• Deine Crowd: Wo kommen die Unterstützer her?

    Du möchtest eine Crowdfunding-Kampagne starten und fragst dich, wer zum Pool möglicher Unterstützer gehören kann?

    Die Grundvoraussetzung dafür, dass eine Person zum Unterstützer deines Crowdfunding-Projektes wird ist, dass sie darauf aufmerksam wird. Daher lässt sich an dieser Stelle schon mal festhalten: Jede Person, die du im Rahmen deiner Projektbewerbung erreichst, kann ein Unterstützer deiner Mission werden.

    Gehen wir das Ganze am besten mal Schritt für Schritt durch:
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    Step 1: Kontaktliste erstellen
    Step 2: Kontakte kategorisieren
    Step 3: Zielgruppen bestimmen
    Step 4: Kommunikationsmaßnahmen planen

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    Einer der ersten Punkte auf deiner Agenda bei der Planung deines Crowdfunding-Projekts sollte die Erstellung einer Tabelle mit all deinen Kontakten sein. Diese Liste bildet bestenfalls dein gesamtes persönliches Netzwerk ab. Am besten gehst du hier nach dem Zwiebelprinzip vor:

    • engster Kreis: Familie & Freunde
    • Bekanntenkreis: Teammitglieder, Trainingspartner, Schul-, Studien- & Arbeitskollegen, Nachbarn
    • Personen, die du gegebenenfalls nicht persönlich kennst, die sich für dein Projekt interessieren: Vereinsmitglieder, Sportler aus der gleichen Sportart, regionale Unternehmen

    Nachdem du dein Adressbuch und deine gesamten Freundelisten auf facebook und Co. nach Telefonnummern und E-Mail-Adressen potenzieller Unterstützer durchforstet hast, geht es im zweiten Punkt darum, jede Person einer der folgenden drei Kategorien zuzuordnen.

    • Geldgeber ist jede Person aus deinem Netzwerk, die dich mit einem Betrag in beliebiger Höhe unterstützen kann.
    • Multiplikatoren sind Personen, die über eine große Reichweite in deiner Sportart oder deinem lokalen Umfeld verfügen und sich somit als Influencer und Fürsprecher für dein Projekt eignen.
    • Prämienhelfer können Menschen aus deinem Umfeld sein, die dir Gegenleistungen zur Verfügung stellen, die du schließlich auf deiner Projektseite anbieten kannst. Hierzu zählen z.B. Kaffeegutscheine aus dem Café deines besten Kumpels, Dienstleistungen wie Hilfe beim Umzug, Wertgutscheine für ein lokales Unternehmen oder auch materielle Güter wie bspw. Sportgeräte, die dir ein Unternehmen bereitstellt.

    Dein Ziel sollte jetzt natürlich heißen, möglichst viele Personen deiner Crowd zu einer tatsächlichen Unterstützung zu motivieren.

    Daher gilt es deine Zielgruppe jetzt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Dafür schaust du dir am besten in Schritt eins an, aus welchen Personen sich deine Crowd zusammensetzt und teilst im nächsten Schritt diese Personen in verschiedene Zielgruppen ein, um die späteren Kommunikationsmaßnahmen hierauf abzustimmen.

    Vom wem werden Crowdfunding-Projekte unterstützt?

    Die Ergebnisse unserer Unterstützeranalysen haben ergeben, dass die meisten Unterstützer von Crowdfunding-Projekten entweder eine emotionale oder örtliche Bindung zum Projekt oder Projektstarter haben oder in vielen Fällen auch beides.

    Die erste Zielgruppe setzt sich demnach aus Personen deines näheren Umfelds zusammen, die dir bei der Realisierung deines Traums helfen möchten. Hierzu gehören vor allem Familienmitglieder und Freunde. Doch auch Personen, die der gleichen Leidenschaft folgen wie du, können zu dieser Zielgruppe gerechnet werden. Beispielsweise dadurch, dass sie an bestimmten sportartenbezogenen Prämien oder der Teilhabe an deiner Mission interessiert sind, wie (ehemalige) Vereinsmitglieder und Sportler aus derselben Sportart:

    Beispiel: Unser Projektstarter Torsten Weber hat im Rahmen seiner Crowdfunding-Kampagne diverse Prämien rund um den Radsport angeboten, die ihm von Unternehmen aus der Radsportbranche für sein Projekt zur Verfügung gestellt wurden. Mittels eines zielgerichteten Prämienshops hat er es geschafft, viele Unterstützer aus der Radsport-Community zu gewinnen, zu denen er im Vorfeld noch keine persönliche Beziehung hatte. 

    70% der Unterstützer kommen aus der gleichen Stadt und Umgebung

    Die zweite Zielgruppe wird durch Personen gebildet, die eine örtliche Bindung zu deinem Projekt aufweisen, wie bspw. lokale Unternehmen. Insbesondere durch das Anbieten von Sponsoring-Paketen im Prämienshop deiner Projektseite hast du daher die Chance, neue Sponsoren im Rahmen deiner Crowdfunding-Kampagne zu finden.

    Die Einteilung deiner Crowd in diese zwei Zielgruppen bringt wie oben angemerkt den Vorteil mit sich, dass du deine Kommunikationsmaßnahmen zielgruppenorientiert und somit höchst effektiv vorbereiten kannst.

    Konkret bedeutetet das, dass du entsprechend der Zielgruppe, die du ansprechen möchtest, sowohl den Kommunikationskanal als auch die Art der Ansprache abstimmst. Überlege dir, wen du am besten auf welchem Weg erreichst.

    Die Zielgruppe, die eine emotionale Bindung zum Projekt hat, weil sie z.B. die gleiche Sportart betreibt, kann auf bestimmten Kanälen wie Facebook-Gruppen oder Wettbewerben aus dieser Sportart zu finden sein. Potenzielle Unterstützer, die du lokal ansprichst, kannst du über die lokale Presse (Lokalzeitung, Radio etc.) oder auch Offline-Events wie Dorffeste erreichen.

    Der Mix macht’s

    Insgesamt ist es wichtig, einen KommunikationsMIX zu wählen, sodass potentielle Unterstützer über verschiedene Wege mit dem Projekt in Berührung kommen. Dieser Mix kann aus persönlicher Ansprache, Posts in den Sozialen Medien und WhatsApp-Gruppen oder E-Mail-Verteilern und Plakaten/Flyern bestehen. Neben dem Kanal ist natürlich auch die Wortwahl entscheidend. Mach dir daher Gedanken darüber, warum Menschen dich unterstützen sollten, was ihre Mehrwerte sind und wie du deine Mission so kommunizierst, dass jeder am liebsten sofort Teil davon werden möchte.

  • Die Laufzeit beim Crowdfunding – eine endliche Geschichte!

    Ein großes Thema – zwei Modelle. Die Laufzeit bei einem Crowdfunding-Projekt.

    Viele Vereine nutzen die Möglichkeit einen ewig laufenden Spendenaufruf auf der Vereins-Homepage zu platzieren, um so auf fehlende Gelder für den Vereinssport hinzuweisen. Beim fairplaid-Modell jedoch hat jede Kampagne eine feste Laufzeit – und dies aus gutem Grund!

    Habe ich nicht größere Chancen mehr Gelder zu bekommen, je länger das Projekt läuft?
    – Nicht wirklich.

    Denn was ist der Grund, warum kaum einer auf das Spendenkonto, welches auf der Vereinswebseite zu finden ist, spendet? Es ist kommunikationsbedürftig. Nur wer diese Daten findet und weiß, was er damit zu tun hat und wofür das Geld verwendet werden soll, wird hier tätig. Sprich: Crowdfunding läuft über die Kommunikation. Je mehr Menschen über euer Vorhaben aufmerksam gemacht werden, desto mehr Geld kommt in die Kasse.

    Für die Kommunikation wird Manpower benötigt. Unabhängig davon, wie lange eine Aktion läuft, werden nur neue Unterstützer generiert, wenn auch über das Projekt kommuniziert wird.

    Warum halten wir nun daran fest, dass eine Kampagne mit fester Laufzeit sogar mehr Geld einbringt als Projekt mit unendlich langer Laufzeit?

    Es werden durchaus bei beiden Modellen Gelder generiert – die Frage ist hier: Welcher ist der effizientere Weg?

    Das Kommunikations-Ziel bei einer Kampagne ist es, möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen und das Thema für die relevante Zielgruppe omnipräsent zu platzieren. Am zielführendsten ist hier die direkte Ansprache der Crowd, z.B. mittels direct messenger (WhatsApp-Gruppen, direktes Mailing oder Face-to-Face). Gerade zu Beginn der Crowdfunding-Kampagne gilt es möglichst schnell ein Momentum zu kreieren und bereits in den ersten Tagen der Laufzeit viele Unterstützer aus dem engsten Kreis zur Unterstützung zu überzeugen. Nach der Mobilisation des innersten Kreises deiner Crowd (z.B. Familie, engste Freunde, Vereinsvorstand) ist es wichtig dieses Momentum in seine Kommunikation aufzunehmen und die ersten Erfolgsmeldungen zu kommunizieren. Durch diesen „social proof“ werden wiederum andere dazu verleitet auch mitzumachen und auf den Erfolgszug aufzusteigen.

    Hier sollte man noch bedenken, dass nicht jeder beim ersten Kontakt direkt unterstützt, sondern durchschnittlich drei Kontaktpunkte notwendig sind bis zur Überweisung. Dementsprechend ist es sinnvoll, alle Kommunikationsmaßnahmen innerhalb eines kurzen Zeitraums zu legen, damit die letzten Erfolgsmeldungen des Projekts noch frisch im Gedächtnis vorhanden sind. Denn dann geht die Aufmerksamkeitskurve umso steiler hoch. Eine große Welle zieht die Menschen also deutlich mehr mit, als mehrere kleine.

    Wenn man schon dabei ist, ein Projekt zu bewerben, dann bitte mit Vollgas!

    Ein wichtiger Aspekt, der bei einer endlichen Laufzeit hinzukommt, ist der Druck. 

    Wer kennt es nicht: Die Abgabe einer Hausarbeit steht an, ein Event steht vor der Tür – und plötzlich werden nochmal alle unvorhergesehenen Kräfte hervorgebracht, um das Projekt erfolgreich zu beenden. Eine Deadline bringt wichtige Dynamiken in allerlei Situationen mit sich – auch beim Crowdfunding. Angesichts des Alles-oder-Nichts-Prinzips wird sowohl dem Projektstarter als auch der Crowd kurz vor der Deadline bewusst: „Wenn wir jetzt nicht handeln, dann wird das nichts!“. Dementsprechend geht typischerweise die Unterstützerkurve in den Tagen vor der Deadline nochmal steil hoch und das Ziel wird erreicht. Die Aktivierung der Crowd ist hier durch klare Ansagen gekennzeichnet („Nur noch 3 Tage!“ „Noch 10% – gemeinsam schaffen wir es ans Ziel!“) und auch gerade deswegen so erfolgreich.

    Bei unendlich langen Laufzeiten hingegen verwässern die Kommunikationsmaßnahmen durch den fehlenden Druck und die Unbeständigkeit der Kommunikationsmaßnahmen häufig. Je länger die Durststrecke, desto aufwändiger ist es, wieder neue Unterstützer zu aktivieren. Eine kurze Kampagne mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen bedeutet daher nicht nur mehr Geld, sondern auch weniger Aufwand für das Projekt-Team.

    fairplaid-Tipp: Was heißt das für meine Kampagne?

    Im Durchschnitt laufen unsere erfolgreichen Projekte 23 Tage. Bei der Bestimmung der Laufzeit muss man natürlich auch individuelle Begebenheiten bedenken – gibt es vielleicht noch eine Veranstaltung, die zur Kommunikation genutzt werden kann? Wann erscheinen die Presse-Artikel oder das geplante Radio-Interview?

    Fast noch wichtiger als die Laufzeit selbst ist aber immer noch die Vorbereitung des Projekts. Unsere Empfehlung daher: Mehr Zeit in die Vorbereitung und vor allem die Aufstellung eines Kommunikationsplan stecken und eine kurze Laufzeit von 2-4 Wochen wählen.

     


     

    Alle Insights könnt ihr direkt in unserem jährlich veröffentlichten Sportcrowdfunding Monitor nachlesen! Einfach unverbindlich und kostenfrei anfordern.

     

    Mehr zum Timing gibt es unserem Magazin Artikel „Das richtige Timing beim Crowdfunding“.

    Zeit ist Geld: Das richtige Timing beim Sportcrowdfunding

  • 10 Tipps für dein Crowdfunding-Projekt!

    Diese 10 heißen Tipps solltest du unbedingt bei deiner Crowdfunding-Kampagne beachten!

    1. Habe eine Mission – Gib den Unterstützern einen nachhaltigen Sinn für ihre Unterstützung. Es reicht nicht nur zu sagen, was ihr von dem eingesammelten Geld kaufen wollt. Die Crowd will wissen, ob ihr zur Verfügung gestelltes Geld es auch wert ist und einem langfristigen Ziel dient. Stelle also die Mission bei der Projektbewerbung ganz nach vorne. Hier findest du Beispiele und weitere Ausführungen zu dem Thema Mission › So überzeugt Dein Sportprojekt Unterstützer und Sponsoren
    2. Sei mutig bei der Zielsumme – Wenn Crowdfunding, dann richtig! Die Zielsumme muss ins Gesamtkonzept der Kampagne passen. Das heißt: Wer viel vorhat, muss auch viel erreichen. Mit einer vorsichtig angesetzten Zielsumme, nimmst du dir die Chance größere Funding-Summen einzuholen. Hintergründe dazu kannst du hier nachlesen › 5 Gründe, wieso du beim Finanzierungsziel GROSS denken solltest
    3. Erstelle eine Kontaktliste – Erfolg ist planbar! Verschaffe dir also vorher einen Überblick über deine Crowd und erstelle hierfür eine Liste mit allen wichtigen Informationen. So wirst du dir über die Größe deiner Crowd bewusst und kannst die Kommunikation besser planen. Anhand der Kontaktliste kannst du deine Hauptzielgruppe identifizieren und so die wichtigsten Kommunikationskanäle zur Kommunikation mit der Crowd bestimmen. Hier ein Beispiel, wie du die Kontaktliste aufbauen kannst.
    4. Kurze Laufzeit, mehr Vorbereitung – Um den Spannungsbogen deiner Kampagne besser aufrecht erhalten zu können, empfehlen wir kurze Laufzeiten von 2-3 Wochen. Stecke lieber mehr Zeit in die Vorbereitung, sodass das Projekt auch deinen Vorstellungen nach abläuft.
    5. Starte mit der Kommunikation schon vor Projektstart – Ein guter Start ist immens wichtig für den weiteren Verlauf und Erfolg deiner Crowdfunding-Kampagne. Daher solltest du mit der Kommunikation nicht erst starten, wenn das Projekt bereits online ist, sondern bereits im Zuge der Vorbereitung die Crowd miteinbeziehen. Ein guter Anlass hierfür ist immer, die Crowd nach Prämienideen zu fragen. So erklärst du bereits das Crowdfunding-Prinzip und holst dir zudem auch noch wertvolle neue Ideen ein. Wenn du dazu noch die Crowd mit einem Countdown zum Start heiß machst, werden alle dazu bewogen direkt zum Start zu unterstützen.
    6. Starte und ende am Wochenbeginn – Am Wochenbeginn unterstützen statistisch gesehen die meisten. Am Wochenende gehen weniger Unterstützungen bei uns ein. Da der Start und auch das Ende die wichtigsten Projektphasen sind, solltest du den auf potenziell gute Unterstützer-Tage legen – also Montag, Dienstag oder Mittwoch. Weiteres dazu kannst du hier nachlesen › Wann unterstützt die Crowd dein Projekt?
    7. Unterstütze dein Projekt als erstes selbst! – Gehe mit gutem Beispiel voran und unterstreiche dein Engagement für das Projekt mit deiner eigenen Unterstützung. Denn wenn selbst der Projektstarter nicht unterstützt, warum sollten es dann andere tun? Weiteres dazu hier › Die erste und wichtigste Handlung direkt nach Crowdfunding-Projektstart!
    8. Erstelle ein Projekt-Video – Projekte mit einem passenden Video sind nachweislich erfolgreicher, da mit einem Video mehr Menschen erreicht werden als mit reinem Text und zudem deine Leidenschaft und Engagement für das Projekt besser ausgedrückt werden kann. Das Video sollte im besten Fall nicht länger als 2 Minuten dauern. Inspirationen findest du in unserer Projekt-Video Playlist
    9. Verschieße dein Pulver nicht gleich zu Beginn – Prämien sind eine der wichtigsten Tools für den Verlauf deiner Crowdfunding-Kampagne. Mit einem attraktiven Prämienshop überzeugst du mehr Unterstützer als bei einer reinen Spendenaktion. Sie sind aber auch immer wieder ein guter Anlass neue Akzente während der Projektlaufzeit zu setzen. Es macht also Sinn, die Highlight-Prämien nicht direkt zum Projektstart anzubieten, sondern mit neuen Prämien während der Kampagne nochmal auf dein Projekt aufmerksam zu machen und den ein oder anderen vielleicht dazu zu bringen, ein weiteres Mal zu unterstützen. Wie du Prämien für dich nutzen kannst, erfährst du hier › Das Prämienmodell im Crowdfunding – wie Du es am Besten nutzt
    10. Trau dich zu fragen – Gerne auch mehrfach bzw. über verschiedene Wege. Viele werden erst nach dem dritten Kontakt aktiv. Was nicht NICHT heißen soll, dass du betteln sollst – Crowdfunding ist GEBEN und NEHMEN. Du bietest den Menschen die Chance auf eine ganz exklusive Gegenleistung für ihre Unterstützung. Sie können Teil eines unterstützenswerten Projekts oder Vereins in ihrer Kommune sein. Du kannst dir nicht vorstellen, wie viele Menschen eigentlich wirklich helfen wollen, aber nie den richtigen Anlass oder Weg finden. Dein Crowdfunding-Projekt bietet die perfekte Möglichkeit deiner Crowd eine Chance zu geben für die Gemeinschaft aktiv zu werden. Und das tun die Unterstützer nicht nur für dich und deine Mission, sondern vor allem auch für sich selbst und das eigene gute Gefühl bei einem tollen Projekt mitgeholfen zu haben.

  • Warum es PayPal bei uns momentan nicht als Bezahlmethode gibt

    Oft werden wir gefragt, warum wir PayPal nicht als Zahlungsmethode anbieten. Gerne würden wir das tun, denn wir wissen natürlich auch, welche Vorteile dies unseren Projektstartern und Unterstützern bieten würde.

    Dennoch mussten wir uns leider dagegen entscheiden. Grund dafür sind die Richtlinien und Einschränkungen seitens PayPal, die für Crowdfunding aus unserer Sicht nicht sinnvoll oder zu leider schwierig umzusetzen sind. Die ausführliche Begründung findet ihr im Folgenden:

    PayPal ist derzeit für Crowdfunding nicht geeignet

    PayPal hat vor ein paar Jahren Crowdfunding Richtlinien eingeführt, die für alle Crowdfunding-Plattformen weltweit verpflichtend sind. Durch diese Umstellung sind neue Anforderungen und dadurch viele Fehlerfälle bei PayPal entstanden.

    Hier nur ein paar Beispiele, die zeigen, dass eine Nutzung von PayPal als Zahlungsmethode für Crowdfunding leider momentan nicht praktikabel ist. Die Einschätzung haben wir zusammen mit unserem Zahlungsabwickler Secupay AG aufgestellt:

    • Jeder Projektstarter benötigt ein PayPal-Konto, das zusätzlich zur Legitimation von Secupay nochmal separat legitimiert werden muss.
    • Jeder Unterstützer braucht ein PayPal-Konto;  eine Gast-Zahlung ist somit nicht mehr möglich.
    • Die Gelder werden erst nach Projekterfolg gebucht, in der Zwischenzeit kann zu viel passieren: z.B. ist die Kreditkarte abgelaufen, kein Guthaben auf dem Konto, Limit des PayPal-Konto ist inzwischen erreicht, Konten wurden durch ein Prüfsystem von PayPal eingeschränkt
    • Limit für eine Unterstützung: 1.400€
    • Gesamtsummen an Unterstützung für ein Projekt: 50.000€
    • Wert des Dankeschöns darf max. 100€ sein
    • Kein Crowdinvesting möglich
    • Gleichzeitige Crowdfunding-Projekte pro Nutzer: 2
    • Maximale Anzahl Crowdfunding-Projekte pro Nutzer im Jahr: 4

    Alleine mit PayPal wurden mehrere Tausend Fehlerfälle bearbeitet, bei denen Geldeinzüge nicht funktionierten. Projekte haben dadurch knapp 40.000€ verloren! Die Projektstarter beschwerten sich massiv über Paypal – keiner kann sich mehr sicher sein, ob er überhaupt sein gefundetes Geld bekommt.

    Wir stehen mit unserer Einstellung nicht allein da:
    Eine Vielzahl an Crowdfunding-Plattformen bieten aus diesen Gründen kein PayPal mehr an, wie beispielsweise Indiegogo oder kickstarter. PayPal war eine zeit-lang auf Crowdfunding-Plattformen die beliebteste Bezahlmethode, inzwischen ist sie fast völlig verschwunden!

    Es bleiben eine Vielfalt an Bezahlmethoden

    Auch ohne PayPal gibt es immer noch ausreichend Zahlungsmöglichkeiten auf unserer Crowdfunding-Plattform fairplaid.org, sowie unseren Partnerplattformen. Uns ist es wichtig, jedem Unterstützer seine favorisierte Bezahlmethode anzubieten, damit jeder Projekte einfach und vor allem sicher unterstützen kann.

    Mit dem Ablehnen von PayPal als Bezahlmethode hoffen wir, dass dies ein weiterer Anstoß für PayPal ist nochmal über die Crowdfunding-Einschränkungen nachzudenken und diese zu optimieren. Denn wir würden PayPal gerne wieder als Bezahlmethode aktivieren, wenn die Fehlerfälle gelöst sind und wir damit einen reibungsfreien Crowdfunding-Prozess anbieten können.

  • Das Prämienmodell im Crowdfunding – wie Du es am Besten nutzt

    Es ist eins der Grundprinzipien des Crowdfunding: Neben dem „Viele geben einen Teil“ und dem „Alles-oder-Nichts“-Prinzip steht Crowdfunding auch auf der Säule des Geben und Nehmens. Viele erachten die Erstellung aufwändiger Prämien als Zeitverschwendung und setzen allein auf den Zweck ihres Sammelns. Das mag in einem bestimmten Umfang funktionieren, vor Allem, wenn der Unterstützerkreis aus dem Bekanntenkreis besteht. Möchte man den bestmöglichen Betrag aus seinem Projekt herausholen, kann man sich nicht mehr allein auf den Projektzweck verlassen. Je schwächer die emotionale Bindung der potenziellen Unterstützer zum Projektstarter oder zum Projekt ist, desto mehr müssen sie aktiv zur Unterstützung überzeugt werden- ihnen muss ein Gegenwert geboten werden.

    Fest steht, dass man mit einem attraktiven Prämien-Shop mehr Unterstützer und damit eine höhere Fundingsumme erreicht, als mit einer reinen Spendenaktion.

     

    Die Macht der Prämien

     

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    Die Macht der Prämien sollte gerade bei Fans nicht unterschätzt werden. Denn auch wenn diese Leute wahrscheinlich sowieso etwas für ihren Verein oder ihr Idol geben würden, lässt sich die Summe mit Prämien erhöhen. Ein schönes Beispiel sind die Hamburg Freezers, die ein „Retter-Trikot“ für 150€ anboten, das von beinahe jedem der über 3000 Unterstützer ausgewählt wurde, teilweise mehrfach. Der psychologische Hintergrund ist schlicht: Die Motivation besteht wohl vor Allem darin, Teil einer Bewegung zu sein und das bei Erfolg auch im Nachhinein stolz kommunizieren zu können. Diesen Hintergrund gilt es ganz bewusst zu nutzen und vor Allem nicht außen vor zu lassen. Unterstützer wollen eingebunden werden. Dafür ist nicht nur kontinuierliche Kommunikation wichtig, die in erster Linie der Transparenz dient, sondern auch das Ansprechen der emotionalen Ebene, zum Beispiel durch genau solche Prämien. Letztendlich sind es die Emotionen, die die meisten Unterstützer zu solchen werden lassen.

    Das gilt nicht nur für derart große Projekte. Auch wenn ein heroisches „Retter-Trikot“ bei den meisten Projekten unpassend ist: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Dabei gilt der Grundsatz: Je sympathischer, desto besser. Ob es die Essens-Flatrate ist oder ein VIP-Platz beim nächsten Heimspiel oder die 50 Liegestütz von deinem Lieblingsspieler. Auch die potenziellen Unterstützer einfach mal zu fragen, woran sie Interesse hätten, ist absolut zu empfehlen. Der Football-Club Berlin Adler ließ beispielsweise mit reger Beteiligung für das Logo-Design auf Twitter abstimmen. Inspiration für Prämien findest du auf den zahlreichen Projektseiten erfolgreich abgeschlossener Projekte.

     

     

    Das Interesse aufrecht erhalten

     

    Auch die Kommunikation der Prämien ist wichtig: Bei dem Projekt der Blue Devils aus Weiden wurde das hervorragend umgesetzt. Immer wieder neue Prämien, die gut beworben wurden, regten wiederholt neue Wellen von Unterstützungen an. So wird einem Abebben des Interesses effektiv entgegengewirkt.
    Für die Bewerbung der Prämien bietet sich social media an – Screenshots beispielsweise oder einfache Posts mit Link zum Projekt.

    Prämien sind also alles andere als Zeitverschwendung. Sie animieren Unentschlossene, erschaffen unter Umständen ein Zugehörigkeitsgefühl, erhöhen die Summe der Unterstützung und sammeln je nachdem Sympathiepunkte für den Projektstarter.

     

    In 3 Schritten zum erfolgreichen Prämienplan

     

    1. Überlege Dir (falls Ihr ein Team seid, natürlich gemeinsam) vorher gut, welche Prämien Du anbieten möchtest. Ganz wichtig: Frag potenzielle Unterstützer, woran sie Interesse hätten! Nutze social media schon VOR der Kampagne. Vielleicht unterstützt Dich/Euch ja auch eine lokale Firma/eure eigenen Sponsoren? Nachfragen kostet nichts.
    2. Verschieß dein komplettes Pulver nicht gleich zu Beginn. Besondere Prämien-Highlights solltest du während der Projektlaufzeit neu einfügen, um einen Kommunikationsanlass zu haben und die Crowd dazu bewegst mehrere Male auf deine Projektseite zu schauen.
    3. Plane die Kommunikation und bewerbe in regelmäßigen Abständen einzelne Prämien.

    Noch mehr zum Thema Prämien:

    Die beliebtesten Prämien, die wirklich jeder anbieten kann – ohne wenn und aber