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Acacio Cossa: Mit dem Strike Force zur Meisterschaft

Max Martens | 2. Juni 2020

Mit dem Strike Force-Rollstuhl ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 10km/h schnell erreicht.

Um seinen Traum von der Meisterschaft im E-Rolli-Fußball zu verwirklichen, startete Acacio Cossa ein Sportcrowdfunding-Projekt. Das Objekt der Begierde: ein Strike Force. Dieser Rollstuhl ist extra für E-Rolli-Fußball konzipiert. Doch die Qualität hat ihren Preis: Acacio Cossa benötigte 11.100€.

Seit ca. 10 Jahren ist der 30-jährige Acacio auf Grund einer fortschreitenden Muskelerkrankung, der sogenannten Muskeldystrophie Typ Duchenne (kurz DMD), auf einen Elektro-Rollstuhl angewiesen. Nach seinem Umzug nach Dresden, wo er ein Studium der Medieninformatik begann, erfuhr er von der Möglichkeit E-Rolli-Fußball zu spielen. Gleich bei seinem zweiten Turnier 2017 wurde er zum besten Spieler gewählt.

im Jahr 2019 wurde die erste Bundesligasaison mit vier Teams bestritten. Cossas Team, die Power Lions Dresden, wurden Vizemeister. “Spielerisch sind wir gut aufgestellt. Für den Meister hat es trotzdem nicht gereicht, weil wir unserem Finalgegner rollstuhltechnisch unterlegen waren”, resümiert Cossa. Der Grund: im gegnerischen Team fuhren drei Strike Force über das Feld. In der kommenden Saison 2020/2021 wollen die Power Lions richtig angreifen und dafür will Acacio Cossa sich seinen eigenen Strike Force anschaffen.

Projektverlauf

Das Sportcrowdfunding-Projekt bei der Toyota-Crowd startete so furios wie der erwünschte Rollstuhl auf dem Platz. Nach vier Tagen war die 50%-Marke bereits erreicht. Einige Zeitschriften brachten Artikel über den “lebenslustigen aufgeschlossenen jungen Mann”, wie es die Pieschen-Aktuell schreibt. Auch die Dresdner Neuesten Nachrichten schrieben über Cossas Kampagne. Im Sachsen-Fernsehen lief sogar ein eigens gedrehter Beitrag über Cossa und die Power Lions Dresden. Das gab viel Rückenwind für das Projekt. Auf seiner Facebook-Seite postete Cossa fast täglich Updates und informierte seine Fans über den aktuellen Stand. Auch auf der Facebook-Seite der Power Lions Dresden gab es ständig neue Informationen.

Die Nachricht über das Crowdfunding-Projekt machte die Runde. Der 30-Jährige bekam sodann Unterstützung aus dem Profisportbereich. Der Handball-Zweitligist HC Elbflorenz Dresden stellte Sachspenden als Prämien zur Verfügung. Der Fußball-Zweitligist SG Dynamo Dresden ging zusätzlich sogar noch einen Schritt weiter und spendete 500€ für Cossas Kampagne. Außerdem verfassten sie einen Artikel auf ihrer Vereinswebsite und riefen alle Fans zum Spenden auf. Da waren ca. zwei Drittel der angepeilten Summe finanziert und nur eine Woche später waren die 11.100€ erreicht. Zwischenzeitlich fehlte tatsächlich nur ein einziger Cent zum Erreichen der Zielsumme.

Weil noch zwölf weitere Tage bis zum Ende der Kampagne übrig waren, verkündete Acacio Cossa, dass er die Mehreinnahmen an seinen Verein SV Motor Mickten-Dresden spenden wolle. Genauer gesagt an die Abteilung des E-Rolli-Fußballs. Tatsächlich kamen am Ende 11.420€ von 212 Unterstützern zusammen. Der Toyota-Fördertopf steuerte dem Projekt 1.960€ bei.

Damit stand dem Strike Force nichts mehr im Wege. Inzwischen hat Acacio Cossa den speziellen Elektro-Rollstuhl bestellt und muss nur noch die Lieferung abwarten. Anschließend kann die Verwirklichung des Meistertraums endlich starten. Dank des Spendenüberschusses sogar mit neuen Trikots für die Power Lions.

Was du vom Projekt von Acacio Cossa für deine nächste Crowdfunding-Aktion lernen kannst:

  • Mit Leidenschaft und Authentizität meistert man jedes Projekt.
  • Auch wenn die Zielsumme früher erreicht ist, lohnt es sich weiter Spenden zu sammeln. Alle Mehreinnahmen werden am Ende ausgezahlt.
  • Verwirkliche deinen Traum. Du hast keine Ausreden.

Autor: Max Martens

Max Martens ist Mitbegründer des Magazin des unpopulären Sports. Max schreibt als Redakteur für das fairplaid-Magazin über erfolgreiche Sportcrowdfunding-Aktionen und nimmt auch die unbekannten Sportarten in seine redaktionelle Arbeit bei fairplaid mit auf. In seinem Leben hat er schon viele Sportarten ausprobiert. Keine hat ihn wirklich lange gefesselt. Aber dann lernte er Quidditch kennen und ist diesem Sport sofort verfallen. Seit 2016 spielt er bei den SCC Berlin Bluecaps.


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