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3 Gründe, warum Stadionhefte langsam verschwinden

Dagmar Erhardt | 3. Juni 2016

Ich gebe zu: Auch als Verfechter der Digitalisierung liebe ich die Haptik eines Buchs oder Magazins, und im Stadion mag ich die zugehörigen Heftchen allein schon aus Nostalgie. Doch damit ist schon gesagt, worum es geht: Diese Heftchen werden immer dünner, in Umfang und Verbreitung.

„Ein gutes Magazin ist das Bindeglied zwischen Verein und Fans. Meinungen austauschen, Spieler porträtieren, für Transparenz sorgen, ja sogar den Sponsoren eine weitere Werbefläche bieten – all das kann eine gute Stadionzeitung leisten.“
Stadionheft-Sammler Marcel Dußling

Doch wie zeitgemäß ist diese Aussage? Faltblätter, wie sie heute Gang und Gäbe sind, hält Marcel Dußling für „dünne Alibi-Heftchen“. Bis auf den SC Freiburg, der ein klar ablehnendes Statement zu solchen Entwicklungen gab (Pressestelle SC Freiburg: „Für wenigstens 90 Minuten sollte das Spiel im Mittelpunkt stehen und nicht das Smartphone“), versuchen sich jedoch immer mehr Vereine an Online Ausgaben.

Wieso?

1. Nicht wirtschaftlich

Der Hertha BSC verabschiedete sich schon vor Beginn der Saison 2015 von seiner Printausgabe „Wir Herthaner“. Der Verein hatte zuletzt damit ein Verlustgeschäft im sechsstelligen Betrag gemacht. Das Magazin erscheint jetzt nur noch online. Zu den Spielen gibt es nun nur noch ein Faltblatt mit Infos zum Spiel.

2. Für Sponsoren unattraktiv

sponsorszitat

Wie Sponsoringleiter Huefnagels von der HypoVereinsbank feststellt, ist eine Anzeige im Stadionheft für sie so gut wie nutzlos. Zuschauer überfliegen das Heft und überblättern die Anzeigen.

3. Veränderte Zuschaueransprüche

Ronny Zimmermann stellt in seinem Artikel im Spiegel vom 27.01.2015 fest: „Ein Fan will im Stadion immer noch ein Stück näher an seinen Bundesligisten heran, an die Mannschaft, und an die Spieler. Überall will er hinter die Kulissen blicken, vielleicht sogar mitmachen. In Zukunft wird er dafür jedoch zunehmend ein Smartphone benötigen.“

Der Hertha BSC sammelte sich für seine Digitalisierung eine Million € seiner Fans über eine Crowdlending Kampagne ein (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hertha-bsc-fanslehren-die-banken-das-fuerchten-1.2915569). Die Nachfrage der Zuschauer ist also groß. Investiert wurde unter anderem in die Entwicklung einer App und social media.

 

Eine Auswahl an Vereinsmagazinen findest Du hier:

 

Autor: Dagmar Erhardt

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