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5 Gründe, wieso du beim Finanzierungsziel GROSS denken solltest

Marthe-Victoria Lorenz | 14. Mai 2018

Viele Projektstarter haben Angst davor, groß zu denken und geben lieber eine kleinere Summe an. Oft fehlt es hier am Wissen, was möglich ist, oder wie selbst große Summen zu stemmen sind. Verständlich. Schließlich ist es schwer einzuschätzen, was realistisch ist (siehe hierzu auch: Soviel Geld kannst du mit deiner Crowdfunding-Kampagne einwerben)

Wir haben euch deshalb 5 Gründe herausgesucht, wieso euer Ziel lieber größer, als kleiner sein sollte.

1. Diese Vereine und Athleten haben auch Großes geschafft

Wenn die das können, kannst du das auch!

2. Weniger Aufwand für mehr Ertrag: Crowdfunding als große, einmalige Gelegenheit pro Jahr

Eine fairplaid-Kampagne kann „nur“ einmal im Jahr durchgeführt werden. Versuche also das Meiste herauszuholen.

Bei Startup-Unternehmen hört man häufig von Finanzierungsrunden. Hier definieren die Gründer den nächsten Meilenstein und wie viel Geld sie benötigen, um diesen Meilenstein zu erreichen. Dann gehen diese auf Investorensuche. Da die Geldgebersuche an sich schon Zeit in Anspruch nimmt, wird der Meilenstein meist so geplant, dass das Geld für 1-2 Jahre auf jeden Fall ausreicht. Dies schafft Planbarkeit und Klarheit für das Unternehmen – aber auch für die Investoren.

Nicht anders ist es auch bei deinem fairplaid-Projekt für deinen Verein oder deine Sportlerkarriere. Bei der Durchführung einzelner kleiner Kampagnen müsste das Fundament jedes Mal von Neuem aufgesetzt werden. In der Außendarstellung erscheint das dauernde Aktivieren des Unterstützerumfeldes außerdem planlos und unprofessionell.

Es ist also weniger aufwendig eine große Kampagne zu machen und Sicherheit für einen längeren Zeitraum zu haben, als viele kleine Projekte auf das Jahr zu verteilen –  mit dem Risiko, dass es vielleicht nicht weitergehen kann.

Dies bedeutet: Im Idealfall startest du 1x im Jahr eine Crowdfunding-Kampagne und zwar so, dass das Geld ausreicht, um das Jahr zu meistern.  Anderenfalls erhältst du zwar Geld, aber nicht genug, um das Jahr zu meistern –  bis sich die nächste Gelegenheit für eine Crowdfunding-Kampagne ergibt.

Helfen kann dabei der Grundsatz: Finanziere die Mission (den Meilenstein), nicht die Maßnahme (oder auch: finanziere nicht, was du kaufen willst, sondern, was du erreichen willst.).

3. Ohne Moos nix los: Förderer unterstützen lieber Projekte, die eine große und nachhaltige Wirkung haben

In einem Feedback schrieb Sebastian Mahr an zukünftige Projektstarter: „Nicht zu konservativ planen. Ich habe mich gefragt, ob es überhaupt Leute gibt, die mich unterstützen und habe nur 5.000€ veranschlagt. Hätte ich es gewusst, wäre ich höher gegangen, auch wenn ich am Ende 8.400€ hatte. Sport ist teuer, von daher ehrlich sagen, was man braucht.“

Weitere Tipps von Sebastian Mahr gibt es hier:

Die finanziellen Ambitionen müssen zu den sportlichen Ambitionen passen. Ansonsten leidet die Glaubwürdigkeit. Als Nadine Schmietendorf ihr fairplaid-Projekt für den Regionalliga-Aufstieg plante, setzte sie das Finanzierungsziel auf 2.000€ an. Zu groß war die Angst, das Ziel nicht zu erreichen. Bei unserer Beratung überzeugten wir Nadine, die tatsächlich benötigte Summe mit 5.000€ auch anzugeben. Denn: wer glaubt denn, dass eine Mannschaft in der Regionalliga mit 2.000€ irgendetwas erreichen kann?  Das Finanzierungsziel muss zum Meilenstein passen.

Die Angst zeigt sich im Finanzierungsziel. Schon nach außen wird so gezeigt: Mehr trauen wir uns auch gar nicht zu. Während ein ambitioniertes und selbstbewusstes Ziel zeigt: Wir haben hier Großes vor UND wir glauben auch daran, unser Ziel zu erreichen und umzusetzen. Ein Vertrauenszeichen für Geldgeber.

Denn wer fördert, möchte, dass für das Investment auch ein größtmöglicher Return on Investment zurückkommt. In diesem Fall also z.B. indem der Verein sportlich sehr erfolgreich ist, eine entsprechend gute Jugendarbeit aufgesetzt wird usw. Den Förderern ist auch klar: Ohne Moos nix los.

4. Große Ziele erzeugen mehr Aufmerksamkeit und damit größere Summen

Du erhältst Geld auf Grundlage der Aufmerksamkeit, die du erzeugen kannst, NICHT auf der Grundlage, wie lange zum Beispiel die Kampagne läuft.

Sprich: Je mehr Menschen von deinem fairplaid-Projekt erfahren, desto mehr Unterstützer erhältst du. Unseren Auswertungen nach entspricht jeder Klick auf die Projektseite ungefähr 1€. Dein Ziel ist es also, so viele Menschen, wie möglich, auf deine Projektseite zu locken.

Das schaffst du vor allem dann, wenn dein fairplaid-Projekt in den Medien und in Social Media geteilt wird. Größere Projekte erzeugen an sich schon mehr Aufmerksamkeit, da

  1. die Vorbereitung auf eurer Seite als Projektstarter dann schon entsprechend besser ist, weil das Risiko höher ist.
  2. große Summen viele Unterstützer benötigen und damit z.B. für Presse an sich schon interessanter sind.
  3. große Unternehmen meist auch nur große Summen ausgeben. Eure Chancen also bei Sponsoren auch große Summen zu erhalten steigen.

Hinzu kommt, dass die Durchschnittsumme pro Unterstützung bei größeren Projektsummen steigt (siehe auch Crowdfunding-Monitor 2017). Sprich, bei größeren Summen erhältst du ohne Mehraufwand an sich schon mehr Geld, einfach weil deine Summe nach außen höher erscheint und die Menschen dann auch von sich aus mehr beisteuern.

Nutze eine fairplaid-Kampagne als eine große Marketing-Kampagne, für die du auch noch bezahlt wirst.

5. Sobald das Ziel erreicht wurde, lässt die Dynamik nach

Sobald das Ziel erreicht wurde, sehen viele Unterstützer keinen Grund mehr (außer bei besonders attraktiven Prämien), noch tätig zu werden. Sie klicken auf die Projektseite und brechen im schlimmsten Fall wieder ab. Dies bedeutet: du hast sprichwörtlich Geld verloren.

Jan Diringer zeigt das in folgendem Video sehr gut: Wie den Unterstützern jetzt zeigen, dass man statt den wie anfangs angegebenen 3.333€ eigentlich über 5.000€ benötigte? Nur weil man sich anfangs nicht traute, mehr anzugeben? Es entstand ein Kommunikationsproblem und damit auch mehr Aufwand in der Verbreitung der Kampagne. Keiner kann sagen, wie viele Unterstützer den Handballern dadurch verloren gingen, weil sie sich nicht trauten, mit der „wahren“ Summe anzutreten.

 

Zusammenfassung und Vorteile:

  • Klarheit, Sicherheit und Planbarkeit für einen großen Zeitraum (z.B. ein Jahr), und nicht nur für ein einzelnes Trainingslager/Turnier/Trikotsatz.
  • Einmal Aufwand, aber höherer Ertrag, als wenn einzelne Maßnahmen jeweils von Neuem durchgeführt werden müssen
  • höhere Aufmerksamkeit, die erzeugt wird – Stichwort „bezahltes Marketing“

Autor: Marthe-Victoria Lorenz

Marthe ist Gründerin von fairplaid.org und kämpft für mehr Förderung des Breitensports. Sie ist leidenschaftliche Basketballerin und engagiert sich ehrenamtlich in ihrer Basketball-Abteilung des MTV Stuttgart 1843 e.V.


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