie der erwünschte Rollstuhl auf dem Platz. Nach vier Tagen war die 50%-Marke bereits erreicht. Einige Zeitschriften brachten Artikel über den “lebenslustigen aufgeschlossenen jungen Mann”, wie es die Pieschen-Aktuell schreibt. Auch die Dresdner Neuesten Nachrichten schrieben über Cossas Kampagne. Im Sachsen-Fernsehen lief sogar ein eigens gedrehter Beitrag über Cossa und die Power Lions Dresden. Das gab viel Rückenwind für das Projekt. Auf seiner Facebook-Seite postete Cossa fast täglich Updates und informierte seine Fans über den aktuellen Stand. Auch auf der Facebook-Seite der Power Lions Dresden gab es ständig neue Informationen.

    Die Nachricht über das Crowdfunding-Projekt machte die Runde. Der 30-Jährige bekam sodann Unterstützung aus dem Profisportbereich. Der Handball-Zweitligist HC Elbflorenz Dresden stellte Sachspenden als Prämien zur Verfügung. Der Fußball-Zweitligist SG Dynamo Dresden ging zusätzlich sogar noch einen Schritt weiter und spendete 500€ für Cossas Kampagne. Außerdem verfassten sie einen Artikel auf ihrer Vereinswebsite und riefen alle Fans zum Spenden auf. Da waren ca. zwei Drittel der angepeilten Summe finanziert und nur eine Woche später waren die 11.100€ erreicht. Zwischenzeitlich fehlte tatsächlich nur ein einziger Cent zum Erreichen der Zielsumme.

    Weil noch zwölf weitere Tage bis zum Ende der Kampagne übrig waren, verkündete Acacio Cossa, dass er die Mehreinnahmen an seinen Verein SV Motor Mickten-Dresden spenden wolle. Genauer gesagt an die Abteilung des E-Rolli-Fußballs. Tatsächlich kamen am Ende 11.420€ von 212 Unterstützern zusammen. Der Toyota-Fördertopf steuerte dem Projekt 1.960€ bei.

    Damit stand dem Strike Force nichts mehr im Wege. Inzwischen hat Acacio Cossa den speziellen Elektro-Rollstuhl bestellt und muss nur noch die Lieferung abwarten. Anschließend kann die Verwirklichung des Meistertraums endlich starten. Dank des Spendenüberschusses sogar mit neuen Trikots für die Power Lions.

    Was du vom Projekt von Acacio Cossa für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Mit Leidenschaft und Authentizität meistert man jedes Projekt.
    • Auch wenn die Zielsumme früher erreicht ist, lohnt es sich weiter Spenden zu sammeln. Alle Mehreinnahmen werden am Ende ausgezahlt.
    • Verwirkliche deinen Traum. Du hast keine Ausreden.
  • BG Hagen: Sieg im Spiel des Jahres

    Nach dem Abbruch der Basketballsaison rief die Basketballgemeinschaft zum wichtigsten Spiel des Jahres: BG Hagen vs. Corona 2020. Vereint unter dem Hashtag #oneteam, sollte per Sportcrowdfunding-Kampagne der finanzielle Rückstand aufgeholt werden, den Corona verursacht hatte.

    Tippoff der Partie war am 21.04.2020. In vier Vierteln bzw. Wochen musste die BG Hagen 25.000 Punkte bzw. Euros sammeln. Das sind 8.334 erfolgreiche Drei- oder 12.000 Zwei-Punktewürfe. „Das ist ambitioniert“, wird Kosta Filippou, Trainer der ersten Mannschaft, in der Westfalenpost zitiert. Was sollte man von einem Spiel des Jahres auch anderes erwarten?

    Projektverlauf

    Anders als bei einem Basketballspiel auf dem Court, gab es bei diesem Match keine begrenzte Anzahl an Spielerinnen und Spieler. Bei der scheinbaren Übermacht des Gegners ein Hoffnungsschimmer für die Hagener. Im Prämienshop des Sportcrowdfunding-Projekts konnte man sich selbst per Prämienkauf als Spieler*in aufstellen und wichtige Punkte für den Sieg beisteuern.

    25 Punkte bzw. Euro brachte die Auswahl eines Pointguard, Forward, Power Forward oder Center. Diese Positionen wurden mit einem speziellen T-Shirt belohnt. Als Shooter, Hustler oder Shot-Blocker steuerte man sogar 100 Punkte bei und bekam dafür ein Wurftraining, Konditionstraining oder ein Big-Men-Workout mit einem der Hagener Basketballspieler. Auch als Coach konnte man 100 Punkte erzielen und sicherte sich eine Trainingseinheit mit den Trainern Kosta Filippou und Christoph Coura für das eigene Team. Wer lieber noch mehr Zähler für die BG Hagen holen wollte, konnte als Manager (300 Punkte) oder Assistant Coach (500 Punkte) beim Duell gegen Corona teilnehmen. Diese Prämien versprachen ein Abendessen inkl. Begleitung mit zwei Spielern der BG Hagen und eine ganz reale Rolle als Assistant Coach für eine Begegnung, sobald der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden würde.

    Erst guter Start, dann Schwächephase vor der Halbzeit 

    Der Regionalligist aus Nordrhein-Westfalen startete gut in das Spiel. Nach dem ersten Viertel standen bereits 5.565 Punkte auf der Anzeigetafel. 67 verschiedene Unterstützer trugen sich auf der Scoringliste ein. Im zweiten Viertel pushte die BG Hagen die Motivation und fügte dem Prämienshop eine exklusive Online-Lesung des Buches “The Great Nowitzki” von Autor Thomas Pletzinger hinzu. Dennoch konnte der Halbzeitstand nicht die 50 Prozent der zu erzielenden Punkte decken: 7.020€ von 91 Personen standen zur Buche.

    „Ja, das ist schon schwer für uns“, seufzt Fredi Rissmann, Klubchef und seit 45 Jahren im Vorstand, gegenüber der Westfalenpost. Seit 45 Jahren gibt es auch das Hagener Basketball-Freiluftturnier, das dieses Jahr zum ersten Mal abgesagt werden musste. Im Prämienshop konnte man sich aber schon einen Startplatz für das nächste Jahr und eine “Ausschlaf-Garantie” buchen (“Dein Team spielt weder Samstag noch Sonntag vor 11 Uhr!”). Auch der Ausfall diverser Jugendcamps hinterließen Lücken in der Vereinskasse. „Was wir uns in den letzten zehn Jahren aufgebaut haben, droht zusammenzubrechen“, macht Coach Filippou klar. Umso wichtiger war es, in der zweiten Spielhälfte nochmal richtig anzugreifen.

    Spannung bis zur Schlusssirene

    Viele der Crowdfunding-Teammitglieder entschieden sich für originale Trikots der Hagener Mannschaft. Von 14 Spielern waren die Jerseys am Ende ausverkauft. Entsprechende ausgestattet trat das Megateam wieder als entschlossene Einheit auf. Mit 145 Spieler*innen, die über 15.000 Punkten erzielten, wurde es langsam enger auf dem virtuellen Basketballcourt. Die BG Hagen warf nochmal alles nach vorne und machte kräftig Werbung auf ihrem Facebook-Profil. Sogar das örtliche Autokino half mit einer Solidaritätsaktion aus.

    Die letzten Minuten waren ein Krimi. Die Crunchtime hatte begonnen und noch immer fehlten knapp 3.000€ zur erlösenden 25.000er Grenze. Mit einem reinen Willens- und Kraftakt durchbrach das #oneteam tatsächlich die Zielsumme mit der Schlussirene. Mit einem Endstand von 25.545 Punkten und 217 aktiven Spielerinnen und Spieler gewann die BG Hagen ihr wichtigstes Spiel des Jahres!

    Was du vom Projekt von der BG Hagen für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • eine kreative Hülle gibt deiner Sportcrowdfunding-Kampagne einen persönlichen Charakter und hebt sie von anderen Projekten ab
    • eine unterhaltsame Social Media-Begleitung verhindert eine drohende Redundanz
    • bleibe bis zum Ende am Ball und deine harte Arbeit zahlt sich aus
  • Denise Krebs: “Als hätte ich bei ‚Wer wird Millionär‘ gewonnen“

    Denise Krebs war bereit. Vier Jahre Vorbereitung sollten im Höhepunkt ihrer Karriere münden: die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Doch dann kam das Corona-Virus und die Verschiebung der Spiele. Krebs stand vor der Frage: aufhören oder weitermachen?

    Die Mittel- und Langstreckenläuferin hatte einmal den Kaderstatus im Deutschen Leichtathletikverband (DLV) inne und die Betonung liegt auf „hatte“. Daher musste sie schon die Vorbereitung für 2020 zu 100 Prozent alleine finanzieren. Die Entscheidung, die Olympischen Spiele in Tokio zu verschieben, reißt einem da den Boden unter den Laufschuhen weg. Weil ihr aktueller Arbeitsvertrag im August ausläuft, geriet eine erneute Selbstfinanzierung in unsichere Gewässer. Um den Kurs dennoch zu stabilisieren und Fahrt auf Tokio 2021 zu nehmen, startete Denise Krebs eine Sportcrowdfunding-Kampagne in der Toyota-Crowd: “Aufgeben ist keine Option!”.

    Projektverlauf

    “Es lief alles nach Plan, doch dann kam Corona. Es wird mein letzter Versuch sein”, schreibt Denise Krebs auf ihrer Projektseite. Eigentlich wollte sie nach den Spielen 2020 ihre Karriere beenden. Seit sie klein war, träumt das Drillingskind von einer Teilnahme bei Olympia und versprach es damals sogar ihrem Vater. 2012 und 2016 verpasste sie den Startplatz denkbar knapp. 2012 nur um 1/100-Sekunde. “Zwei Mal stand ich alleine da, diesmal trifft es die ganze Welt”, wird Krebs in der Heilbronner Zeitung Stimme zitiert. Auch das lokale Blatt echo24 und das Portal Sportfrauen.net berichteten über das Projekt der Leichtathletin.

    Die erste Hürde der Olympia-Vorbereitung war somit ein Rennen über 8.000€. Drei Wochen hatte Krebs dafür Zeit. Neben klassischen Sponsoringpaketen wie Logo-Platzierungen gab es auch ein gemeinsames Laufen oder die Sportschuhe, in denen sie ihre Bestzeit über 800 und 1.500 Meter gelaufen ist. Besonders beliebt war die originale Sportbekleidung, in der Denise Krebs für Deutschland bei Wettkämpfen an den Start ging. Knapp 20 Mal war dies bereits der Fall. Sie stand im Finale bei Europameisterschaften und gewann mehrere Deutsche Meisterschaften.

    Anfängliche Skepsis wandelt sich in große Freude

    “Ich hatte gehadert das Projekt überhaupt zu starten. Wir Sportler trainieren so hart, um unsere Ziele zu erreichen. Oft haben wir das Gefühl, dass wir alleine sind und der Leistungssport keinen Stellenwert mehr in unserer Gesellschaft hat. Das Projekt hat mir das Gegenteil bewiesen”, sagte Krebs gegenüber Sportfrauen.net. Am Anfang habe sie daran gezweifelt, ob überhaupt jemand für ihre Sportcrowdfunding-Kampagne spenden würde. Doch bereits acht Tage vor dem Zieleinlauf war die erforderliche Summe erreicht. Denise Krebs fühlte sich “als hätte ich bei ‚Wer wird Millionär‘ gewonnen“ (echo24).

    Und auch in den verbliebenen Tagen wurde noch ordentlich Strecke gemacht. 137 Unterstützer sorgten für eine Summe von 12.111€ und somit knapp 50% mehr als die studierte Journalistin erhofft hatte. Der Toyota-Fördertopf stellte dabei 1.900€ zur Verfügung. Mit dem Geld will Krebs nun vier Trainingslager in über 2.000 Höhenmeter finanzieren. “Mit einem Höhentrainingslager wird die Transportkapazität von Sauerstoff durch die Vermehrung von roten Blutkörperchen erhöht, sodass damit die Ausdauerleistung verbessert werden kann”, erklärt sie auf der Projektseite.

    Das virtuelle Qualifikationsrennen für Tokio 2021 ist erfolgreich beendet. Jetzt kann Denise Krebs mit Rückenwind die echte Qualifikation in Angriff nehmen; und hoffentlich das Versprechen bei ihrem Vater einlösen.

    Was du vom Projekt von Denise Krebs für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Lass dich von anfänglichen Zweifeln nicht unterkriegen. Deine Crowd ist größer als du denkst!
    • Habe eine klare Vision für dein Vorhaben.
    • Biete attraktive Prämien in verschiedenen Preissegmenten an
  • Sportpourri #01 – Mein Weg in die Unpopularität

    Es gab diesen einen Moment. Wann der genau war, weiß ich nicht mehr. Aber ich saß vor dem Fernseher und schaute Fußball. Doch nichts daran reizte mich mehr.

    Es kamen keine wirklichen Emotionen auf. Während der Fußball-WM 2002 stürmte ich noch jeden Tag nach der Schule eilig nach Hause, um auf keinen Fall den Anpfiff zu verpassen. Jetzt sah ich einfach 22 Männer, die einen Ball über den Rasen schoben.

    Vielleicht war es zu der Zeit, als ich anfing American Football zu spielen. Ich verfolgte die National Football League (NFL) aus den USA so intensiv, dass kaum noch Platz für Fußball blieb. Dabei merkte ich, wie nah bei dem amerikanischen Nationalsport Freud und Leid liegen. Jeder Spielzug kann zu Punkten führen. Für beide Teams. Da sind extreme Emotionen vorprogrammiert! Das hat mich gepackt und begeistert. Nur selber zu spielen lag mir nicht so. Mit der gewollt harten Gewalt, die einige meiner Mitspieler auf den Platz brachten, kam ich nicht zurecht. Nach eineinhalb Jahren war ich wieder nur NFL-Fan. Ein neuer Sport musste her.

    Quidditch begeisterte sofort

    Quidditch kam genau zur richtigen Zeit. Am meisten gefiel mir der Aspekt, dass der Sport gemischt-geschlechtlich gespielt werden MUSS. So schreibt es das Regelwerk vor. Dass der Sport Elemente aus verschiedenen Sportarten vereint (Rugby, Dodgeball, Handball, Basketball), faszinierte mich ebenso. Und ganz wichtig: auch Quidditch hält viele Emotionen bereit! Das Spielelement des Schnatzes birgt eine ungeahnte Spannung. So haben leicht unterlegenen Teams eine Möglichkeit, das Spiel trotzdem für sich zu entscheiden.  Das kann den ganzen Spielverlauf komplett auf den Kopf stellen. Dazu kommt, dass die Community so herzlich miteinander umgeht, dass jedes Turnier zu einem großen Familienfest wird. Quidditch hat mich gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen.

    In den letzten Jahren erweiterte sich mein unpopulärer Horizont immens. Immer wieder erfuhr ich von Sportarten, die ein Nischendasein führen. Jugger, Einradhockey oder Roundnet sind nur drei Beispiele der unendlichen Fülle. Solche Sportarten machen den Mix erst richtig interessant.

    Von diesem Sportartenmix soll diese Kolumne handeln und Einblicke in so manch unbekannte Welten geben. Von jetzt an soll es das “Sportpourri” alle zwei Wochen geben. Ich hoffe, in dir eine*n neue*n Leser*in gefunden zu haben. Für Feedback, Kommentare und Anregungen bin ich immer offen.

    Wie Deutschland zu einer der größten Quidditchnationen weltweit wurde

  • Science-City-Fans verhelfen Jenaer Crowdfunding-Aktion zum Erfolg

    Um die Nachwuchs- und Breitensportabteilung in Zeiten der Corona-Krise zu stabilisieren, startete Science City Jena eine Sportcrowdfunding-Kampagne auf fairplaid.org. Nach dem vorzeitigen Saisonende der BARMER 2. Basketball-Bundesliga erwartete der Verein finanzielle Einbußen in sechsstelliger Höhe.

    Das vorzeitige Saisonende, der Ausfall der Playoffs 2020 sowie die damit verpasste Chance auf eine mögliche Rückkehr in die easyCredit BBL trafen Science City Jena seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie bis ins Mark. Entgangene Einnahmen im wirtschaftlichen Bereich sowie die fehlende Möglichkeit eines Wiederaufstiegs in die Elite-Liga stellen und stellten die Thüringer vor akute Herausforderungen.

    Um direkt und unmittelbar darauf zu reagieren, entschieden sich die Basketballer aus der Stadt der Wissenschaft, ein Sportcrowdfunding-Projekt zu realisieren. So sammelten sie in drei Wochen 37.195€ und damit sogar etwas mehr als die ursprünglich geplanten 35.000€. Doch nicht nur die 326 Unterstützer trugen dazu bei, sondern auch die Fördertöpfe der Toyota-Crowd und fairplaid.org bezuschussten das Projekt mit 1.660€ bzw. 990€.

    Projektverlauf

    Direkt zu Beginn wurde die Initiative, die von den Hashtags #StandTogether und #JenaNeverStops geprägt war, über die clubeigenen Social-Media-Kanälen beworben. Auch in der Presse fanden sich schnell die ersten Beiträge der Crowdfunding-Kampagne. Nachdem sich der MDR und JenaTV dem Projekt gewidmet hatten, folgten auch Hörfunk sowie Printmedien zeitnah und kontinuierlich wiederholend.

    Dies verhalf der Jenaer Offensive zu einem vielversprechenden Start. “Bis zum Mittag wurden bereits über 4.000 Euro gesammelt”, schreibt beispielsweise der MDR über den erfolgreichen Auftakt des ersten Tages. In den folgenden Wochen informierten die Social Media-Kanäle des Thüringer Vereins regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen des Crowdfundings. Mit ansprechenden Grafiken und Beiträgen animierten die Basketballer ihre Fans, um Science City zu unterstützen.

     

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    Auch auf ihrer Homepage veröffentlichten die Saalestädter mehrfach Zwischenstände, um im selben Atemzug die Prämien der drei Wochen andauernden Initiative zu bewerben. Zu den Highlights im Rahmen des Crowdfundings avancierten u.a. die original getragenen Trikots der Mannschaft und zweier ehemaliger Spieler des Teams. So hatten mit dem aktuellen deutschen Nationalmannschafts-Center Johannes Voigtmann und Guido Grünheid zwei Adlerträger ihre WM-Trikots zum Erwerb zur Verfügung gestellt. Insgesamt wechselten stolze 27 Trikots für den Einzelpreis von 200 Euro den Besitzer. Auch das für die Sportcrowdfunding-Kampagne speziell designte T-Shirt erhielt enorm positives Feedback. So können sich die Fans nun voller Stolz der Öffentlichkeit präsentieren und nachweisen, dass sie die Jenaer #StandTogether-Aktion unterstützt haben.

    Nach fünf Tagen erreichte man bereits die 50 Prozentmarke der anvisierten Summe von 35.000€. Um das Interesse an den interessanten Prämien hochzuhalten, wurden im Verlauf der Kampagne immer wieder neue Angebote veröffentlicht und über Beiträge auf Instagram oder Facebook präsentiert.

    Erfolgreiches Projekt sorgt für glückliche Gesichter in Jena

    Letztlich sorgten zahlreiche Beiträge, Bewerbungen, Grafiken und Texte für die notwendige Aufmerksamkeit unter den Basketball-Fans, die ihre Verbundenheit mit zahlreichen größeren und kleineren Spenden untermauerten. Dass sich am Ende im Kreis der 326 Unterstützer kein Hauptsponsor der Thüringer befand, macht das Erreichen der Zielsumme umso wertvoller. “Science City Jena übertrifft Ziel” titelten auch die Blätter der Mediengruppe Thüringen nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts, bevor sich der Verein mit einem ganz speziellen Dankeschön-Video bei allen Supportern der Jenaer Spendenaktion bedankte.

    „Wir sind unfassbar stolz auf alle Fans und Unterstützer“, sagt Benjamin Engelhardt, der Initiator des Crowdfundings. „Wir werden sehr sorgsam mit dieser Investition in die Zukunft umgehen und sind uns der damit verbundenen Verantwortung durchaus bewusst“, so Engelhardt. Und auch der Präsident des Science City Jena Dietmar Bendix findet dankende Worte. “Die Solidarität und der Rückhalt, speziell in einer momentan keineswegs einfachen Situation, unterstreicht den Wert unseres Vereins. Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen und Umstände, zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Menschen nicht wissen, wie es weitergehen kann und wird, ist dieser Zusammenhalt höher denn je zu bewerten. Ich bin begeistert von der großen Resonanz unter den Basketball- und Sportfans”, freut sich Bendix.

    Der enorme Zusammenhalt der Fans hat das Projekt so erst zum Erfolg geführt. Die gesammelte Crowdfunding-Summe hat die finanzielle Lücke nun vorerst geschlossen und kommt jetzt dem Nachwuchs und Breitensport zu Gute.  Damit ist dafür gesorgt, dass #jenaneverstops.

    Was du vom Projekt des Science City Jena e.V. für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Pressemitteilungen helfen eine größere Reichweite zu generieren
    • regelmäßige Projekt-Updates sorgen dafür, dass die Kampagne in den Köpfen der potentiellen Supporter bleibt
    • eine gestückelte Veröffentlichung der Prämien hält das Interesse an den Angeboten hoch
  • Conrad Scheibner: Auf dem Ergometer nach Tokio

    “Zeiten ändern sich. Träume bleiben!” Das trifft die aktuelle Situation von Conrad Scheibner ziemlich genau. Weil die Olympischen Spiele in Tokio auf 2021 verschoben wurden, steht nun ein weiteres Jahr der Vorbereitung bevor. Der Berliner Kanute will dafür per Sportcrowdfunding-Kampagne ein Kanu-Ergometer finanzieren.

    “Da das Training auf dem Wasser und im Boot momentan stark eingeschrämkt ist, möchte ich mir ein Kanu-Ergometer zulegen, um auch in Zeiten der Corona-Krise jederzeit viele Kilometer paddeln zu können”, erklärt Scheibner auf der Projektseite in der Toyota-Crowd. Sein großes Ziel: eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Der 24-Jährige ist bereits mehrfacher Weltmeister und gilt als der beste Nachwuchssportler in seiner Disziplin, dem Canadier. Was das genau ist, erklärte Conrad Scheibner beim takeover es fairplaid Instagram-Accounts. Außerdem erzählt er dort, wie sein Team und er “fluchtartig” das Trainingslager in Portugal verlassen mussten, als sich die Situation um die Corona-Pandemie verschärfte.

    Projektverlauf

    Für das Kanu-Ergometer benötigte Conrad 4.500€. Die Prämien, die ihn dorthin bringen sollten, reichten von signierten Actionfotos über Postkarten aus Tokio und signierter Wettkampfkleidung bis hin zu einem Meet&Greet-Brunch oder einem Kanu-Crashkurs. Die ausgefallenste Idee war aber die Mitbestimmung über Conrads nächsten Haarschnitt. Seine Fans rief er auf Instagram dazu auf, zwischen drei Optionen zu wählen. Außerdem bekam er Sachspenden, wie zum Beispiel Sonnenbrillen, von Partnern geschickt und konnte diese als Prämie anbieten.

     

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    Auf seinen Social Media-Kanälen Facebook und Instagram machte der Kanute fleißig Werbung für sein Projekt. Zusätzlich zum fairplaid-takeover, übernahm er auch die Instagram-Story des deutschen Kanurennsport-Accounts. Auch die Berliner Zeitung brachte einen ausführlichen Bericht über Conrad und seine Situation. „Plötzlich sind alle kurzfristigen Ziele weg“, wird er dort zitiert, „weil es keine Wettkämpfe mehr gibt, in denen man um Medaillen kämpfen kann.“ Auch die mentale Belastung durch die Verschiebung dürfe man nicht unterschätzen. Schließlich hatte sich Conrad jahrelang auf Olympia vorbereitet.

    Außerdem informierte er über die Vereinsseite des Sportclub Berlin-Grünau, wo der 24-Jährige sein Einzeltraining absolvierte, über die Sportcrowdfunding-Kampagne. Die Unterstützung des Deutschen Kanu-Verbandes war ihm ebenfalls gesichert. In einem Artikel machte er auf das Projekt aufmerksam.

    Jeder zusätzliche Euro soll für den guten Zweck gespendet werden

    Ein paar Tage vor der Deadline war die angestrebte Zielsumme erreicht. Conrad postete direkt vom Training aus ein Dankesvideo. Um die verbleibende Zeit sinnvoll zu nutzen, entschied sich der Student der Wirtschaftspsychologie dazu, den zusätzlich eingenommenen Betrag einer medizinischen oder sozialen Einrichtung zu spenden. Dafür reduzierte er einige Prämien auf 10€. Der Toyota-Fördertopf belohnte über die gesamte Kampagnenzeit jede Unterstützung ab 10€ mit einem Zuschuss von 20€. Insgesamt spendete der Fördertopf somit 1.200€. Am Ende kamen 5.120€ zusammen. Damit kann Conrad Scheibner unabhängig von der Corona-Situation weiter für seinen Traum von der olympischen Goldmedaille trainieren. Denn Zeiten ändern sich, doch Träume bleiben!

    Was du vom Projekt von Conrad Scheibner für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Mit dem takeover des fairplaid Instagram-Accounts erreichst du mehr Leute außerhalb deines Unterstützerkreises.
    • Kreative Prämien helfen dir dabei mehr Aufmerksamkeit für dein Projekt zu erhalten und somit auch mehr finanzielle Unterstützung.
    • Frage Unternehmen nach Produkten, die du über deine Crowdfunding-Kampagne verkaufen kannst.
  • TuS 1872 Schwanheim: Mit Crowdfunding-Rückenwind in die 2. Bundesliga

    Um die hohen Auflagen für die 2. Bundesliga des Deutschen Badminton Verbandes erfüllen zu können, benötigte der TuS 1872 Schwanheim e.V. 10.000€.

    Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gewann die 1. Badminton-Mannschaft aus Schwanheim den Titel in der Regionalliga Mitte. Damit stiegen sie auch zum ersten Mal in die 2. Badminton-Bundesliga auf. Doch nach der Freude, kam ein gehöriger Stimmungsdämpfer. Für die nötige Lizenz brauchte der Verein größere finanzielle Mittel. Alleine die Meldegebühr für die Liga beträgt 2.000€. Außerdem muss der Verein den Vorgaben nach Spielfeldmatten und Technik für den Spielbetrieb anschaffen. Etwa 10.000€ muss der Club generieren, errechnete der Vorsitzende Bernd Georg. Die Hälfte davon sollte per Sportcrowdfunding-Kampagne auf unserer Schwesterplattform Toyota-Crowd gesammelt werden.

    Projektverlauf

    Was nach dem Start der Kampagne passierte, übertraf alle Erwartungen. “Es gab einige Bedenken, ob wir das Ziel von 5.000€ erreichen würden, doch unsere Unterstützer haben uns schnell gezeigt, dass jegliche Bedenken völlig unbegründet waren. Unser Social-Media-Team kam gar nicht mit dem Posten des Zwischenstandes hinterher, so schnell wurden Meilensteine auf dem Weg zum Spendenziel gebrochen.”, schwärmte Projektstarter und Mannschaftsführer Sven Kamburg. Bereits vier Tage nach Beginn war die erhoffte Summe erreicht und es fehlten noch zwölf weitere Tage. „Das hat alle Beteiligten überrascht”, sagt auch der Vorsitzende Georg in der Frankfurter Rundschau.

    Statt sich auf dem erreichten Ziel auszuruhen, kurbelten die Schwanheimer*innen die Kampagne weiter an. Schließlich war bzw. ist jeder weitere gespendete Euro wertvoll. Mit den 5.000€ wollte der Verein die eingangs genannten Ausgaben decken. Dazu kommen aber noch die Kosten für weitere Auswärtsfahrten und damit einhergehende Übernachtungen sowie Equipment für den Trainingsbetrieb. Das zusätzliche Geld fließe auch in die Jugendarbeit und in Trainerausbildungen bzw. -weiterbildungen ein, schrieb der TuS Schwanheim auf Facebook. Als Dankeschön für das schnelle Erreichen der Zielsumme, reduzierten die Schwanheimer einige Prämien.

    Bei 68% Überfinanzierung sind 1000 Liegestütze eine leichte Übung

    Das war ein weiterer Ansporn für die Unterstützer*innen des TuS Schwanheim.  Die gesammelte Summe schoss in die Höhe. Dabei wurden Werbeflächen auf dem Trikot und den Spielfeldbanden verkauft. Glückliche Supporter ergatterten einen Grill-Abend mit dem Team oder ein Match gegen eine*n Spieler*in aus der Mannschaft. Außerdem ausverkauft war die 100 Liegestütz-Prämie. Die Spielerinnen und Spieler verpflichteten sich so zu insgesamt 1000 Liegestütze! Die Umsetzung ließ nicht lange auf sich warten. Als Beweis postete der Verein ein Video auf Facebook.

    Letztendlich wurden die 5.000€ um sagenhafte 68% überboten und es kamen 8.420€ zusammen. Unter anderem durch die Toyota- und fairplaid-Fördertöpfe, die mit 1.560€ bzw 660€ zum Erfolg beitrugen. “Mit so einem Ergebnis hätten wir niemals gerechnet!”, schreibt der TuS Schwanheim auf seiner Facebookseite. “Vielen vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben. Ihr seid der Wahnsinn!”

    Damit ist nach der sportlichen Qualifikation auch die finanzielle Qualifikation erreicht. Jetzt muss nur noch bis zum Start der neuen Saison im Herbst der Spielbetrieb wieder freigeben werden.

    Was du vom Projekt des TuS 1872 Schwanheim e.V. für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Das Team per Prämie zum Sport zu verpflichten ist ein guter und aktiver Weg, um Spenden zu sammeln.
    • Die Kampagne endet erst am letzten Tag und keine Sekunde früher. Wenn die Zielsumme davor schon erreicht wurde, lohnt es sich weiterhin Werbung für das Projekt zu machen, um weitere Unterstützung zu erhalten.
    • Regelmäßige Social Media-Posts halten die Fans auf dem Laufenden und regen zum Spenden an.
  • Prominente Landratten unterstützen die Schwimmer*innen vom SV Cannstatt

    Um dem Nachwuchs des SV Cannstatt eine vereinseigene Möglichkeit zum Workout zu geben, entschied sich der Stuttgarter Verein für die Finanzierung per Crowdfunding.

    Den Schwimmverein Cannstatt 1898 e.V. gibt es schon über hundert Jahre und er kann auf eine abwechslungsreiche Sportgeschichte zurückblicken. Das Wasserballteam aus dem Stuttgarter Bezirk Bad Cannstatt gehört zu den Traditionsvereinen der Deutschen Wasserball-Liga. Und 1912 erschwamm Vereinsmitglied Otto Fahr Weltrekorde in 100m und 200m Rücken. Nur zwei Beispiele, die belegen, dass der SV Cannstatt einer der erfolgreichsten Schwimmvereine in Baden-Württemberg ist. Das trifft auch auf den Nachwuchsbereich zu. Die Schwimmerinnen und Schwimmer gehören zu den Besten in ganz Deutschland. Trotzdem fehlte bisher die Möglichkeit auf dem Vereinsgelände ein Fitnesstraining durchzuführen. Ein Calisthenics-Park sollte errichtet werden.

    “Das Trocken-Training wird im Leistungs-Schwimmen so wie auch im Profi-Wasserball immer wichtiger. Um künftig auf Top-Niveau mithalten zu können, müssen schon die Kleinsten langsam an das Krafttraining heran geführt werden”, schreibt Initiator Jürgen Kettinger auf der Projektseite. Beim Calisthenics dreht sich alles um Eigengewichtsübungen. Ein entsprechender Park ist mit Stangen in unterschiedlicher Höhe und Position, ähnlich eines Turnrecks, ausgestattet.

    Projektverlauf

    Obwohl der SVC sich über rege Bekanntheit erfreuen kann, standen sie “finanziell mit dem Rücken zur Wand”, wie die Stuttgarter Zeitung zum Start des Sportcrowdfuning-Projekts berichtete. Um den Outdoor-Fitnessbereich zu finanzieren, entschloss man sich über fairplaid.org bzw. die Partnerplattform der BW-Crowd eine Sportcrowdfunding-Kampagne zu starten. Die BW-Crowd ist speziell für Projekte aus Baden-Württemberg ausgelegt und wird von der Baden-Württembergischen Bank unterstützt. Das Crowdfunding-Ziel des SV Cannstatt wurde auf 20.000€ festgelegt. Am Ende wurde das Projekt mit 20.774€ von 185 Supportern erfolgreich finanziert.

    Prominente Unterstützung per Videobotschaft

    Während der Kampagne bekam der SVC viel Unterstützung von prominenten Sportlerinnen und Sportlern, die per Video zum Spenden aufriefen. Darunter fanden sich zum Beispiel Schwimmgrößen wie die Doppelolympiasiegerin Britta Steffen oder Thomas Lurz, der ebenfalls zwei Olympische Medaillen sowie 12 WM-Titel im Freiwasser vorweisen kann. Doch auch sportliche Landratten meldeten sich zu Wort. Fredi Bobic, Sportvorstand vom Fußballverein Eintracht Frankfurt, schickte seine Unterstützung nach Bad Cannstatt. Bobic lernte im Schwimmbad des SVC schwimmen, wie er in der Videobotschaft erzählt. Und auch Ex-Nationalspieler Mario Gomez vom VfB Stuttgart leistete quasi Nachbarschaftshilfe.

     

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    Doch alleine damit war es nicht getan. Ein paar Tage vor der Deadline waren gerade mal zwei Drittel der Zielsumme zusammen gekommen. „Wir haben schon alle möglichen Plan B‘s ausgeheckt“, erzählt Projektstarter Jürgen Kettinger. Dann brachte jedoch eine private Spende im vierstelligen Bereich von einem Vater von zwei Mitgliedern der Wasserball-Abteilungen den nötigen Auftrieb. „Dann hat das ganze wieder Fahrt aufgenommen und wir haben es letztendlich doch geschafft“, freut sich Kettinger.

    Berichterstattung über Zeitung, Radio und Social Media

    Die nötige Reichweite wurde nicht nur über die prominenten Sportlern generiert. Auch die Presse berichtete über die Crowdfunding-Kampagne des SV Cannstatt. Neben der Cannstatter Zeitung machte der Radiosender “Die Neue 107.7” auf das Projekt aufmerksam. Doch nicht nur das. Die Neue 107.7 unterstützte den Schwimmverein ebenfalls mit Prämien. So konnte man Song-Wünsche oder ein großes Fanpaket erwerben. Das Highlight war jedoch ein anderes: Die angebotenen Namenspatenschaften für die Kraftgeräte auf dem Calisthenics-Park waren schnell vergriffen. Die Namen der Spenderinnen und Spender werden nun mit einer edlen Plakette an den jeweiligen Geräten befestigt. Am Ende gleichermaßen ausverkauft waren die Wasserball-Badehosen aus der aktuellen Kollektion, die originalen Wasserbälle mit Unterschriften der ersten Mannschaft sowie die Wasserball-Bademäntel, die sonst nur für Mannschaftsspieler vorbehalten sind. Alles was das Wasserballherz begehrt.

    Ursprünglich waren noch Aktionen in der Stadt geplant, um zum Beispiel per Flyer auch „Offline-Spender“ zu akquirieren. Diesem Vorhaben machte Corona aber ein Strich durch die Rechnung, sodass man sich mehr auf die Social Media-Kanäle konzentrierte. Auf der Facebook-Seite des SVC wurden fast täglich neue Updates zum Verlauf der Kampagne veröffentlicht. Die Fans waren so immer über den aktuellen Stand im Klaren. Auch die Kinder und Jugendlichen, die schließlich von den Fitnessgeräten profitieren sollen, baten mit einem humorvollen Video um Spenden.

    Als feststand, dass die angestrebte Summe erreicht war, ließ ein großer Dankespost nicht lange auf sich warten. Wir wünschen dem SV Cannstatt viel Spaß und Erfolg mit dem neuen Calisthenics-Park!

    Was du vom Projekt des SV Cannstatt 1898 e.V. für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • prominente Unterstützer sorgen für eine größere Reichweite und ein gesteigertes Image der Kampagne
    • per Pressemitteilung kann man Zeitungen direkt erreichen und auf das Projekt aufmerksam machen
    • regelmäßige Inhalte auf den Social Media-Kanälen sorgen dafür, dass das Interesse an der Kampagne erhalten bleibt
    • Nutze deine Crowdfunding-Kampagne, um auch deine eigenen Kommunikationskanäle im Verein auszubauen: Wie wäre es, wenn du z.B. in dem Zuge einen eigenen Newsletter aufbaust?
  • Wenn die Kraft der Sportfamilie zählt: SC DHfK Leipzig erlebt große Solidarität bei Crowdfunding-Aktion

    „Jetzt zählt die Kraft der Sportfamilie“ – unter diesem Motto hatte der SC DHfK Leipzig seine Crowdfunding-Aktion gestartet. Wie stark diese Kraft sein kann und wie solidarisch die Leipziger Sportfamilie in Krisenzeiten zusammenhält, hat der Verein eindrucksvoll erlebt. Bereits zwei Tage vor Ende der Aktion knackte der SC DHfK die anvisierte Zielsumme von 50.000 Euro und kann damit die finanziellen Einbußen durch die Coronazeit etwas abmildern.

    Als einer der erfolgreichsten Klubs der Welt kann der SC DHfK Leipzig auf eine äußerst ereignisreiche Vergangenheit zurückblicken. Schließlich ist der Sportclub der einzige deutsche Verein, dessen Sportlerinnen und Sportler seit der Gründung 1954 bei allen Olympischen Sommerspielen Medaillen gewannen (ausgenommen ist der Boykott der DDR 1984). Zudem engagiert sich der SC DHfK seit Jahren im Gesundheits-, Nachwuchs-, Breiten- und Behindertensport.

    Damit auch der Blick in die Zukunft positiv bleibt und weitere Erfolge gefeiert werden können, bat der SC DHfK Leipzig um Unterstützung beim Sportcrowdfunding-Projekt auf fairplaid.org. Denn auch der grün-weiße Verein blieb nicht von der Corona-Pandemie verschont und musste mit Einbußen von circa 100.000 Euro monatlich kalkulieren. Um diese Mindereinnahmen etwas auszugleichen, mobilisierte der SC DHfK unter dem Motto “Jetzt zählt die Kraft der Sportfamilie” seine 17 Abteilungen.

    Insgesamt kamen in drei Wochen 54.391,82 Euro von 548 Unterstützern zusammen. Außerdem profitierte die erfolgreiche Kampagne auch von den fairplaid-Fördertöpfen, die das Projekt mit 3.750 Euro bezuschussten.

    Projektverlauf

    „Wir wünschen uns, diese Situation gemeinsam bewältigen zu können, um den finanziellen Verlust zumindest teilweise auszugleichen und unseren Mitgliedern auch nach dieser schwierigen Zeit unser Sportangebot in all seiner Vielfalt und Qualität anbieten zu können”, ließ SC DHfK-Präsident Bernd Merbitz am Anfang der Crowdfunding-Kampagne verlauten. Um die Reichweite größtmöglich auszubauen, bewarb der Verein das Projekt auf jeder Homepage und Social Media-Seite der einzelnen Abteilungen. Außerdem berichteten verschiedene News-Seiten wie mdr.de, sportbuzzer.de oder prinz.de vom Start der Kampagne. Darüber hinaus unterstützte der lokale Partner, die Leipziger Gruppe den Verein bei der Bewerbung und Aktivierung der Kampagne.

    Dass es dazu kam, liegt nicht zuletzt an der Sportprominenz des SC DHfK Leipzig, die den Verein landesweit bekannt gemacht hat. So zählen zum Beispiel Ruder-Olympiasiegerin Annekatrin Thiele oder Kugelstoßweltmeister David Storl zu den Mitgliedern. Insgesamt beteiligten sich über 20 aktuelle und ehemalige LeistungssportlerInnen des Vereins – darunter viele Olympiasieger und Weltmeister – an der Aktion und trugen mit Videoaufrufen und Prämien zur erfolgreichen Finanzierung bei.

    Mit seinem vielfältigen Sportangebot konnte der SC DHfK auch einen abwechslungsreichen Prämienshop auffahren. Mit über 120 Prämien war die Auswahl riesengroß. Hier fand wirklich jede*r etwas Passendes und konnte damit den Leipziger Verein unterstützen. Besondere Highlights waren Meet & Greets bzw. Trainingseinheiten mit LeistungssportlerInnen sowie originale und signierte Sportbekleidung eben dieser.

    Täglich neue Infos und Support aus der Fußball-Bundesliga

    Damit die grün-weiße Sportfamilie immer auf dem aktuellsten Stand der Sportcrowdfunding-Kampagne blieb, gab es täglich Updates auf der Facebook-Seite des SC DHfK. Mit Videos und Grafiken wurde das Projekt fortlaufend beworben. Immer wieder präsentierte der Verein neue Prämien, um Unentschlossene zum Unterstützen zu bewegen. Per Abstimmung durften die Fans sogar bei der Gestaltung einer Prämie mitbestimmen. Kurz vor der Ziellinie griff auch noch Fußball-Bundesligist RB Leipzig dem benachbarten Verein unter die Arme und stellte signierte Trikots sowie einen original Fußball von Michael Ballacks Abschiedsspiel von 2013 zur Verfügung.

    Zwei Tage vor der Deadline wurde das Fundingziel schließlich überschritten. „Wir sind überglücklich, das Ziel gemeinsam mit all unseren Unterstützern vorzeitig erreicht zu haben“, sagte Vereinspräsident Bernd Merbitz. „Es ist großartig zu wissen, wie geschlossen und solidarisch die Sportfamilie in diesen Zeiten zusammensteht.“ Die Freude über den erfolgreichen Abschluss äußerte sich zudem in einem Facebook-Post an alle Supporter. Die grün-weiße Sportfamilie hat gezeigt, welche Kraft in ihr steckt.

    Was du vom Projekt des SC DHfK Leipzig für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Abwechslungsreiche Nutzung des Prämienshops und gezielte Ausrichtung auf verschiedene Zielgruppen (Unternehmen, Vereinsmitglieder, Sportinteressierte, etc.)
    • Persönliche Ansprache der Crowd via kurzer Videobotschaft sorgt für eine direkte Bindung
    • Erhöhter kreativer Output durch Zusammenarbeit aller Abteilungen bei zentraler Steuerung

     

  • Existenz der Wölfe aus Weißenfels gesichert

    Um die Corona bedingten Ausfälle von Zuschauereinnahmen zu kompensieren, startete der SYNTAINICS MBC eine groß angelegte Sportcrowdfunding-Kampagne auf fairplaid.org. Unter dem Hashtag #gemeinsamfürdiewölfe sollten innerhalb von vier Wochen 85.000€ gesammelt werden.

    Wie einige andere Teams aus der ersten Basketball-Bundesliga traf der Ausbruch des Corona-Virus den Verein aus Sachsen-Anhalt schwer. Von einer “existenziellen Herausforderung” ist auf ihrer Projektseite die Rede. Es war die erste Kampagne, die im Rahmen der Corona-Solidaritätsinitiative angelegt wurde. So hoffte der SYNTAINICS MBC, die ungewisse Zeit sicher überbrücken zu können.

    Inzwischen haben die Wölfe aus Weißenfels Gewissheit: Das Sportcrowdfunding-Projekt wurde erfolgreich auf fairplaid.org abgeschlossen! 629 Unterstützer sorgten dafür, dass insgesamt 96.997,62€ zusammen kamen. Damit wurde das Ziel um ganze 14% übertroffen. Das zusätzliche Geld soll jetzt dem Basketball Nachwuchs zu Gute kommen.

    Projektverlauf

    “Durch den Erfolg mit der Kampagne ist der beste Basketball Club Mitteldeutschlands dem Fortbestand in Deutschlands höchster Spielklasse einen großen Schritt näher gekommen.”, verkündet der SYNTAINICS MBC auf seiner Website. Auf dem Weg dorthin erhielt er nicht nur tatkräftige Unterstützung seiner Fans, sondern profitierte auch von der gelungenen Kooperation mit seinen Sponsoren. So stellte Radio Brocken zum Beispiel eine Tour durch ihren Sender oder sogar eine Co-Moderation in einer Radioshow als Prämie zur Verfügung. Besonders originell waren die Prämien in Zusammenarbeit mit dem Hauptsponsor des MBC. Das Unternehmen PURAGLOBE ist nicht nur Förderer des Basketballvereins, sondern auch des Motorradteams PENZ13. Als Crossover dieser beiden Sportarten konnte man zum Beispiel Tickets für ein Motorradrennen oder ein Paket aus Motorrad-Videospiel und SYNTAINICS MBC-Merch erwerben. Zusätzlich stiftet PURAGLOBE eine Erinnerungstafel mit allen Namen der Unterstützer, welche zur kommenden Saison in der Stadthalle Weißenfels, dem Stadion der Wölfe, platziert wird.

    Neben den spezifischen Prämien gab es natürlich auch eine große Auswahl an vereinsbezogenen Prämien. Unter anderem wurden virtuelle Tickets, Freikarten für die kommende Saison, unterschriebene Spielbälle, Originaltrikots oder ein Basketballtraining mit den Coaches des MBC angeboten. Besonders beliebt war die Teilnahme am Team-Barbeque. Die begehrten Plätze waren bereits kurz nach Kampagnenstart vergriffen.

    Inhalte in allen Medien sorgen für hohe Aufmerksamkeit

    Während der vier Wochen, in denen die Crowdfunding-Kampagne lief, präsentierte der MBC die Prämien regelmäßig auf seinen Social Media-Accounts. In regelmäßigen Posts konnte man den aktuellen Stand der Kampagne erfahren oder wurden die Fans motiviert zu unterstützen. Neben schön aufbereiteten Posts konnte der MBC dabei auch mit Humor punkten.

     

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    Die Kommunikation mit den Fans und Followern des MBC kann man durchaus als sehr gelungen ansehen. Viele der Spieler meldeten sich per Video zu Wort und sorgten für einen “direkten” Kontakt zu ihren Supportern. Auch die Möglichkeit des Takeovers des fairplaid-Instagram-Accounts ließen die Wölfe nicht ungenutzt. MBC-Pressesprecher Tonio Bierhoff nahm uns hinter die Kulissen eines MDR-Drehs mit Spieler David Brembly mit. Denn auch im Fernsehen oder bei etablierten Zeitungen wurde das fairplaid-Projekt überregional beworben. Per Pressemitteilung kontaktierte der Verein diverse Zeitschriften und brachte so die Nachrichten über die Kampagne in den Umlauf. Anschließend berichteten zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung, Focus Online oder ran über das Crowdfunding des SYNTAINICS MBC.

    Die ganzen Mühen haben sich auf jeden Fall ausgezahlt. Aber „die Herausforderung ist für uns noch nicht gemeistert“, weiß SYNTAINICS MBC-Geschäftsführer Martin Geissler und fügt hinzu: „Die erfolgreiche Crowdfunding-Aktion ist die Grundlage dafür, dass wir jetzt optimistisch nach vorne blicken und zusammen mit unseren Sponsoren und Partnern die neue Saison planen können“. 

    Was du vom Projekt des SYNTAINICS MBC für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • für mehr Reichweite lohnt es sich die Presse zu kontaktieren und mit Pressemitteilungen zu füttern
    • mit einer großen Breite an Prämien können mehr Leute angesprochen werden
    • eine hohe Aktivität auf den Social Media-Kanälen hält die Öffentlichkeit auf dem Laufenden und motiviert potentielle Supporter
    • Die kreative Einbindung von Sponsoren sorgt für eine Win-Win-Situation auf beiden Seiten
  • NBA-Profis unterstützen Braunschweiger Crowdfunding-Projekt

    Die SG Braunschweig hat ein großes Ziel vor Augen: Sie soll wieder zu Deutschlands besten Basketball Nachwuchszentren gehören.

    Bereits seit über 40 Jahren heißt es bei der SG FT/MTV Braunschweig “das Runde muss ins Runde!”. Als Gründungsmitglied des neuen Basketball Institut Braunschweig steht der Verein aus Niedersachsen nun vor einer großen Neuorganisation.

    Mit dem erfolgreichen Sportcrowdfunding-Projekt bei fairplaid.org haben sie einen wichtigen Schritt geschafft. Insgesamt 43 Unterstützer sorgten dafür, dass 10.315€ zusammenkamen. 315€ mehr als ursprünglich angepeilt. Dafür sorgte auch der fairplaid-Fördertopf, der die Kampagne mit 310€ unterstützte. Das Geld soll nun unter anderem für mehr Trainer, bessere Außendarstellung und insbesondere für den Nachwuchs, das Fundament in jedem Verein, eingesetzt werden.

    Projektverlauf

    Mit Daniel Theis und Dennis Schröder unterstützen gleich zwei deutsche Profi-Basketballspieler aus der NBA die Kampagne. Beide Spieler waren für einige Zeit in Braunschweig aktiv, Schröder ist sogar in Braunschweig geboren und aufgewachsen. Ein wertvoller Rückhalt für die SG.

    So gab es zum Beispiel ein exklusives Daniel Theis-Shirt oder ein T-Shirt der Boston Celtics mit der Unterschrift des deutschen Power Forwards als Prämien zu erwerben. Zwei Dinge, die sicherlich für Basketball-Fans aus ganz Deutschland interessant waren und nicht nur für lokale Supporter. Ein weiterer prominenter Unterstützer der SG Braunschweig war der Erfolgstrainer Liviu Calin. 1991 übernahm er die Jugendarbeit der Spielgemeinschaft und ist seitdem aus der deutschen Basketballszene nicht mehr wegzudenken. Als Prämie gab es ein individuelles Skill-Training mit dem Entdecker und Förderer von Schröder und Theis.

    Offline Werbung zahlt sich aus

    Doch jede noch so tolle Prämie ist wirkungslos, wenn man keine entsprechende Werbung für das Crowdfunding-Projekt schaltet. Auf der vereinseigenen Website sowie den Social Media Kanälen machte die SG Braunschweig auf die Kampagne aufmerksam. Versehen wurden diese mit dem wirkungsvollen Hashtag #beoneofus.

    Jedoch lag der Schwerpunkt der Kommunikation bei diesem Projekt  im Offline-Bereich. Bei Basketball-Spielen und Veranstaltungen in Braunschweig wurde das Projekt bekannt gemacht und Gelder gesammelt. Anschließend wurden diese in das Crowdfunding-Projekt als einmalige Zahlung eingezahlt. Dies erklärt auch die – im Vergleich zu anderen Projekten – geringere Anzahl an Unterstützern.

    Auch für die Spielgemeinschaft galt das Alles-oder-Nichts-Prinzip wie bei jeder Crowdfunding-Aktion auf unseren Plattformen. Welche positiven Effekte damit erzielt werden können, erfährst du im Magazin-Artikel von Francesca Poschen «Die Laufzeit beim Crowdfunding – eine endliche Geschichte!».

     

     

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    Eine Woche vor Ablauf der Frist war erst etwas mehr als die Hälfte der benötigten Summe zusammen gekommen. Mit einem weiteren Post mobilisierte die Spielgemeinschaft nochmal ihre Community. So schaffte sie es, in den letzten Tagen ihre Kampagne erfolgreich abzuschließen. Das beweist wieder, wie wichtig es ist, während des gesamten Projektverlaufs am Ball zu bleiben. Denn erst am Ende wird abgerechnet.

    Was du vom Projekt der SG Braunschweig für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

    • Veranstaltungen im Verein können Unterstützer direkt ansprechen und Fragen face-to-face klären
    • Um den Kreis der Supporter zu erweitern, kann man sportartenbezogene Prämien anbieten, die über das lokale Interesse hinausgehen.
    • Gut gewählte Hashtags können potentielle Spender emotional abholen und überzeugen.