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  • Was ist Sport-Crowdfunding?
  • Wie kann ich Crowdfunding zur Finanzierung sinnvoll einsetzen?
  • Was muss ich beim Gestalten eines Crowdfunding-Projektes beachten?

Deswegen wurde unser Crowdfunding Projekt erfolgreich – Trotz Nischensportart!

Vanessa Groh | 26. Oktober 2015

Ein Beitrag von Jochen Maurer:

Zunächst vielen Dank für die Möglichkeit, über fairplaid.org ein Crowdfunding-Projekt für unseren Nischensport Pool-Billard zu starten und damit die Möglichkeit zu erhalten, eine breitere Masse zu erreichen und somit Gelder zu generieren, die man sonst nie bekommen hätte.

Am Ende haben wir nach 45 Tagen Projekt-Laufzeit sogar über 20% mehr erzielt, als notwendig gewesen wäre. Das Ziel waren 3.000,00 Euro.

Bei meinem/unserem Projekt ging es um die Förderung von drei jungen Pool-Billard-Spielerinnen (genannt „Cue Queens“), die allesamt national und international schon sehr erfolgreich waren und sind. Nun lautet das nächste Ziel, sich mit den Männern auf den großen nationalen Turnieren zu messen. Diese Turnierteilnahmen kosten sehr viel und via fairplaid sollten die nötigen Gelder gesammelt werden.

3CueQueens

Rückblickend betrachtet hängt der Erfolg oder Misserfolg eines Projekts viel von der Vorbereitung ab. So habe ich in der Tat jede einzelne Seite auf der fairplaid-Website gelesen und mich über die verschiedenen Möglichkeiten informiert. Zudem gab es intern zwischen den drei „Cue Queens“ und mir einen steten Austausch und Telefonkonferenzen, bei denen die Marschroute festgelegt wurde.
Daraufhin wurden entsprechende Fotos gemacht, die in Kombination mit „Action-Fotos“ als Grundlage zur Vorstellung der Spielerinnen diente.
Sogar ein Video wurde gedreht, bei dem sich die Spielerinnen sehr ins Zeug gelegt haben. So ein 40-Sekunden-Video ist in der Produktion und Nachbearbeitung deutlich zeitaufwändiger als man das glauben mag.

Wichtig war uns vor allen Dingen auch, unser Anliegen in wenigen Worten verständlich rüber zu bringen. Ich denke, das ist ganz gut gelungen und selbst, wenn man nur auf das Vorschau-Bild unseres Projekts geschaut hat, wusste man eigentlich sofort, um was es ging. Das ist bei anderen Projekten nicht zwingend der Fall gewesen.

Ein wichtiger Faktor sind übrigens die Prämien.

Die vorgegebenen Prämien sind allesamt toll, aber als wichtig haben wir alle schon vor Beginn erachtet, eigene, individuelle Prämien einzufügen. Sich diese zu überlegen, ist jetzt auch nicht so schwer gewesen und mit unserer Weihnachtskeks-Prämie haben wir beispielsweise voll ins Schwarze getroffen.
Wichtig war uns, dass die Unterstützer erkennen, dass sich die Mädels für die Spende wirklich ins Zeug legen und nicht nur einfach „kassieren“ wollen.
Bei anderen Projekten fehlt mir hingegen etwas der erkennbare Enthusiasmus.

Auch die Gutschein-Prämie des Partners Buschbillards.de erwies sich als Volltreffer. Natürlich hat kein einziger, der dort einen Billardtisch gekauft hat, von sich aus die fairplaid-Aktion entdeckt, aber glücklicherweise hatten wir bei Buschbillards einen Mitarbeiter sitzen, der die Kunden darauf aufmerksam gemacht hat.
Mit anderen Worten: Wenn man bei seinem Partner niemanden sitzen hat, der aufpasst, macht der Gutschein auch keinen Sinn….

Als dann das Projekt online war, haben wir sofort die Werbetrommel gerührt. Per Mail, Facebook und natürlich Mundpropaganda. Das Projekt wurde richtig gut angenommen und schnell waren die ersten Spenden gesammelt.
Intern in der Billard-Szene und einen entsprechendem Billard-Internetforum ist uns kurioserweise ein wenig Neid – fast schon Missgunst – entgegengestoßen, aber so ist das nun mal. Wer nichts macht, kriegt auch nichts. Und Kritik ist leicht geäußert und profilieren kann man sich darüber auch noch…
Glücklicherweise ebbte das recht schnell ab und der aufkommende Frust und die Verwunderung sind schnell gewichen.
Schwieriger bzw. unterschiedlicher als gedacht gestaltete sich die Unterstützerfreudigkeit innerhalb des Verwandten- und Freundeskreis der Spielerinnen. Letztlich hängt das aber auch von der finanziellen und persönlichen Situation jedes einzelnen ab.
Zu beobachten war auch, dass man außerhalb der Billard-Szene nur wenig bis gar nichts bekam. Das war aber nicht anders zu erwarten. Leute, die nicht direkt aus der Billard-Szene kamen, konnten wir quasi nur mit dem Billardtisch-Gutschein über 250,00 Euro (für 200 Euro Spende) erreichen. Das war uns aber auch vorher schon klar.

Letztlich haben die Gutschein-Nehmer aber sehr gerne mitgemacht und hatten einen großen Anteil am Erfolg.

Wichtig waren ebenso zwei Groß-Unterstützer, die gleich mehrere hundert Euro gegeben haben. Ohne diese und die Gutschein-Nehmer wäre unser Projekt womöglich gescheitert. Trotz aller im Vorfeld getätigten Mühen! Das wäre natürlich schade gewesen.

Gutscheine CueQuuens

Der auf der fairplaid-Seite angebotene Blog wurde unsererseits nahezu wöchentlich genutzt.

Inwieweit das Einfluss auf den Erfolg hatte, vermag ich nicht zu beurteilen. Mir ist bei anderen Projekten aufgefallen, dass da fast nichts oder sehr wenig stand. Mir erschien es wichtig, auch diesen Bereich zu pflegen und mit Leben zu füllen.

Zu Gute kam dem Projekt sicherlich, dass die Cue Queens schon im Vorfeld zumindest in der Szene bekannt waren und eine funktionierende Facebook-Seite hatten. Über diese erreichen wir pro Post zwischen 1.500 und 4.000 Leuten. Das ist natürlich schon mal ein guter Ansatz.

Letztlich erschließt sich für mich in Summe folgendes FAZIT:

Die fairplaid-Möglichkeit ist sensationell und neben Klinken putzen quasi die einzige Möglichkeit, an Unterstützung zu gelangen, wenn man nicht gerade Fußball ist.
Gezeigt hat sich aber auch, dass Projekte einzelner Personen fast nie zu schaffen sind. Mannschaften oder kleinere Teams wie die Cue Queens haben höhere Chancen, weil einfach „die Last“ auf mehrere Schultern verteilt wird. Sprich, zehn Leute kennen mehr als zwei und daraus folgernd: Tausend potenzielle Unterstützer geben mehr als zwanzig.

Zu bemerken ist auch, dass fairplaid exakt bei genau niemanden meiner Freunde und der Freunde der Cue Queens ein Begriff war. Natürlich arbeitet das fairplaid-Team erst seit kurzem zusammen, aber in Sachen Bekanntheit muss noch etwas investiert werden. Die Zahl von derzeit nur 14 aktiven Projekten (Stand 15.Okt. 2015 18:00) ist für mich gleichermaßen unverständlich niedrig wie erschreckend.
Warum nutzen nicht mehr Vereine fairplaid? Es kostet doch im ersten Step nichts außer ein wenig Arbeit! Wacht mal auf, ihr Vereine und Clubs!
Die Cue Queens und ich danken fairplaid sehr für diese Crowdfunding-Möglichkeit.
Natürlich werden wir auch über die Einlösung der Prämien berichten. Ich bin mir sicher, das wird ein Spaß!

Kurzum, weiter so, liebes fairplaid-Team!

Jochen Maurer

Logo_Cue_Queens_0001

P.S.: Das fairplaid-Projekt hat den Cue Queens übrigens einen weiteren Sponsor beschert. Dazu später mehr in einer gesonderten Meldung. Wie ich auf Facebook gelesen habe, waren wir wohl auch nicht die ersten, die weitere Gönner gefunden haben.

Lieber Jochen, Vielen Dank für dein ehrliches Feedback!

Autor: Vanessa Groh

Vanessa studierte an der deutschen Sporthochschule in Köln Sportmanagement und -kommunikation und konnte dort bereits mit der Marketing-Abteilung des 1.FC Köln, sowie der Sportscheck Filiale Standort Köln zusammenarbeiten. Mittlerweile ist Sie verantwortlich für das Social-Media-Management von fairplaid.

Kontakt: E-Mail | Xing | Twitter

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