Crowdfunding-Ticker mit WhatsApp – So geht’s

Marthe-Victoria Lorenz | 28. Januar 2016

800 Millionen Nutzer weltweit, über 30 Millionen Whatsapper in Deutschland. Klar, dass Whatsapp so mehr als interessant ist, um die Menschen mit neuesten Infos zu versorgen. Verlage nutzen WhatsApp vor allem um Nachrichten rund um Ulm an ihre Leser zu versenden (Südwestpresse). Dasselbe macht Sport 1 und Hitradio RTL.

Wir wollen Dir nun zeigen, wie Du Whatsapp nutzen kannst, um Deine Unterstützer über Deine Crowdfunding-Kampagne auf dem Laufenden zu halten. Natürlich kannst Du das Netzwerk, dass Du Dir dann aufgebaut hast später nutzen, um z. B. einen Liveticker oder Ähnliches zu führen.

WhatsApp ist hierbei generell kostenlos. Die Nutzung des Dienstes ist aber per AGB auf den nicht kommerziellen Einsatz.

Wie versende ich meine Nachricht an viele Empfänger gleichzeitig?

Schritt 1: Broadcastliste erstellen

Hierfür bietet Dir WhatsApp die Funktion „Broadcast-Liste„.

[highlighted_text]Mit der Broadcast-Liste Funktion kannst Du eine Nachricht gleichzeitig an mehrere Freunde senden. Broadcast-Listen sind gespeicherte Listen von Nachrichtenempfängern, denen Du einfach immer wieder Broadcast-Nachrichten senden kannst, ohne sie jedes Mal neu auswählen zu müssen. Die Empfänger werden die Nachricht, wie eine normale Nachricht von Dir empfangen. Wenn sie antworten, wird eine normale Nachricht auf Deinem Chats-Bildschirm erscheinen. Eine Antwort wird nicht an alle Empfänger der Broadcast-Liste gesendet. [/highlighted_text]

Wie Du eine Broadcast-Liste erstellst, kannst Du hier sehen:

Herausforderung: Nur 256 Kontakte können mit einer Broadcast-Liste bearbeitet werden. Melden sich mehr als 256 Kontakte an, musst Du eine zweite Liste erstellen und damit auch zweimal tickern (oder eben zwei Personen ransetzen). Für kleinere Fangemeinschaften sollte das zu Beginn aber kein Problem sein.

Wer diese Herausforderung lösen möchte, muss auf eine technische Lösung eines Dienstleisters zurückgreifen (siehe unten).

Schritt 2: Willkommensnachricht versenden

Damit Deine neuen Abonnenten gleich ein Feedback haben, kannst Du Ihnen mit einer Willkommensnachricht antworten. So haben sie eine Bestätigung, dass sie ab jetzt Nachrichten von Dir erhalten. Damit Du Dir nicht die Finger wund schreibst, würde ich diese knapp halten.

Vielen Dank, dass Du Dich in unseren Verteiler eingetragen hast. Ab jetzt bist Du immer auf dem neuesten Stand! Viele Grüße!

 

Schritt 3: Nachrichten versenden (auch über Web)

Natürlich kannst Du über Dein Handy tickern. Wer aber schneller schreiben möchte, kann auch einfach einen Laptop nehmen und web.whatsapp.com aufrufen. Dort öffnet sich die Web-Anwendung von WhatsApp und Du kannst bequem über die Tastatur Deine Nachrichten versenden.

 

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Schritt 4: Abonnenten ein- und austragen

Nicht jeder, der sich einmal eingetragen hat, möchte jetzt auf immer und ewig die Nachrichten erhalten. Schreibt jemand „STOP“, solltest Du seine Nummer schnellstmöglich entfernen, indem Du in die Liste gehst, auf die Nummer klickst und auf „Aus Broadcast-Liste entfernen“ klickst. Analog kannst Du Nummern und Kontakte hinzufügen.

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Wie richte ich ein Handy ein?

Im besten Fall nimmst Du einfach ein altes Smartphone, dass sicher jemand noch zu Hause rumliegen hat (wir bei fairplaid haben mein altes Handy genommen, welches ein paar Macken hat. Aber für WhatsApp reicht´s allemal).

Jetzt benötigst Du noch eine SIM-Karte mit einer Nummer. Wir haben einfach eine ALDI-Talk Prepaid SIM-Karte gekauft. Ich gehe mit dem Handy immer übers WLAN ins Internet oder werfe unterwegs den Hotspot meines eigenen Handys an. So entstehen uns keine zusätzlichen monatlichen Kosten für eine Internet-Flatrate. Es gibt aber auch schon günstige Internet-Flatrates für 10€ im Monat, wer doch unabhängig online gehen möchte.

Dienstleister für WhatsApp Marketing

Eins schon einmal vorweg: günstig ist die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister nicht, auch wenn diese vor allem bei vielen Abonnenten sehr viele Vorteile mit sich bringt. Ab 49€ im Monat sollte man rechnen. Das lohnt sich also nur für professionelle Clubs, die sich vor Fanscharen kaum retten können. Da ich denke, dass es für die meisten eher uninteressant ist, liste ich ein paar Anbieter auf. Wer mehr erfahren möchte, kann einfach die Internetseiten besuchen und sich dort informieren:

Und der Datenschutz? 

Alle WhatsApp-Dienste, die ich recherchiert habe, weisen darauf hin, dass die Nummern selbstverständlich nur zum Zwecke der Informationsübermittlung verwendet wird und nicht an Dritte weitergegeben wird. Eine Datenschutzerklärung bzw. Teilnahmebedingungen sollten im besten Falle also beigefügt werden. Bei Sport 1 sieht diese wie folgt aus:

  • Die Teilnahme ist komplett kostenlos
  • Wir werden Sie nicht mit Nachrichten überfluten. Geplant sind eine bis fünf Messages pro Tag
  • Ihre Handynummer verwenden wir nur für den Zweck, Ihnen den oben genannten Service anzubieten (Sport-News per WhatsApp). Ihre Nummer geben wir nicht an Dritte weiter. Sie haben jederzeit die Möglichkeit sich abzumelden, Ihre Handynummer wird dann umgehend von uns gelöscht. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie hier
  • Die technische Abwicklung erfolgt durch unseren Dienstleister WhatsBroadcast. Alle Nachrichten werden jedoch von uns verschickt.

Wie beim Newsletter auch, solltet ihr nachweisen können, dass eure Empfänger auch Nachrichten erhalten möchten und ihnen die Möglichkeit geben, sich aus dem WhatsApp-Verteiler wieder auszutragen. Sport 1 löst dies mit einer einfachen Nachricht. Einfach „START“ an die WhatsApp-Nummer von Sport 1 versenden und man ist im Verteiler dabei. Schreibt man wiederum „STOP“ ans Sport1-Team, wird man wieder ausgetragen. Mehr siehst Du hier: Sport 1 bei WhatsApp.

Eins muss jedem klar sein: WhatsApp ist ein amerikanischer Dienst und unterliegt dementsprechend nicht den deutschen Datenschutzbedingungen. In Zeiten von Datenklau, Hacks und den doch sehr verworrenen AGB von WhatsApp habe ich mir  überlegt, ob es möglich ist, diese Dienste auch über SMS abzuwickeln. Schließlich ist man hier auch nicht abhängig davon, dass jemand die WhatsApp auf seinem Handy geladen hat (es gibt sie noch, die nicht Smartphone-Besitzer :))

Alternativen zu WhatsApp: SMS

Viele Anbieter bieten auch die Möglichkeit Massen-SMS zu versenden und damit sogar noch mehr Menschen zu erreichen. Denn so gut wie jeder hat ein Handy und kann SMS empfangen, aber nicht jeder hat ein Smartphone und nicht jeder der ein Smartphone hat nutzt Whatsapp.

Haken: Hier muss über einen Dienstleister gearbeitet werden und es entstehen kosten von bis zu 7 Cent pro SMS. Hast Du 200 Abonnenten in Deinem Liveticker, so werden bei jeder SMS also 7 Cent mal 200 fällig = 15€. Ich habe im Internet ein paar Anbieter gefunden. Ihr könnt aber einfach in Google „massen sms versenden“ eingeben und findet entsprechend noch weitere Anbieter.

  •  messagebird.com (Mein Favorit)
    https://www.messagebird.com/de-de/
    0.062 pro SMS, 1377 Zeichen für eine SMS, keine Einrichtungsgebühr, keine Monatsgebühr.
  • websms.de
    Monatliche Grundgebühr €15, SMS Versand ab €0,07

FAZIT

Alles in allem ist das Pushen von Neuigkeiten aufs Handy sicher eine tolle Möglichkeit, um die Fans über den Fortgang des Crowdfunding-Projekts, das Team oder bei Livetickern über das Erlebnis in der Halle von überall miterleben zu lassen. Allerdings ist SMS aus meiner Sicht nicht praktikabel und für Vereine zu teuer. Messaging-Dienste bieten hierfür einfach eine tolle kostenlose Variante.

Autor: Marthe-Victoria Lorenz

Marthe ist Gründerin von fairplaid.org und kämpft für mehr Förderung des Breitensports. Sie ist leidenschaftliche Basketballerin und engagiert sich ehrenamtlich in ihrer Basketball-Abteilung des MTV Stuttgart 1843 e.V.


2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Artikel.
    Das ganze ist eine zweischneidige Sache, da WhatsApp ausdrücklich genau diese Dienste in den AGB ausschließt. Das hat vor einigen Wochen dazu geführt, dass massiv genau in diesem Segment entscheidende Ticker von heute auf morgen abgeschaltet wurden und auch nicht mehr online gegangen sind. Dieses Geschäft wird sich Facebook alias WA nicht nehmen lassen. Daher wäre ich sehr vorsichtig bei dem Einsatz.

    Grüße, Maik

    1. Hallo Maik, danke für den Hinweis. Ich update den Artikel gerne zu diesem Thema noch! Ich hatte dies nur in Bezug auf den Service von den sogenannten Broadcast-Dienstleistern gelesen und auch nur, weil besagte Unternehmen kommerzieller Natur sind und dementsprechend zehntausende von Abonnenten haben und zu Geld machen wollen (Verlage z.B.). Dennoch sehe ich keinen Nachteil in der Nutzung. Erst einmal muss Whatsapp auf den Kanal aufmerksam werden. Die Wahrscheinlichkeit sehe ich v.a. bei kleineren Vereinen mit ein paar hundert Abonnenten, die z.B. über ihr Crowdfunding-Projekt/Nachwuchsarbeit/Heimspiel berichten, als eher gering an – ohne Gewähr natürlich 🙂 Aber selbst wenn die Liste gesperrt wird, hat man bis dahin ggf. schon mehr Fans für den eigenen Verein, sich selbst als Sportler gewonnen oder Whatsapp sogar genutzt, um die Fans zu Newsletter-Abonnenten oder Facebook-Fans zu konvertieren oder die Kontakte anderweitig abzuspeichern und auf einen anderen Dienst zu wechseln (was ich im Übrigen immer empfehlen würde, da die Abhängigkeit von einem Kanal mehr als risikoreich ist. Werde ich auch noch im Artikel unterbringen :)). Möchte Whatsapp wiederum ein Geschäft aus den Broadcast-Listen machen, bedeutet dies im Endeffekt „nur“, dass irgendwann in der Zukunft dahinter ein Preisschild hängt (so wie es facebook auch bei Posts von Pages macht.) Wir nutzen WhatsApp seit einem halben Jahr im Support, um unsere Projekstarter zu betreuen und machen sehr gute Erfahrungen damit (schnellere Antworten, auch zu Unzeiten 😉 das liiiieben natürlich unsere Projektstarter) Ja oder Nein, die Entscheidung kann und muss natürlich jeder Sportler oder Verein für sich treffen.

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