Von 0 auf über 4000 Facebook-Fans: So hat es Charles Franzke als unbekannter Sportler geschafft (inkl. Checkliste)

Marthe-Victoria Lorenz | 26. März 2016

 „Die Idee, die zu dir und deinen Fähigkeiten passt, muss ihren Markt haben. Tut sie das nicht, ist es nur ein Hobby, aber kein Business.“

Felix Plötz

Soll heißen: Eine Goldmedaille oder Meisterschaft zu gewinnen, ist nur die halbe Miete. Wer seinen Sport professionell betreiben will, kommt nicht drum herum, in Zeiten von Social Media und Co. sich selbst zu inszenieren und einen Markt für sich und seinen Sport aufzubauen. Stellt man selbst keinen Markt, keine Werbeplattform dar, ist man für Unternehmen nicht attraktiv und kann seinen Unterhalt nicht mit seinem Sport bestreiten – Goldmedaille hin oder her.

Die Chancen dafür sind heute mehr denn je da. War man früher noch davon abhängig davon, in der Gunst von Reporten und Journalisten zu stehen, um die Öffentlichkeit zu erreichen, kann sich heute jeder seine Öffentlichkeit selbst aufbauen ganz unabhängig davon, ob die Sportart bei ARD und ZDF, Sat.1 oder SKY gerade populär ist, oder nicht.

Charles Franzke weiß wovon er spricht. Noch vor eineinhalb Jahren kannte ihn und seine Sportart Obstacle Course Racing (kurz: OCR) fast niemand. Heute hat er über 4.000 Fans bei facebook, für seine Beiträge erhält er meist Hunderte von Likes, Tendenz steigend. Die Community um seine Person ist dabei ganz organisch gewachsen, ohne TV-Beiträge, Olympiateilnahmen oder sonstigen Plattformen, die ihn zu dieser Bekanntheit hätten verhelfen können. Wie er das geschafft hat, erzählt er euch hier.

 

 

Seine wichtigsten Tipps hat Chalres euch hier in einem 10-Punkte Plan zusammengefasst:

1. Finde heraus, wer Du bist

Eine Identität zu haben ist sehr wichtig, da Deine Fans dann wissen, wem sie folgen und was für Beiträge sie erwartet, wenn sie Dir folgen. In meinem Fall bin ich Charles Franzke, der Obstacle Course Racer. Obstacle Course Racing ist eine Sportart für Ausdauersportler, viele meiner Fans sind deshalb Läufer, Triathleten, Marathonläufer oder eben Obstacle Course Racer. Diese interessiert, wie mein Trainingsplan aussieht, wie ich mich ernähre, Trainings-Tutorials, wie ich mich beim letzten Wettkampf geschlagen haben, wo es spannende Läufe gibt, wie ich es schaffe, neben Studium noch mein Pensum Training abzuliefern, Inspiration und Motivation. Deswegen poste ich auch genau solche Beiträge, Beiträge die meine Fans interessieren. Fußball-Videos oder lustige Katzenvideos, das Mittagessen oder die Auto-Reparatur passen dann eher nicht auf meine Seite. Es ist also wichtig herauszufinden, was Deine Fans sehen wollen und was zu Deiner Identität als Sportler passt.

2. Bleib Dir selbst treu.

Bleib Dir selbst auf jeden Fall treu und sei so wie Du bist. Nicht jeder ist ein Mensch, der sich gern selbst präsentiert und sein Gesicht in die Kamera hält. Denke dabei, dass es nicht immer ein Selfie sein muss. Manchmal reicht ein Bild der Laufbahn aus, Viele lassen sich auch so fotografieren, indem sie der Kamera den Rücken zudrehen. Es muss auch nicht immer eigener Content sein. Man kann auch Beiträge von anderen Athleten oder Teams posten, die Dich inspirieren – und damit auch Deine Fans inspirieren und bewegen.

3. Kommuniziere ein Ziel

Ich schreibe immer über meine Ziele, meine Träume. In diesem Jahr zum Beispiel möchte ich unbedingt wieder an der Weltmeisterschaft teilnehmen und unter die besten 20 Läufer kommen. Ich denke, meine Follower haben dann das Gefühl, auf dieser Reise dabei zu sein, mich hautnah dabei zu begleiten, emotional dabei zu sein und zu sehen, ob und wie ich meinen Traum erreiche. Ohne Ziel gibt es aber keine Reise und auch keine Freude oder Trauer, wenn der Tag gekommen ist. Dieses „Mitfiebern“ gelingt nur, wer ein Ziel hat und dieses auch in die Welt schreit. Auch mit dem Risiko, dass man dieses vielleicht nicht erreicht. Wenn man aber so denkst, sollte man am besten gleich mit dem Sport aufhören 🙂

4. Poste regelmäßig

facebook, Google und viele andere digitale Netzwerke haben vor allem eines gemeinsam. Sie messen, ob jemand aktiv ist und das Produkt regelmäßig nutzt. Postest Du nur alle zwei Wochen ein Bild, gewichtet facebook Dich nicht so hoch wie jemanden, der täglich etwas postet. Damit Du Dir nicht jeden Tag überlegen musst, was Du jetzt heute postest, kannst Du auch die Planungsfunktion von facebook nutzen. So kannst Du bereits am Montag die komplette Woche planen und musst Dir keine Gedanken mehr machen.

5. Beachte die Uhrzeit

facebook zeigt Dir in seinem Analyse-Bereich, wann Deine Fans am häufigsten Deine Beiträge lesen, also vor allem Tag und Uhrzeit. Dies kannst Du nutzen, um Deine Beiträge genau dann auszuspielen, wenn die meisten Deiner Fans online sind. Je mehr online sind, desto mehr sehen Deinen Beitrag, desto mehr liken und kommentieren, sodass noch mehr Menschen Deinen Beitrag sehen.

6. Ermutige Deine Fans, zu kommentieren

Das Gute an facebook ist, dass die Aktivitäten Deiner Fans auch deren Freunde sehen. Klickt jemand auf einen meiner Beiträge mit „Gefällt mir“ oder kommentiert etwas darunter, sehen meinen Beitrag auch seine facebook-Freunde, die mich bisher noch nicht abonniert haben. Die Freunde Deiner Fans sind also wahrscheinlich deine nächsten Fans. Je mehr Likes und Kommentare Du also erhältst, desto mehr Menschen sehen und lernen Dich kennen. Ich stelle deshalb immer wieder Fragen in meinen Posts und ermutige meine Follower, ihre Antwort drunterzukommentieren. „Gerade meinen 10k-Lauf für heute absolviert, was steht bei euch heute auf dem Trainingsprogramm?“ kann ein Beispiel sein.

7. Antworte auf jeden Kommentar

Das ist wohl einer der wichtigsten Tipps. Menschen, die einen Kommentar abgeben, möchten auch wissen, dass Du ihn gelesen hast und sie von Dir wahrgenommen werden. Deswegen: antworte auf jeden Kommentar und wenn es nur ein „Danke für Deinen Kommentar!“, „Das sehe ich auch so“ oder ein „Daumen hoch“ ist.

8. Hab keine Angst davor, Posts zu löschen

Das Gute an Social Media ist, dass Du kontrollieren kannst, was Du veröffentlichst und was nicht und ob Du möchtest, dass es veröffentlicht bleibt. Nicht bei jedem Thema sind deine Fans deiner Meinung oder finden gut, was Du veröffentlichst, vor allem bei sensiblen Themen (aktuell z.B. die Flüchtlingspolitik). Läuft die Diskussion komplett aus dem Ruder und hat gar nichts mehr mit Deinem Beitrag zu tun, darf man sich nicht scheuen, den Post ggf. auch einfach zu löschen. Meist haben die Menschen die Sache bereits nach wenigen Minuten vergessen, weil sie schon beim nächsten facebook-Beitrag sind.

9. Vergiss, bei allen beliebt zu sein

Du kannst es nicht allen recht machen. Auch wenn es hart ist, aber es wird Menschen geben, die dich entabonnieren, die deine Beiträge uninteressant finden. Dies ist ganz normal, das darf man auf keinen Fall persönlich nehmen. Es wird auch Menschen geben, die vielleicht nicht alles toll finden, was Du machst oder wie Du Dein Leben lebst oder dich präsentierst. Ob mit oder ohne facebook-Seite, sie tun es so oder so. Man kann es einfach nicht allen recht machen, und das ist auch ok so. Am Ende zählt nur, dass man sich selbst treu bleibt!

10. Starte einfach

Sich selbst eine facebook-Page anzulegen ist eine Sache von 5 Minuten und kann wirklich jeder machen. Man muss auch nicht gleich mit der perfekten Seite starten. Vieles entwickelt sich erst im Laufe der Zeit heraus. Deswegen nicht lange überlegen, einfach machen und währenddessen dazulernen.

Autor: Marthe-Victoria Lorenz

Marthe ist Gründerin von fairplaid.org und kämpft für mehr Förderung des Breitensports. Sie ist leidenschaftliche Basketballerin und engagiert sich ehrenamtlich in ihrer Basketball-Abteilung des MTV Stuttgart 1843 e.V.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.