Diese Sportmarketing Trends solltest Du für 2016 stets im Hinterkopf behalten

Vanessa Groh | 25. Oktober 2015

1. Vom normalen Spieltag zum Event

Mitglieder-Gewinnung ist ein Thema, das alle Vereine betrifft. Die Konkurrenz wird immer härter und um ihre Fans zu halten und an Reichweite zu gewinnen, lassen sich die Clubs ganz schön was einfallen. Dabei geht es vor allem darum das eigene Angebot zu verbessern, dem Fan ein einzigartiges Erlebnis zu bieten und ihn in das Geschehen zu integrieren. Bei den Final 4, dem Endspiel-Wochenende des Deutschen Handballbundes, wurde den Zuschauern neben vier großartigen Spielen auf Top-Niveau dieses Jahr außerdem vier spektakuläre Eröffnungsshows geboten, die das ultimative Sport- und Unterhaltungsevent zauberten.

Die Fans hatten am Abend zuvor die Gelegenheit ihre Gesichter und ihren Gesang zu dem Song „Seven nation army“ aufzeichnen zu lassen. Diese Aufnahmen wurden zu einem gigantischen Fan-Mosaik zusammengefügt und in die Eröffnungsshow beim Spiel um Platz drei integriert.

Eine etwas andere Art der Zuschauereinbindung finden wir in der National Basketball Association. Die Videos der KissCam sorgten weltweit für Unterhaltung.

Doch eine wirklich gute Fan-Einbindung geschieht nicht nur IM Stadion, sondern auch AUSSERHALB! Beispielsweise durch Gewinnspiele (Quiz, Tombola) im Vorfeld des Spieltags oder dem Rahmenprorgramm rund um die Sportveranstaltung(zu Gewinnen gibt es exklusive Sitzplätze oder die Teilnahme bei der Afterparty mit den Spielern).

Das bedeutet für euch: bindet eure Mitglieder stärker ein. Sie sind ein Teil des Vereins und wollen dies auch aktiv spüren. Fragt sie in kleineren Abstimmungen nach ihrer Meinung. Außerdem schafft ihr es durch kleinere Gewinnspiele und Feste (Sommerfest, Frühlingsfest, Weihnachtsfeier) eine ganz neue Nähe zu euren Mitgliedern aufzubauen und sie noch tiefer in den Verein zu integrieren. Denn, wer sich in seinem Verein wohlfühlt, nimmt gerne auch ein paar Stunden Ehrenamt in Kauf.

2. Internet: Immer und überall

Im Mai 2014 besaßen rund 41 Millionen Personen in Deutschland ein Smartphone. Dabei wird Zugang zum Internet zu jeder Zeit und an jedem Ort erwartet. Da das Mobilfunknetz bei Großveranstaltungen in Stadion, Arenen oder Messen häufig überlastet ist, bieten die Bundesliga Vereine ihren Fans unter dem Begriff „Connected Stadium“ (oder auch „Stadium Vision“ genannt) nun kostenlos WLAN.

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Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2015 (in Mio.)

Bevor ihr euch nun Horrorgeschichten von Missbrauchsfällen eures Internetzugangs für illegale Downloads ausmalt, können wir euch beruhigen:

  1.  Es gibt die Möglichkeit, das Internet per Passwort zu schützen, welches dann NUR an die Vereinsmitglieder herausgegeben wird.
  2.  Für den Fall, dass ihr trotzdem noch nicht überzeugt seid: Nach aktueller Gesetzeslage kann man annehmen, dass der Betreiber von der Haftung befreit ist, wenn er seine Nutzer mittels sogenannter Nutzungvereinbarungen (die der Nutzer akzeptieren muss, bevor er das Passwort für den Zugang erhält) darüber aufgeklärt hat, dass der Nutzer die gesetzlichen Vorschriften zum Jugensschutzrecht, zum Urheberrecht und zum Strafrecht beachtet werden müssen.

Jetzt werden viele Vorstände noch erwidern: Ohne Telefonkabel kein Internet. Glücklicherweise ist es via Satellit mittlerweile auch ohne Kabel- und DSL-Anschluss möglich Zugang zum Highspeed-Internet zu erhalten. Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr hier.

Der große Vorteil: Die Fans können während des Spiels  posten, tweeten und ihr Erlebnis mit der Außenwelt teilen und machen damit Werbung für den Verein. Damit wären wir auch schon beim nächsten Thema.

3. Behind the scenes: Fans produzieren ihren eigenen Inhalt

Fans lieben es eigene Inhalte zu produzieren und zu teilen und somit ihre Beziehung zum jeweiligen Club zum Ausdruck zu bringen. Diese von den Fans produzierten Inhalte sind effektiv und kostengünstig. Das beste Beispiel liefert uns Kayla Itsines. Sie lässt andere für sich und ihr Produkt werben und hat damit eine Community von mehr als 3 Millionen Followern aufgebaut. Ihre Kundinnen posten ihre Erfolgsgeschichten auf Instagram – besser und effektiver als jede teure Imagekampagne.

Immerhin teilen fast zwei Drittel ihre Handy-Schnappschüsse in sozialen Netzwerken. Das bedeutet beispielsweise, dass über 400 Millionen Menschen Instagram zum Teilen von Fotos oder Videos nutzen und dort pro Tag durchschnittlich 80 Millionen Bilder hochladen. Unter ihren Erlebnissen können die Fans dann Ihren Verein markieren und somit eine direkte Verbindung zu ihm herstellen. Super Werbung, vollkommen kostenlos! Auch hier geht es wieder darum aus einer normalen Veranstaltung ein Event zu machen, welches sie unbedingt mit ihren Freunden teilen wollen. Um diese kostenlose Werbung zu forcieren können Vereine ihre Fans dazu aufrufen z.B. das emotionalste Fan-Bild zu posten. Natürlich mit der Verlinkung zum jeweiligen Verein 😉

Nichts ist glaubwürdiger als ein Fan (bzw. Mitglied) der von seinem einzigartigen Erlebnis bei eurem Event schwärmt und dies laut und deutlich über seine Sozialen Netzwerke kommuniziert.

4. Media-Partnerschaften

Die NFL macht es uns mit Kooperationen mit Yahoo (weltweiter Live Stream von den Spielen der Buffalo Bills und der Jacksonville Jaguars) und Snapchat, sowie Twitter (Video Content) bereits vor. Und es werden noch mehr Partnerschaften mit Digitalen Medien kommen. Der Erfolg der NFL zeigt es: besonders mit Social Media und Messaging Plattformen machen solche Kooperationen durchaus Sinn.

Auch als Verein ist es wichtig flexibel auf aktuelle Trends in den Medien zu reagieren und sich für Social Media Kanäle zu öffnen. Schalke 04 beispielsweise überträgt als erster Bundesligist überhaupt seine Pressekonferenz via Periscope (ein neues Livestreaming-Pool von Twitter) und lässt so seine Fans live an der Pressekonferenz teilnehmen.

Die neuen Medien bieten so viele Möglichkeiten sich mit Mitgliedern und Fans zu connecten. Deutschland hat hier noch einiges aufzuholen.

5. Crowdfunding als Marketing-Kampagne

Während es meist darum geht den Fan in die Halle zu locken, wird beim Crowdfunding das Augenmerk auf  die Notwendigkeit ihrer Unterstützung und den Zusammenhalt im Verein gelenkt. Die Fans und Mitglieder können aktiv ihren Beitrag leisten. Zusammen mit ihnen ein Projekt erfoglreich zu verwirklich schweißt zusätzlich zusammen, abgesehen von den positiven Auswirkungen auf Ruf und Reichweite des Vereins. Pascal Roller, ehemaliger Basketball-Nationalspieler ist der Meinung, dass durch eine Crowdfunding-Kampagne dem Vereinsumfeld eine tolle Gelegenheit geboten wird, „ein Teil (der) Entstehungsgeschichte zu werden – quasi so etwas wie Mit(be)gründer. Damit schafft man meiner Meinung nach am ehesten die Möglichkeit eine Identifikation und Nachhaltigkeit herzustellen.“

 

Autor: Vanessa Groh

Vanessa studierte an der deutschen Sporthochschule in Köln Sportmanagement und -kommunikation und konnte dort bereits mit der Marketing-Abteilung des 1.FC Köln, sowie der Sportscheck Filiale Standort Köln zusammenarbeiten. Mittlerweile ist Sie verantwortlich für das Social-Media-Management von fairplaid.


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