• Den Traum Hockeybundesliga mithilfe der Toyota Crowd leben

    Die Damen des Bietigheimer HTCs haben in den letzten Jahren unzählige Siege und Aufstiege gemeistert – nun finanzieren sie sich die Mehrkosten der Bundesligasaison dank Crowdfunding auf der TOYOTA Crowd!

    Hockey in Bietigheim – das ist familiär und hat Tradition. Eine Mannschaft in der Bundesliga gab es aber noch nie. Wirft man einen Blick auf die anderen Vereine, mit denen sich die Damen aus Bietigheim in der kommenden Saison messen werden, wird klar, warum. Hinter den Ligakonkurrenten aus Mannheim, München, Nürnberg und Rüsselsheim stehen große Sponsoren, Städte mit Universitäten und Bundesligakonzepte, die die Sportler bei der Ausübung ihrer Sportarten unterstützen. Das Erfolgsgeheimnis aus Bietigheim widerum sind die Leidenschaft zum Hockey, eine gute Jugendarbeit und der Teamgeist der Sportlerinnen untereinander. Um sich in der kommenden Saison vollstens auf den Sport konzentrieren zu können, starteten die Hockeyspielerinnen ein Projekt auf unserer Partnerplattform, der TOYOTA Crowd.

    Mithilfe von 111 Unterstützern sammelten die Hockeydamen 6.690€

    Wie man die Mannschaftskasse auffüllt…

    Schon in der Vergangenheit überlegten sich die Damen aus Bietigheim mit kreativen Ideen, wie sie ihre Mannschaftskasse auf alternative Art und Weise auffüllen konnten. Beispielsweise erstellten sie ein Video, das ihnen 500€ in die Mannschaftskasse einbrachte. Außerdem starteten die Sportlerinnen in den letzten Jahren auch immer Torpatenschaften.

    Neue Wege mit Crowdfunding

    Um nun in der Hallensaison mit den großen Vereinen mithalten zu können, überlegten sich die Hockeyfrauen eine alternative Fördermöglichkeit: sie starteten ein Sportcrowdfunding-Projekt auf der TOYOTA Crowd.

    Mit der Zielsumme von 4.000€ sollte ein neuer, einheitlicher Trikotsatz angeschafft werden. Bei einer Überfinanzierung von 6.000€ sollten alle Heimspiele der Bundesligasaison live im Internet übertragen werden.

    Projektverlauf

    Bevor die Hockeyspielerinnen das Projekt starteten, bereiteten sie die Kampagne gemeinsam im Team vor und stellten Crowdfunding im Vereinsvorstand vor.

    Während eines Teamabends wurde die Idee des Crowdfundings gemeinsam besprochen und darüber abgestimmt, ob das Projekt stattfinden sollte. Dies war wichtig, um abzuklären, ob das gesamte Team und jedes einzelne Mannschaftsmitglied überhaupt hinter dem Projekt stehen würde. Anschließend wurden Ideen für Prämien gesammelt und die Aufgaben, die im Laufe der Kampagne anfallen würden, wurden auf verschiedene Spielerinnen verteilt.

    So erklärten sich zwei Spielerinnen dazu bereit, die Einstellung und Erstellung der Prämien zu übernehmen. 3 weitere Spielerinnen planten die Unterstützersuche und Kommunikation des Projektes, während eine andere Spielerin das Kampagnenvideo erstellte.

    Kurz darauf wurde die Idee, ein Sportcrowdfunding-Projekt umzusetzen, im Vorstand vorgestellt. Hierbei war es wichtig, die Crowdfunding-Plattform genau zu erklären, die persönliche Motivation der Mannschaft darzulegen und die Prämien, die umgesetzt und mit deren Hilfe Unterstützer gefunden werden sollten, vorzustellen.

    Nachdem der Verein überzeugt war, ging es an die genauere Planung und Ausgestaltung des Projektes. Besonders wichtig war hierbei die Ausgestaltung der Prämien sowie die Planung der Unterstützersuche.

    Tipps der Hockeyspielerinnen für erfolgreiche Prämien:

    • Macht euch Gedanken darüber, wer eure Prämien kaufen wird. Was würde diese Personen ansprechen und was würden sie dafür zahlen? Beispielsweise haben wir uns überlegt – wie bekommen wir die Eltern unserer jüngsten Mannschaften dazu, uns zu unterstützen? Die Antwort darauf war: wir organisieren einen Kindergeburtstag!:)
    • Ihr wollt Geld haben, also solltet ihr auch bereit sein, etwas dafür zu tun – unsere erfolgreichste Prämie ist die Auto-Innenreinigung.
    • Fragt auch bei bisherigen Sponsoren nach – es ist überraschend einfach, sie davon zu überzeugen, euch mit Prämien zu unterstützen, die ihr dann einfach eurem Prämienshop hinzufügen könnt!:)

    Zielgruppen definieren

    Während der Projektseitengestaltung überlegten sich die Bietigheimerinnen genau, wer die potenziellen Unterstützer sein könnten. So legten sie bereits im Vorfeld 3 Hauptzielgruppen fest: die engen Freundes-& Familienkreise der einzelnen Spielerinnen, die Mitglieder aus dem Verein und bestehende und potenzielle Sponsoren. Für alle 3 Zielgruppen sollten Prämien erstellt werden, die ihnen einen Anreiz geben sollten, das Projekt zu unterstützen. Außerdem überlegten sich die Damen bereits im Vorfeld, wie sie die drei definierten Zielgruppen am besten erreichen könnten.

    Kommunikation ist alles

    Im nächsten Schritt planten die Hockeydamen, das Projekt auf Social Media mit einem 3-tägigen Countdown einzuleiten. Dabei sollte zum Crowdfunding selbst noch keine Information herausgegeben werden, sondern Spannung bei der Crowd aufgebaut werden:

    Zum Projektstart starteten die Damen dann mit einer „explosiven Kommunikationswelle“: Das Video wurde auf allen Social Media Kanälen ausgespielt, ein Newsletter wurde an alle Mitglieder des Vereins versendet, die Damen versendeten den Link mit einem kurzen Text an alle Whatsapp-Kontakte und diverse Gruppen und zum Bundesligaspiel am Tag danach wurden Flyer verteilt.

    Durch diese starke Bewerbung zum Beginn der Laufzeit erreichte das Projekt bereits innerhalb der ersten drei Tage 100%. Doch die Hockeyfrauen kommunizierten weiter auf allen Kanälen und motivierten Freunde und Bekannte dazu, ihren Traum Bundesliga zu unterstützen. Sogar ein Artikel zum Projekt erschien in der Bietigheimer Zeitung.

    Insgesamt sammelten die Frauen 6.690€ mit ganzen 111 Unterstützern! Nun kann das Team mit neuen Trikots und einem Live-Stream in die Bundesligasaison ab dem 1. Dezember starten!

    Was du aus dem Hockey-Projekt lernen kannst

    • Verteilt Aufgaben und sprecht euch im Team ab, wer was übernimmt. Die Bietigheimerinnen teilten das Projekt in folgende Aufgaben auf: Projektstarterin, die sich um die Projektseite sowie die Kommunikation mit fairplaid kümmerte; zwei Spielerinnen, die sich um die Prämienerstellung und – Abwicklung kümmerten; drei Spielerinnen, die die Verbreitung des Links und die Unterstützersuche organisierten; eine Spielerin, die das Projektvideo erstellte.
    • Sprecht euch mit dem Verein ab und erklärt Crowdfunding genau. Nur wenn auch der Vorstand und der gesamte Verein hinter eurem Vorhaben stehen, wird das Projekt mit Sicherheit ein Erfolg
    • Seid kreativ, nutzt Social Media und alle Kanäle, die euch zur Verfügung stehen. Besonders erfolgreich war, dass jede einzelne Spielerin in ihren eigenen Freundes- und Bekanntenkreisen Werbung gemacht hat.
    • Schreibt Sponsoren an. Sowohl bestehende Sponsoren als auch potenzielle neue Sponsoren können im Rahmen eurer Crowdfunding-Aktion angesprochen werden und tragen optimalerweise größere Summen zum Erreichen der Zielsumme bei.

     

  • Mit dem Trainer zur Jugend-Weltmeisterschaft im Finswimming!

    Als Teil der Weltspitze im Finswimming haben Johanna Schikora und Luis Büttner bereits zahlreiche Rekorde und Medaillen gesammelt. Für die Jugendweltmeisterschaft in Ägypten starteten die beiden ein Sportcrowdfunding-Projekt, um auch ihrem Vereinstrainer sowie ihrem Physio die Teilnahme zu ermöglichen.

     

    Im August sollte es für die beiden Finswimmer aus Berlin nach Sharm el Sheikh auf die Jugendweltmeisterschaft gehen. Kurz zuvor waren Luis und Johanna noch auf der Europameisterschaft in Griechenland. Gerade in ihrem letzten Jugendjahr wollten die beiden 17-Jährigen mit besonders vielen Medaillen und Rekorden nach Hause zurückkehren. Eine große Rolle spielt hierbei der Vereinstrainer, der die Sportler kennt und weiß, wie er sie mental auf den Wettkampf einstimmen muss. Um auch ihrem Trainer sowie ihrem Physio die Teilnahme an der JWM ermöglichen zu können, sammelten die beiden über ihr Sportcrowdfunding-Projekt mit Hilfe von 70 Unterstützerinnen und Unterstützer 5.140€.

    Johanna Schikora im Interview

    Johanna, du konntest ja während der Jugendweltmeisterschaft viele Medaillen gewinnen, was war dein bester Moment?

    Als ich auf dem Podest stand und die Nationalhymne gehört habe.

    Warum war es dir wichtig, Geld für deinen Trainer und deinen Physio zu sammeln?

    Die Trainer sind eine enorme mentale Unterstützung. Sie kennen einen, sind eine vertraute Person und beruhigen einen am Besten. Ich bin der Meinung, dass der Kopf beim Wettkampf auf jeden Fall das Wichtigste ist. Ich glaube, wir sind alle sehr gut trainiert. Alle haben hart dafür gekämpft. Aber wer es dann mit dem Kopf hinbekommt, die Strecken bei nicht gerade einfachen Bedingungen zu schwimmen, der gewinnt. Es hatte ja 40°C, die Wassertemperatur lag bei 30°C. Da ist der Trainer extrem wichtig für. Und der Physio ist für die körperliche Unterstützung sowie die Regeneration sehr wichtig.

    Gibt es andere Länder, in denen deine Sportart mehr gefördert wird?

    Auf jeden Fall. Wir in Deutschland sind stark bei den Medaillen und bei Rekorden. Aber von der Förderung her sind wir relativ weit hinten. In Russland z.B. gibt es eine Schule nur für Flossenschwimmer. Das ist ganz schön krass. Wenn die Gold holen oder einen Weltrekord schwimmen, bekommen sie dafür natürlich immer viel Geld. Auch Ungarn und die Ukraine werden im Finswimming sehr gut gefördert.

    Wie geht es für dich nun zukünftig weiter?

    Ich bin ab dem 1. September 2019 bei der Bundeswehr als Sportsoldatin angestellt. Zuerst geht es zur Grundausbildung nach Hannover, anschließend kann ich mich zwei Jahre lang vollkommen auf meinen Sport konzentrieren.

    Verlauf der Sportcrowdfunding-Kampagne

    Nachdem Johanna und Luis bereits im Vorjahr über eine andere Crowdfunding-Plattform für einen Wettkampf Gelder gesammelt hatten, informierte sich Hubert Schneider, ein Vater eines anderen Schwimmers aus dem Verein, über Sportcrowdfunding bei fairplaid. Nach seiner Teilnahme am Webinar legte er das Projekt für Johanna und Luis auf fairplaid an.

    Bei der Prämienerstellung ließen sich Johanna und Luis von anderen Projekten inspirieren und wurden von ihrem Trainer, der einen eigenen Schwimmshop besitzt, mit unterschiedlichen Prämien wie beispielsweise Badekappen, unterstützt.

    Um das Projekt gut zu starten, erstellten Johanna, Luis und Hubert eine Art Kommunikationsplan und definierten im Vorhinein schon unterschiedliche Zielgruppen. So sollten Unterstützer, Multiplikatoren und Unternehmen auf unterschiedliche Art und Weise angesprochen werden. Unterstützer sollten natürlich aus dem Verein, dem näheren Umkreis und Freunden gefunden werden. Außerdem wurde auch in lokale Facebookgruppen gepostet sowie Flyer mit dem Projektlink zum Abreißen in Marzahn/ Hellersdorf aufgehängt.

    Im Vorfeld begann die TC fez Fanpage auf Facebook damit, einen 10 tägigen Countdown vor Projektstart laufen zu lassen. Hierbei sollte auf das Projekt aufmerksam gemacht werden und vor allem die Mitglieder des Vereins dazu motiviert werden, direkt zu Beginn zu unterstützen. Der Start der Kampagne wurde dann fleißig geteilt, geliked und kommentiert, sodass noch mehr Freunde und Bekannte von dem Projekt mitbekamen.

    Johanna kontaktierte verschiedene Multiplikatoren aus Presse und Radio und bekam dadurch mehrere Online-Artikel in der Berliner Woche, einen Beitrag in der Printausgabe der Berliner Zeitung sowie zwei Beiträge im Radio RBB 88.8 und radioeins. Gerade der Kontakt zu diesen Medien konnte die Reichweite des Projektes nochmals vergrößern und bot den Projektstartern neue Anlässe, auf Social Media von ihrem Projekt zu berichten.

    Gegen Ende wurde dann auf Social Media und persönlich ein Endspurt eingeläutet. Dadurch konnte die noch fehlende Summe deutlich überboten werden und das Projekt mit ganzen 108% abgeschlossen werden.

    Was du vom Finswimming Team lernen kannst:

    • Nutze Wettkämpfe, Turniere oder andere Events für den Start und das Ende deiner Kampagne. Hier hast du die Möglichkeit, dein Projekt in einem bestimmten Kontext zu kommunizieren.
    • Überlege dir auch nicht offensichtliche Kommunikationsmöglichkeiten. Können dich auch dir unbekannte Menschen unterstützen, die in irgendeinem anderen Kontext Interesse an deiner Mission haben könnten?
    • Sprich gezielt Multiplikatoren an: Dein Projekt sowie deine Sportart und deine Mission sind auch über deine eigenen Kanäle hinaus interessant. Das gibt dir die Möglichkeit, über Radio, Presse und Fernsehen nochmals mehr Leute zu erreichen.
    • Bei einem Sportcrowdfunding-Projekt geht es nicht nur um das Erreichen der Zielsumme. Die Kampagne kann auch dabei unterstützen, den Sportler oder die Sportart zu vermarkten.
  • Als deutsches Sportakrobatik-Trio zur EM in Israel!

    Lena, Kira und Lenia verbindet eine gemeinsame Leidenschaft: die Sportakrobatik. Seit knapp 6 Jahren trainieren die drei zusammen bei der SKG Erbstetten. Endlich ist auch der Traum von der Teilnahme an der Europameisterschaft in Israel wahr geworden!

    Bei der Sportakrobatik treffen Präzision, Ästhetik und Eleganz aufeinander. Besonders wichtig ist hierbei das grenzenlose Vertrauen in seine Teammitglieder. Denn bei den verschiedenen Balance-, Tanz- und Dynamikelementen kommt es immer auf das Zusammenspiel aller Sportakrobatinnen an. Lena, Kira und Lenia vereinen all diese Eigenschaften außerordentlich gut und konnten sich deshalb als einziges Trio aus Baden-Württemberg für die Europameisterschaft in Israel qualifizieren.

    Wie in so vielen Nischensportarten stehen auch in der Sportakrobatik nur sehr begrenzt Fördergelder und Sponsoren zur Verfügung, die die Sportlerinnen bei der Verwirklichung ihrer sportlichen Träume unterstützen können. Um die Fahrt- und Turnierkosten für die Teilnahme an der EM nicht komplett aus eigener Tasche zahlen zu müssen, startete die Trainerin Birgit Cuntz das Sportcrowdfunding-Projekt für die drei Akrobatinnen auf fairplaid.org.

    94 UnterstützerInnen und 4.440 Euro für die erfolgreichen Sportakrobatinnen

    Seit Oktober 2018 trainiert das Trio aus Baden-Württemberg im deutschen Bundeskader. Nach zahlreichen Trainingseinheiten und Qualifikationswettkämpfen wurden sie im Juli 2019 für die Teilnahme an dem internationalen Wettkampf nominiert.

    Auf ihrem Weg haben die drei Sportakrobatinnen auch schon einige Erfolge zu verzeichnen: Neben der 9-fachen Württembergischen Meisterschaft wurden sie bereits einmal Deutscher Vizemeister und gewannen dreimal die Bronzemedaille der Deutschen Meisterschaften. Nun möchten Lena, Kira und Lenia Deutschland auf internationaler Ebene vertreten.

    Für die Verwirklichung dieses Traumes konnte das Trio viele Unterstützerinnen und Unterstützer für sich gewinnen: Rund 94 Leute supporteten die drei Akrobatinnen. Mit einer Überfinanzierung von 17% über der geplanten Funding-Summe kamen für die drei insgesamt 4.440€ zusammen.

    Projektverlauf

    Zeitgleich mit dem Projektstart hat der Verein zu einer Veranstaltung eingeladen, wodurch direkt zu Beginn viele Leute durch persönliche Ansprachen zur Unterstützung aktiviert werden konnte. Hierdurch wurde innerhalb der ersten vier Tage bereits 40%-Marke geknackt. Erfolgsentscheidend während der gesamten Projektlaufzeit war weiterhin vor allem die Social Media Kommunikation des Trios: Kreative Stories, Beiträge und der Aufruf der Sportlerinnen zur Unterstützung auf Instagram verhalfen dem Trio dazu, durchgängig mit ihrer Crowd zu kommunizieren und so viele Unterstützerinnen und Unterstützer für ihr Vorhaben zu gewinnen. Insbesondere in den letzten Stunden der Projektlaufzeit gaben ihre Supporter nochmals richtig Gas, weshalb die Akrobatinnen – Dank Beginn des neuen Monats – auch vom #sportfairliebt Fördertopf profitieren konnten.

    Was du von dem Sportcrowdfunding-Projekt lernen kannst

    • Nutze Veranstaltungen deines Vereins als Start deiner Crowdfunding-Kampagne: Hier kannst du viele Mitglieder, Freunde und Bekannte gleichzeitig erreichen und sie von Anfang an mit ins Boot holen
    • Nutze Social Media auf kreative Art und Weise! Verschiedene Posts, eine Dankesbotschaft und Aufrufe zur Unterstützung machen auf deine Kampagne aufmerksam.
    • Nutze deine Leidenschaft zu deiner Sportart und lass andere an deiner Mission teilhaben.
  • Berlin ist #sportfairliebt – wie neue Groß-Event-Formate Randsportarten unterstützen sollen

    VOM 03.-04. AUGUST 2019 FANDEN ERSTMALS „DIE FINALS – BERLIN 2019“ STATT. WIR WAREN LIVE MIT DABEI UND HABEN MITGEFIEBERT, WIE ZWEI UNSERER PROJEKTSTARTERINNEN ZUSAMMEN MIT 3.300 SPORTLERINNEN UND SPORTLERN UM DIE DEUTSCHE MEISTERSCHAFTEN KÄMPFTEN.

    Als Athlet einer Randsportart hat man es nicht leicht. Rund 59,8% aller Sponsoring-Ausgaben fließen hierzulande in den Profifußball. Ansonsten profitieren von den Werbetöpfen deutscher Unternehmen hauptsächlich noch die Spitzensportler des Basketballs, des Laufsports, Handballs und Eishockeys. Wenn man einen Blick auf die Vergabe der Medienrechte wirft, so steht wenig überraschend der Fußball mit ganzen 92,5% an erster Stelle. Und das kann man ihm auch nicht vorwerfen: Der DFB ist mit rund 7,09 Millionen Mitgliedern bei Weitem der mitgliederstärkste Sportverband und auch von der Reichweite, die ein einzelnes Bundesligaspiel generiert, können andere Randsportarten nur träumen.

    Die meisten Spitzensportler anderer Sportarten arbeiten jedoch mindestens genauso hart, erkämpfen sich Plätze bei EMs und WMs und tragen jährliche nationale Meisterschaften aus. Doch normalerweise findet all dies fernab öffentlicher Aufmerksamkeit statt. Der große Traum ist oft, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren und dort im richtigen Moment die Leistung abzurufen, für die sie jahrelang gearbeitet haben. Mit ein wenig Glück gelingt dies, man sichert sich einen der ersten drei Plätze und bekommt endlich die Aufmerksamkeit und Sponsoren, die man sich seine ganze Sportler-Karriere lang gewünscht hat.

    Djamila Böhm konnte durch ihr Sportcrowdfunding-Projekt  mehr als 8.000€ sammeln und sich so optimal auf die EM in Berlin 2018 vorbereiten.
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    Ehemalige Projektstarterinnen bei den Finals

    So oder so ähnlich geht es zahlreichen unserer Projektstartern. Djamila Böhm sowie Lea Riecke sind zwei dieser Athletinnen. Beide haben bereits erfolgreich eine Sportcrowdfunding-Kampagne auf unserer Plattform gestartet und sich mit Hilfe der gesammelten Gelder optimale Trainingsbedingungen ermöglichen können. Djamila ist 25 Jahre alt und Leichtathletin, die sich auf den 400m-Hürden-Lauf spezialisiert hat. Die 19-Jährige Lea hat 2018 den Sprung in die Weitsprung-Weltklasse ihrer Altersklasse geschafft. Beide sind jung, ambitioniert und wollen den nächsten Schritt in ihrer Athleten-Laufbahn einlegen.

    Lea Riecke sammelte insgesamt 7.466,51€ über ihre Sportcrowdfunding-Kampagne und konnte sich dadurch bessere Trainingsbedingungen ermöglichen.
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    Letztes Wochenende traten Lea und Djamila in Berlin an, um sich mit den jeweils besten Athletinnen Deutschlands in ihren Disziplinen zu messen. Doch die diesjährigen Deutschen Meisterschaften waren nicht nur auf Grund der Teilnahme zweier fairplaid Athleten besonders. Dieses Jahr kooperierten neun Verbände, das öffentlich-rechtliche Fernsehen sowie das Land Berlin, um ein neues, innovatives Sportformat zu erschaffen: Die Finals Berlin. An einem einzigen Wochenende fanden in der Hauptstadt zehn unterschiedliche Meisterschaften der Sportarten Bahnrad, Bogensport, Boxen, Kanu, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Schwimmen, Trial, Triathlon und Turnen statt. Als Vorbild  hat man sich die European Championships aus dem Vorjahr genommen, die die Europameisterschaften vieler unterschiedlicher Sportarten unter einem Dach vereinte – mit großem Erfolg.

    Mit Multisport-Events aus der Nische in den Fokus

    Dass die verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik im Olympia-Stadion stattfinden konnten und seit 2001 mit über 34.000 Zuschauern die höchste Zuschauer- sowie Medienvertreter-Anzahl erreicht werden konnte, ist vor allem dem neuen Format zu verdanken. Durch die Bündelung der Finals auf ein Wochenende und einen Ort kann mehr Aufmerksamkeit von Medien, Zuschauern und Sponsoren generiert und gleichzeitig können Ressourcen und Visionen vereint werden. Nicht nur Lea und Djamila kann ein solches Multisport-Event Hoffnung auf mehr Aufmerksamkeit geben. Vor allem Sportarten, die nie oder normalerweise nur im Olympia-Rhythmus im Rampenlicht stehen, können von der Zusammenlegung profitieren. Pressevertreter sowie das Fernsehen können sich lange Anfahrten sparen, Synergien werden genutzt und vor allem profitieren die „Kleinen“ von der Vermarktung des ganzen Events. Sehr oft können sich kleine Verbände die teure Ausrichtung einer Meisterschaft, die mit vielen Kosten und Infrastruktur-Management verbunden ist, allein nicht leisten. Beispielsweise die Einrad-Europameisterschaft 2019: auf Grund zu hoher Kosten, die nicht vorhersehbar waren, musste die gesamte EM zwei Monate vor Wettkampfbeginn abgesagt werden.

    fairplaid mit dabei bei den Finals

    Auch wir von fairplaid waren bei den Finals in Berlin live dabei und haben uns das Event sowie verschiedenste Sportarten angeschaut. Wir sind der festen Überzeugung, dass es alternative, neue und innovative Sportkonzepte und Formate wie die Finals Berlin 2019 braucht, um allen Sportarten eine Plattform zu bieten und die Vielfalt im Sport zu fördern. Die besonderen Austragungsorte wie auf der Spree an der Oberbaumbrücke, dem Olympiapark, dem Wannsee sowie vielen weiteren Orten verteilt in Berlin, verliehen der Stadt eine #sportfairliebte Atmosphäre. Besonders gelungen empfanden wir auch die Zusammenlegung des Familiensportfestes mit den Finals im Olympiapark: dadurch wurden Freizeitsportler sowie Familien und Kinder direkt an den Ort des Geschehens geführt und konnten sich mit den Großen der Sportszene identifizieren.

    Und auch unsere beiden fairplaid Athleten können auf ein erfolgreiches Wochenende zurückblicken: Djamila erreichte zwar etwas unglücklich nur den vierten Platz beim 400m-Hürden-Lauf, Lea konnte sich aber als eine der Jüngsten schon Bronze im Weitsprung sichern. Wir sind gespannt auf die endgültige Ressonanz des Wochenendes und hoffen, noch viele weitere fairplaid Athleten bei den hoffentlich nächsten Finals anfeuern zu können!


     

    Credits:

  • Vor 2 Jahren zum ersten mal auf dem Trampolin – und jetzt direkt nach Tokio!

    Philipp Wolfrum hat sich im Juli diesen Jahres seinen großen Traum verwirklichen können: Er wird im Dezember 2019 zur Jugend-WM nach Tokio fliegen, um dort für Deutschland als Trampolinspringer an den Start zu gehen.

    Philipp hat jetzt nicht nur die nötigen Qualifikationspunkte für das Einzelspringen erreicht: Dank seiner erfolgreichen Sportcrowdfunding-Kampage kann er seine Reisekosten, Startgebühren sowie sein Trainingslager finanzieren. Somit kann er sich bis zur Weltmeisterschaft vollständig auf seine sportlichen Leistungen konzentrieren.

    Der Münchner Schüler ist 12 Jahre alt und ein wahres Trampolin-Talent. Erst vor zwei Jahren begann er mit dem Springen und konnte in der Zwischenzeit enorme Erfolge feiern. Neben verschiedenen Bayrischen Landestiteln darf er in diesem Jahr auch den Test für den Bundeskader in Frankfurt ablegen. Für seine Leidenschaft Trampolinspringen investiert er enorm viel Zeit und Trainingsschweiß, ist aber selbst in seiner trainingsfreien Zeit meistens auf dem heimischen Trampolin im Garten anzutreffen.

    Da es in der Randsportart Trampolinspringen kaum Sponsoren gibt, Wettkämpfe europaweit stattfinden und Philipp für verschiedene Trainingseinheiten teilweise lange Strecken fahren muss, hat sich sein Papa Benedikt Wolfrum nach alternativen Sportförder-Möglichkeiten umgeschaut, die Option genutzt und eine Sportcrowdfunding-Kampagne auf fairplaid.org für seinen Sohn gestartet!

    Projektverlauf

    Etwa einen Monat vor Projektstart hat Benedikt sein Projekt vorab von fairplaid evaluieren lassen. Hierbei bekam er von uns eine erste Zielsummen-Einschätzung, die bei seinem Vorhaben mittels Crowdfunding realisierbar wäre. Um sich dann optimal auf die Kampagne vorzubereiten, nahm Benedikt am fairplaid-Webinar teil. Hier konnte er sich Tipps zur Projektgestaltung sowie zur Projektbewerbung einholen. Die eigentliche Crowdfunding-Kampagne startete daraufhin am 01.Juli 2019.

    Während der Kampagnenlaufzeit traf sich Philipp auch mit dem ehemaligen Projektstarter Daniel Schmidt.  Mit dem ebenfalls erfolgreichen, erfahreneren Trampolinturner konnte er sich sowohl über das Springen als auch über Sportcrowdfunding austauschen und so sein Netzwerk erweitern.

    Sein eigentlicher Schlüssel zum Projekterfolg waren dann vor allem Freunde und Bekannte: Durch die persönliche Ansprache und seinen Instagram-Kanal konnten Benedikt und Philipp insgesamt 91 Unterstützer finden und dadurch innerhalb von drei Wochen insgesamt 4685€ sammeln. Philipps Traum von seiner ersten Jugend-Weltmeisterschaft steht nun nichts mehr im Wege!

    Wir wünschen Philipp ganz viel Erfolg in Tokio!