Digitales Sportmarketing – Willkommen in der Zukunft

Dagmar Erhardt | 1. Juli 2016

2013 berichtete die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte noch, dass der „Deutsche Sportmarketing Index (DSMI)“ seinen Aufwärtstrend der vorangegangenen Jahre nicht fortsetzen konnte. Der DSMI bildet die Konjunkturprognosen der deutschen Sportbranche ab und dient als Unterstützung bei strategischen Management- oder Investitionsentschiedungen. Die Experten sehen kein Wachstum für die Sponsoring-Erlöse der Handball-Bundeslige (HBL) und sogar rückläufige Entwicklungen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Einzig in der Beko Basketball Bundesliga (BBL) scheint für die Experten noch Wachstumspotenzial zu bestehen.

Allerdings trauen viele der befragten Experten allen Profisportligen ein Umsatzwachstum des Sportmarketings im Bereich der neuen Medien zu. Zur Pressemitteilung von Deloitte.

Neue Medien – sind was genau? Eigentlich zeichnet sich der Begriff hauptsächlich durch drei Eigenschaften aus:

  • Digitale Daten und rechnergestützte Verarbeitung und Handhabung
  • meist erreichbar durch das Web
  • Interaktion der Nutzer mit Inhalten
Wie also sieht die Zukunft des Sportmarketings und -sponsorings aus? Vier zukunftsweisende Tendenzen sind bereits heute klar zu erkennen.

 

[dropcap style=““]1[/dropcap] Virtuelle Werbung.
Italiens Serie A tut es, in der Primera Division in Spanien ist sie ebenfalls zu finden und in Südamerika ist das Ganze schon ein alter Hut. In Deutschland ist sie noch nicht angekommen: Die virtuelle Werbung. Vorbei die Zeiten des gewöhnlichen Abfilmens der Stadionwerbung. Hier eröffnet sich die Möglichkeit, Werbung im Fernsehen zielgruppengerechter (z.B. nach Land) auszuspielen. Es kann mehr Werbung effektiver platziert werden: Zuschauer sehen dasselbe Spiel und unterschiedliche Werbung.

 

[dropcap style=““]2[/dropcap] Social Streaming.
Die Alternative zum Fernsehen folgt sogleich: Social Streaming ist im Trend. In unserem Beitrag „Liebe Sportler, wer braucht eigentlich noch ARD“ stellen wir die unterschiedlichen Kanäle vor, auf denen auch kleinere Vereine ihre Spiele übertragen können und worauf sie rechtlich achten müssen.
Sponsoren drängen seit Längerem die Rechteinhaber, die Verwertungsmöglichkeiten auszuweiten, da mittlerweile ein großer Teil der Zuschauer auch auf dem Smartphone und von Apps abgeholt werden kann.

 

[dropcap style=““]3[/dropcap] Digitalisierung der Stadien.
In den USA schöpft man in Baseball-Stadien alles aus, was bisher geht: WLAN in sämtlichen Stadien ist verbunden mit Angeboten wie exklusiven Kameraeinstellungen, Szenenwiederholungen oder für Getränkerabatte. Die drei großen Mobilfunkanbieter in Deutschland kritisieren das jedoch, da sich ein Ausbau für die paar stark frequentierten Tage im Jahr nicht lohne. Im Signal Iduna Park hat man den Schritt gewagt: Besucher können Statistiken abrufen, an Umfragen, Votings und Tippspielen teilnehmen.

 

[dropcap style=““]4[/dropcap] Beacons.
Noch nie gehört? Ich kann beruhigen: Bekannt sind diese Dinger hier noch nicht wirklich, woanders aber schon der letzte Schrei. Beacons sind Minisender, die mittels Bluetooth mit dem Smartphone kommunizieren. Befindet man sich in der näheren Umgebung eines Minisenders, erhält man bei aktiviertem Bluetooth eine Push-Benachrichtigung auf das Smartphone. Bei Datenschützern klingeln die Alarmglocken, bei Marketern die Kassen: Die ortsgebundene Verbindung der Offline- zur Onlinewelt macht einzigartig personalisierte Vermarktung möglich. Ob in Stadien oder Kaufhäusern.

Autor: Dagmar Erhardt

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